TVB vor wichtigem Duell

Es steht einiges auf dem Spiel für den Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart an diesem Donnerstag (19 Uhr) im Heimspiel gegen die Eulen Ludwigshafen: Nach einer weiteren Pleite gegen das punktlose Schlusslicht steckte der TVB – wieder einmal – im Abstiegs-Schlamassel. „Wir wissen, dass wir ganz anders auftreten müssen“, sagt der Trainer Jürgen Schweikardt.

Aus 4:2 Punkten wurden 4:10 – und mit der fünften Niederlage in Serie könnte der TVB schon Anfang Oktober endgültig in den frostigen Tabellenkeller purzeln. Dabei sollte die vierte Saison in der ersten Liga erstmals eine sorgenfreie werden für die Bittenfelder. Nun indes laufen sie sogar Gefahr, frühzeitig den Anschluss ans Mittelfeld zu verpassen angesichts der Schwergewichte, die in den kommenden Wochen warten mit Flensburg, Hannover, Berlin und Magdeburg.

Noch müssen zwar keine Erinnerungen wachwerden an die Hinrunde der vergangenen Saison, in der beim TVB nach 6:6 Punkten zum Auftakt nicht mehr viel zusammenlief. Mit 9:25 Punkten und nur zwei Zählern Polster zu den Abstiegsrängen verabschiedete sich die Mannschaft des damaligen Trainers Markus Baur in die Winterpause. So weit ist es noch nicht. Zum einen ist die Saison noch jung. Zum Zweiten zeigte der TVB – bis auf die Partie in Minden –, keine schlechten Leistungen.

Möglicherweise hatte das Debakel in Minden auch einen positiven, weil warnenden Effekt. „Wir haben mit den Spielern intensiv über ihr Auftreten gesprochen“, sagt Jürgen Schweikardt. „Sie waren sehr selbstkritisch.“ Das Spiel sei gut aufgearbeitet worden, nun müsse es aber auch abgeschlossen sein. „Wir haben intern ein paar Konsequenzen gezogen, die ins nächste Spiel einfließen werden, wir werden ein paar Dinge neu justieren.“ Welche genau das sind, möchte er nicht verraten.

Mit den Eulen Ludwigshafen gastiert der Vorjahresaufsteiger in der Scharrena, der am finalen Spieltag mit den 32:29-Sieg gegen den HC Erlangen den Ligaverbleib schaffte. Überraschend für viele Experten, die den Eulen nicht viel zugetraut hatten. Auch vor dieser Spielzeit ist das Team von Trainer Benjamin Matschke als heißer Abstiegskandidat gehandelt worden. Die aktuelle Bilanz spricht dafür: Nach sechs Spielen warten die Friesenheimer immer noch auf den ersten Punkt.

Pech für die Eulen gegen Erlangen: Zwei Rote Karten

In einigen Spielen indes waren sie nicht weit davon entfernt, was dem TVB Warnung genug sein muss. Beim Bergischen HC unterlagen die Eulen mit 23:27, in Minden mit 28:29 und zuletzt gegen Erlangen mit 23:25. Hier hatten sie etwas Pech mit den Schiedsrichtern: Nach 22 Minuten mussten mit Stefan Salger und Kai Dippe bereits zwei Spieler mit der Roten Karte vom Platz.

„Die Eulen waren und sind für jeden Gegner gefährlich“, sagt Jürgen Schweikardt. „Das wird auch für uns ganz schwierig, zumal die Bedeutung des Spiels hinzukommt.“ In der vergangenen Saison entschied der TVB beide Spiele nach hartem Kampf knapp mit 25:22 und 25:24 für sich.

Gleich acht Spieler haben die Eulen am Ende der Spielzeit verlassen. Unter anderem das Torhüter-Gespann Kevin Klier/Roko Peribonio, Patrick Weber und Oliver Heß. Den meisten Schmerz jedoch bereitete den Verantwortlichen der Verlust von David Schmidt: Der trifft nun mit dem TVB erstmals auf seinen Ex-Club – wie auch Stefan Salger, den die Eulen ihm Gegenzug aus Stuttgart holten.

Eine starke Saison spielt bisher der junge Linkshänder Jerome Müller (22), der vom Zweitligisten HG Saarlouis zu den Eulen stieß. „Er ist ein sehr dynamischer, schneller Spieler mit einem guten Wurf und gutem Eins-gegen-eins“, sagt Schweikardt. Auch außer Müller habe der Gegner etliche gute Spieler in seinen Reihen. Beispielsweise den Spielmacher Alexander Feld oder den Routinier und Abwehrchef Gunnar Dietrich. Dessen Pendant im linken Rückraum, der wurfgewaltige Azat Valiullin, fehlt den Eulen derzeit verletzungsbedingt. Die große Stärke der Ludwigshafener ist, wie bereits in der vergangenen Saison, die mannschaftliche Geschlossenheit und der unermüdliche Kampfgeist.

„Wir müssen in erster Linie auf uns schauen“, sagt Schweikardt. Da gelte es zuvorderst, eine andere Körpersprache an den Tag zu legen. „So einen Auftritt können und wollen wir uns nicht mehr erlauben.“

Dem Trainer steht wieder der komplette Kader zur Verfügung.

 

INFO: Für das Spiel stehen nur begrenzte Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Durch das momentan stattfindende Volksfest auf dem Cannstatter Wasen sind die Parkplätze in der Mercedesstraße mit Bussen belegt. Ebenso steht der Cannstatter Wasen nicht zum Parken zur Verfügung. Wir bitten deshalb alle Zuschauer, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder unserem Busshuttle anzureisen. Unsere VIP-Gäste dürfen mit gültigem Parkticket wie üblich im P1 parken.

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW