Niederlage beim kampfstarken “Dino”

Nichts ist aus dem Traumstart geworden: Der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart hat sich beim bis dato punktlosen Schlusslicht VfL Gummersbach vor 2601 Fans verdientermaßen mit 28:31 geschlagen geben müssen und findet sich mit 4:4 Punkten im Mittelfeld wieder. Es war mehr drin für das Team von Trainer Schweikardt, das sich zu viele Aussetzer leistete.

 

Es war keine Überraschung, dass die Gummersbacher nach dem jüngsten 16:30-Debakel in Lemgo und 0:6 Punkten im zweiten Heimspiel der Saison mit einer anderen Körpersprache zu Werke gehen würden. Der VfL wurde immer mutiger Der mit Selbstbewusstsein angereiste TVB hatte sich zum Ziel gesetzt, die Partie so lange wie möglich ausgeglichen zu gestalten. Vielleicht, so hatte der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt vor dem Spiel spekuliert, könnte sein Team in der entscheidenden Phase dann von seiner Nervenstärke profitieren.

So weit indes kam’s nicht, weil die Gäste den „Dino“ der Liga durch eine Flut von Fehlern stark machten und der VfL mit zunehmender Spieldauer immer mutiger wurde. Dabei hatte es in den ersten 20 Minuten nicht schlecht ausgesehen für den TVB. Das Heimteam drückte zwar, angetrieben vom flinken Spielmacher Gharehlo Norouzinezhad, mächtig aufs Tempo. Die Stuttgarter bewahrten jedoch auch nach dem 2:4-Rückstand nach sieben Minuten die Ruhe.

 

TVB leistet sich etliche technische Fehler

Das Schlusslicht hatte in der Anfangsphase große Probleme, den TVB-Shooter Dominik Weiß zu kontrollieren. Mit seinem dritten Tor sorgte er beim 5:4 (10.) für die erste Führung des TVB. Die Gummersbacher versuchten ihr Glück in erster Linie über den Kreis und die Außen, da sie aus dem Rückraum kaum zum Zug kamen. Nach 20 Minuten führte der TVB mit 10:9, verpasste jedoch einen höheren Vorsprung, weil er im Abschluss zu schlampig agierte. Ins Spiel kamen die Gummersbacher anschließend nach einem Torhüterwechsel: Matthias Puhle ersetzte Carsten Lichtlein und war sogleich prima in der Partie. Der TVB ging weiterhin sehr fahrlässig mit seinen Chancen um und leistete sich zudem etliche technische Fehler. Nach vier Fehlwürfen in Folge glich Marvin Sommer zum 10:10 aus (25.). Der VfL hatte Weiß mittlerweile ordentlich im Griff, beim TVB funktionierte in erster Linie das Zusammenspiel zwischen Michael Kraus und Kreisläufer Simon Baumgarten gut. Trotzdem agierten die Gummersbacher von nun an selbstbewusster und fanden immer wieder die Lücken in der nicht sattelfesten Gästedeckung. Nach dem Treffer des starken Youngsters Ivan Martinovic ging Gummersbach mit der 14:12-Führung in die Pause.

 

Es fehlten die Ideen im Spiel.

Im zweiten Spielabschnitt sollte Samuel Röthlisberger für mehr Stabilität in der Deckung sorgen, das funktionierte jedoch nur bedingt. Nach 36 Minuten lag der VfL beim 17:14 erstmals mit drei Toren vorne, Drago Vukovic’ Treffer zum 18:14 ließ die Fans in der Schwalbe-Arena auf den ersten Saisonsieg hoffen. Die Fehlerquote beim TVB blieb hoch, es fehlten die Ideen im Spiel. Der Torhüter Johannes Bitter, zweiter Sieger im Duell mit dem famosen Puhle, machte für Jonas Maier Platz. Doch auch er wurde nicht zum Faktor im Spiel der Gäste. Gummersbach hatte sich längst in die Partie gebissen, dem TVB fehlten diesbezüglich hier und da ein paar Prozent. Nach dem 16:21-Rückstand (45.) brachte der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt den siebten Feldspieler – ohne Erfolg jedoch.

 

Spannung bis zur Schlusssirene

Spannend allerdings blieb das Match noch, weil die Gummersbacher im Übermut bisweilen etwas zu hektisch agierten und ebenfalls Fehler produzierten. Manuel Späth brachte den TVB beim 23:20 elf Minuten vor dem Ende wieder auf Tuchfühlung, doch das Heimteam nutzte zwei fahrige Aktionen des TVB zum 25:20 (51.). Bis drei Minuten vor dem Ende, beim 28:26, durften die Gäste auf zumindest einen Punkt hoffen. Stanislav Zhukov machte jedoch mit dem 29:26 alles klar, auf die Treffer von Bobby Schagen und Tobias Schimmelbauer hatte der VfL jeweils eine Antwort und holte sich dank seiner großen Leidenschaft beim 31:28 zu Recht die ersten Punkte.

 

Quelle: Thomas Wagner / ZVW