Djibril M’Bengue im Portrait

Nach 51:36 gespielten Minuten hast du im Derby gegen Frisch Auf! Göppingen deinen ersten Saisontreffer erzielt. Bitte schildere uns doch deine Gefühlslage in diesem Moment. 

Diesen Moment in Worte zu fassen fällt mir unglaublich schwer. Ich war einfach nur glücklich und stolz darauf, dass sich das ganze harte Training in den vergangenen Monaten ausgezahlt hat. Dass ich dann auch gleich meinen ersten Saisontreffer erzielen konnte, hat die Freude über das Comeback zusätzlich gesteigert.

 

Hinter dir liegt eine lange Leidenszeit, die immer wieder von Rückschlägen geprägt war. Hast du in dieser Zeit jemals mit dem Gedanken gespielt, die Handballschuhe an den Nagel zu hängen?

Natürlich war es keine leichte Zeit und es gab auch Momente, in denen ich gezweifelt und mich gefragt habe, ob es wirklich nochmal mit dem Handball funktionieren wird. Für mich war aber auch schnell klar, dass ich alles mir mögliche investieren werde um auf die Platte zurückzukommen. Hätte es dann nicht funktioniert, hätte ich mir selbst nichts vorwerfen müssen – es hätte dann einfach nicht sein sollen.

 

Was ist eigentlich schlimmer, der Mannschaft nicht auf der Platte helfen zu können oder die schweißtreibenden Trainingseinheiten in der Reha?

Die Momente am Spielfeldrand sind definitiv schlimmer, wenn du deiner Mannschaft aktiv helfen möchtest, es aber nicht kannst. Ich bin froh, dass diese Phase nun vorüber ist, denn von diesen gab es in den letzten zwei Jahren leider zu viele.

 

Nun hast du dich zurückgekämpft – wolltest du eigentlich schon immer Handballer werden, oder standen auch andere Berufe auf dem Wunschzettel?

Das positive an der Verletzung war, dass ich gemerkt habe wie „endlich“ unser Sport ist. Schlimme Verletzungen haben schon viele Karrieren schlagartig beendet. Deswegen habe ich mich während meiner Verletzung sehr auf mein BWL Studium konzentriert. Rückblickend hat mich das bestätigt, dass dies der richtige Weg für mich nach dem Handball ist.

 

Was sind deine kurz- und mittelfristigen sportlichen Ziele?  

Zunächst einmal möchte ich nun verletzungsfrei bleiben. Außerdem möchte ich wieder auf das Level kommen, dass ich vor meiner Verletzung hatte. Alles Weitere wird die Zeit mit sich bringen – ich bin gespannt welche Chancen und Möglichkeiten sich in der Zukunft für mich ergeben werden.

 

Nach 7 Jahren beim TVB hast du nun dein letztes Spiel für die WILD BOYS absolviert. Was nimmst du aus deiner Zeit beim TVB mit?

Rückblickend war es eine schöne Zeit in der ich viele gute Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen habe. Gerade während meinen Verletzungen habe ich immer die volle Rückendeckung vom Verein gehabt. Ich denke in meiner Zeit beim TVB habe ich mich nicht nur handballerisch sondern auch menschlich weiterentwickeln können und dürfen – dafür bin ich dem Verein und den Fans sehr dankbar!

 

Abgesehen vom Aufstieg in die Handball-Bundesliga, an welches Spiel bzw. welchen Moment erinnerst du dich besonders gerne zurück?

Mindestens genau so schön war der Moment des erreichten Klassenerhalts im ersten Bundesligajahr. In den Jahren zuvor sind die Aufsteiger in der Regel direkt wieder abgestiegen, zudem ist mit dem SC DHfK Leipzig kein gewöhnlicher Zweitligist mit uns aufgestiegen. Natürlich haben wir auch von der Insolvenz des HSV profitiert, dennoch war unsere Premierensaison mit dem verbundenen Klassenerhalt ein tolles Erlebnis.

 

Djibril mal anders:

Derby: Schorndorf

Japan: Lobo

Instagram: Memes

Basketball: Leborn James

Rückraum: Werfen!

Insel: Kreta

Linkshänder: sind kreativ 🙂

 

Traum 7:

TW: Daniel Sdunek

LA:  Tobias Schimmelbauer

RL:  Kasper Kisum

RM: Alexander Heib

RR:  Can Celebi

RA: Michael Spatz

KM: Mirco Lobue