TVB verabschiedet sich mit Pleite

 Der TVB hat auch zum Saisonfinale seine miserable Heimbilanz nicht aufgebessert: Bei der 26:36-Niederlage gegen die HSG Wetzlar legte er vor 2251 bitter enttäuschten Fans in der Scharrena einen äußerst müden Auftritt hin. Zur Pause hatte der TVB bereits aussichtslos mit 11:20 hinten gelegen.


Die spannenden Duelle gab’s am finalen Spieltag im Kampf um die Meisterschaft und gegen den Abstieg: Die SG Flensburg-Handewitt sicherte sich den Titel, der TuS Nettelstadt-Lübbecke und der TV Hüttenberg steigen in die 2. Liga ab.
In der Scharrena freuten sich die Fans auf ein schönes Spiel zum Abschluss, das Lust machen sollte für die neue Saison. Zu sehen bekamen sie von ihrem TVB – so gut wie nichts. Das Team war der HSG Wetzlar von der ersten Minute an in allen Belangen klar unterlegen. So war’s dem Wetzlarer Trainer hernach fast peinlich, dem TVB die Saisonabschlussfeier derart verdorben zu haben. „Es tut mir ein bisschen leid für Stuttgart“, sagte Kai Wandschneider. „Es ist blöd, weil jeder sein letztes Heimspiel gewinnen möchte.“ Er fand’s jedoch „großartig“, dass das Stuttgarter Publikum seine Mannschaft dennoch mit stehenden Ovationen verabschiedet habe. „Dann tut’s nicht mehr ganz so weh, Jürgen, oder?“ – „Doch“, sagte der Kollege Jürgen Schweikardt. „Uns sind nicht nur körperlich, sondern auch mental die Körner ausgegangen. Es tut mir leid für die Fans, das haben sie nicht verdient.“

Die Partie erinnerte stark ans Derby gegen Göppingen, in dem der TVB ähnlich müde wirkte. Nach vier Minuten führte die HSG Wetzlar mit 4:0 – und musste sich dafür nicht einmal besonders ins Zeug legen. Das Heimteam wirkte unkonzentriert, warf die Bälle reihenweise weg. Und die HSG konterte klasse. Die Auszeit nach bereits sechs Minuten brachte keine Besserung. Dem ersten Treffer von Manuel Späth zum 1:4 folgten weitere haarsträubende Angriffsaktionen der Bittenfelder. Der starke Kreisläufer Anton Lindskog besorgte das 7:1 für die HSG (11.). Die hatte, angeführt vom überragenden Stefan Cavor im rechten Rückraum, wenig Mühe mit ihrem Gegner und baute die Führung bis zur Pause auf ein für den TVB deprimierendes 20:11 aus. Der einzige TVB-Spieler, der energisch dagegenhielt, war Michael Kraus – auch wenn ihm beileibe nicht alles gelang.

In den zweiten 30 Minuten war dem Schweikardt-Team anzumerken, dass es sich nicht noch einmal so demontieren lassen wollte. Der TVB bemühte sich, nach 39 Minuten traf Robert Markotic zum 17:24. Von einer Aufholjagd indes war das Heimteam meilenweit entfernt, auch wenn der Keeper Jonas Maier nun besser ins Spiel fand. Nach wie vor unterliefen dem TVB zu viele einfache Fehler. Am Ende stand die ernüchternde 26:36-Niederlage, welche die Spieler bei der anschließenden Saisonabschlussparty im Rücksack trugen.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW