Stuttgart mit überraschendem Auswärtstrend

Die Saison 2017/18 in der DKB Handball-Bundesliga war ein enges Rennen, sowohl was die Meisterschaft und den Kampf um die internationalen Plätze wie auch den um den Klassenverbleib betrifft. Die Rhein-Neckar Löwen, gaben den Vorteil mit einem 23:24 vor heimischer Kulisse gegen die MT Melsungen ab. Dabei war die Heimstärke zuvor der Trumpf des Titelverteidigers, in der SAP Arena hatte der Club eine weiße Weste und blieb trotz der Niederlage der beste Heimclub. Doch insgesamt elf Minuspunkte in der Ferne sorgen auch im Gesamtranking nur für den zweiten Platz, denn die Flensburger kassierten zwar vor heimischem Publikum einen Minuspunkt mehr, blieben als bester Auswärtsclub in heimischen Hallen allerdings als einziger Verein unter der Marke von zehn Minuspunkten.

Bereits die Werte der Spitzenteams verdeutlichen, dass der Heimvorteil auch in dieser Spielzeit messbare Auswirkungen hatte. Von den 306 Spielen endeten gleich 164 mit einem Heimsieg, lediglich 105 Auswärtserfolge stehen dem bei gleich 37 Unentschieden entgegen. Auch bei den Toren findet sich die Verteilung mit 8.379 für die Heim- und 7.988 für die Auswärtsteams wider, das durchschnittliche Ergebnis der Saison wäre ein 27,4 zu 26,1 für das Heimteam.

Während die Rhein-Neckar Löwen in der Heimtabelle nicht nur die meisten Punkte, sondern auch die meisten Tore sowie die wenigsten Gegentore und somit natürlich auch die beste Tordifferenz abräumten, gibt es auswärts unterschiedliche Spitzenteams. Die Flensburger holten die meisten Punkte, die wenigsten Gegentore kassierten allerdings auch in fremden Hallen die Rhein-Neckar Löwen und die meisten Tore erzielte der SC Magdeburg, der auch in der Gesamtwertung als einziger Club neben den Rhein-Neckar Löwen den Sprung in den vierstelligen Bereich schaffte.

Insgesamt schafften auswärts nur fünf Clubs eine positive Tordifferenz und Punktebilanz, vor heimischer Kulisse sind dies immerhin elf Vereine. Die TSV Hannover-Burgdorf und die MT Melsungen, die in der Tabelle vorne mitmischen, verlieren auswärts an Boden auf die Top5. Dabei gibt es allerdings auch einige interessante Anomalien, so kassierte Gummersbach auswärts genau so viele Gegentore wie in der Heimat, erzielte in eigener Halle wie die meisten Clubs aber mehr Tore. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, der SC DHfK Leipzig erzielte auswärts ein Tor mehr als in heimischer Halle, der THW Kiel gleich fünf und der TV Hüttenberg schaffte sogar vierzehn mehr.

Die Hüttenberger mussten am Ende unterdessen wie der TuS N-Lübbecke den Weg in die 2. Bundesliga antreten, ein Grund dafür sind auch die lediglich sieben Punkte vor heimischer Kulisse. Lübbecke verdoppelte diese auswärts, Hüttenberg kam in fremden Hallen ebenfalls auf beachtliche sechs Punkte. Die Eulen aus Ludwigshafen holten hingegen nur drei Punkte auswärts, aber immerhin zwölf in heimischer Halle und retteten so den Klassenverbleib. Sie erzielten übrigens über den Saisonverlauf zu Hause und auswärts die gleiche Anzahl an Toren – kassierten aber in heimischer Halle 34 Gegentore weniger.

Einen statistischen Ausreißer in die andere Richtung liefert unterdessen der TVB 1898 Stuttgart, der als einziger Verein auswärts mehr Punkte als zu Hause – und zwar fast doppelt so viele. In der Heimtabelle liegt der Club mit lediglich sieben Punkten gleichauf mit den beiden Absteigern, auswärts aber trumpften die Süddeutschen auf. Mit dreizehn Punkten rangieren sie in der Auswärtstabelle auf dem zehnten Platz und schieben sich auch im Gesamtklassement ans sichere Ufer. Auswärts kassierten die Stuttgarter dabei in den siebzehn Spielen 45 Gegentreffer weniger als in heimischer Halle.

 

Quelle: www.handball-world.news