Schweikardt: Trainer und “halber” Geschäftsführer

Eine wichtige Personalentscheidung beim Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart ist gefallen: Jürgen Schweikardt wird den TVB für die nächsten drei Jahre trainieren und zudem als Geschäftsführer für die Bereiche Sport, Kommunikation und Organisation verantwortlich sein. Gesucht wird noch ein zweiter Geschäftsführer für die Sparten Finanzen, Vertrieb und Event.

Eine große Überraschung ist es nicht, dass der aktuelle Trainer auch der künftige sein wird – auch wenn Christian May, Sprecher der Gesellschafter, bei der Pressekonferenz vor dem letzten Saisonspiel am Sonntag in der Scharrena einräumte, „dass wir verschiedene Optionen hatten, wir mussten den Markt parallel sondieren, solange keine Entscheidung gefallen war“.
Es hat einige Wochen gedauert, bis offensichtlich beiden Parteien einen Konsens gefunden hatten. Klar war, dass Jürgen Schweikardt außer der Trainerrolle eine weitere Funktion auf der Geschäftsführer-Ebene ausüben wollte. Allerdings nicht in der bisherigen Rolle als Trainer und einzigem Geschäftsführer. Künftig wird sich Schweikardt zusätzlich um die Bereiche Sport, Kommunikation und Organisationen kümmern – und erhält mit dem Dreijahres-Vertrag einen großen Vertrauensvorschuss.

„Wir wissen, dass das ein Risiko ist, falls es einmal nicht mehr so gut laufen sollte“, sagte May und grinste. „Aber angenommen, Jürgen Schweikardt schlägt nächste Saison ein und es nimmt ihn uns einer weg, das wäre doch eine Katastrophe.“ May ist jedoch überzeugt davon, „dass uns nur mutige Entscheidungen voran bringen“. Außerdem habe es aus den Reihen der Spieler und des Umfelds viele Pro-Schweikardt-Stimmen gegeben, „die natürlich in unsere Diskussion reingespielt haben“.

Jürgen Schweikardt freut sich, dass er in beiden Bereichen weiterarbeiten darf. „Für mich ist das eine super Sache.“ Es sei ja bekannt, dass seine Leidenschaft dem Handball gehöre. „Nun haben wir eine Lösung gefunden, die mir eine Perspektive gibt in allen Bereichen.“ Als Co-Trainer wird dem Chef-Coach weiterhin Karsten Schäfer zur Seite stehen.
Noch vakant ist die zweite Stelle der Geschäftsführer-Doppelspitze. Der neue Mann soll, so Christian May, auf jeden Fall von außen kommen. Die Verantwortlichen seien mit mehreren Kandidaten im Gespräch. „Wir versprechen uns auch einen neuen Impuls, den man braucht, um einen Verein weiterzuentwickeln“. Gemeinsam soll das mittelfristige Ziel in Angriff genommen werden, sich mittelfristig in Richtung Tabellenmittelfeld zu bewegen.

Wahrscheinlich weiterhin mit Jogi Bitter im Tor, auch wenn der Vertrag noch nicht verlängert ist. „Es gibt noch ein, zwei Dinge zu klären“, sagte Schweikardt.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW