Erster Test für den TVB – mit wenig Aussagekraft

Der erste Auftritt in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit hat für den Trainer des Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart nicht besonders viel Aussagekraft gehabt: Beim 53. Esslinger Marktplatzturnier belegte der stark ersatzgeschwächte TVB den fünften Rang. „Das Turnier kam für uns noch ein bisschen zu früh“, sagt Jürgen Schweikardt.

Eine Bauchlandung legte der TVB beim ersten öffentlichen Auftritt hin: Im Viertelfinale des Esslinger Marktplatzturniers musste er sich am Freitag in Weilheim dem Liga-Konkurrenten VfL Gummersbach mit 24:35 geschlagen geben. Am Samstag gab’s gegen den Zweitligisten HBW Balingen-Weilstetten einen dünnen 22:21-Erfolg, den Mimi Kraus mit dem finalen Wurf sicherstellte. Im Spiel um Platz fünf behielt der TVB gegen Tatabanya KC im Siebenmeterwerfen mit 3:1 die Oberhand.

Das Turnier, das wegen der starken Regenfälle am Samstag komplett vom Freien in die Halle verlegt werden musste, gewann der TBV Lemgo. Er setzte sich im Finale etwas überraschend mit 20:17 gegen die Füchse Berlin durch. Dritter wurde Frisch auf Göppingen mit dem 15:14-Sieg gegen Gummersbach.

Ein Sprung ins kalte Wasser war die Veranstaltung für die Bittenfelder: Der Ball blieb beim einwöchigen Trainingslager in Südtirol in den Netzen, erst am Tag vor der Partie gegen Gummersbach hielten die Akteure das Spielgerät in den Händen. Entsprechend durchwachsen war die Vorstellung gegen Gummersbach, nach dem zwischenzeitlichen 12:12 eilte der VfL zum lockeren 35:24-Erfolg.

„Es ist ein bisschen blöd, dass wir unser erstes Vorbereitungsspiel gleich gegen so einen Gegner hatten“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. Das hochkarätig besetzte Turnier sei für sein Team „nicht ideal“ gewesen, um langsam in Fluss zu kommen. „Wir wollten aber in Esslingen auf jeden Fall spielen, weil wir mit der Region und dem Turnier ein Stück weit verbunden sind.“ Auch beim mühevollen Sieg gegen Balingen sei die Leistung „nicht viel besser“ gewesen. „Aber wir haben Moral bewiesen unter diesen nicht eben perfekten Voraussetzungen.“

Die fehlende Spielpraxis war nicht das einzige Problem des TVB: Wieder einmal wird er von Verletzungssorgen heimgesucht. Der Torhüter Johannes Bitter und Max Häfner befinden sich nach ihren Rücken-Operationen noch im Aufbautraining. David Schmidt (Leistenoperation) und Lukas von Deschwanden (Grippe) fehlten ebenso wie Dominik Weiß. Während die beiden Neuzugänge wieder ins Training eingestiegen sind, muss sich Weiß noch eine Weile gedulden: Die Sehnenverletzung an der Schulter, die ihm bereits gegen Ende der vergangenen Saison zu schaffen gemacht hatte, legt den „Langen“ auf Eis.

Vier Wochen bleiben den Sorgenkindern noch bis zum ersten Pflichtspiel (siehe rechts). In der Liga wartet auf den TVB ein knackiges Auftaktprogramm – wobei sich die Fans an neue Anwurfzeiten gewöhnen müssen: Sonntags beginnen die Spiele nicht mehr um 12.30 und 15 Uhr, sondern um 13.30 und 16 Uhr. Die Mehrzahl der Sonntags-Spiele wird um 16 Uhr angepfiffen.

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW