TVB will dritten Heimsieg

Der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart biegt auf die Zielgerade ein. Mit dem couragierten Auftritt in Kiel zeigte das Team von Trainer Jürgen Schweikardt, dass es die Saison nicht auslaufen lassen möchte. Am finalen Spieltag am Sonntag möchte der TVB gegen die HSG Wetzlar die Punkte in der Scharrena behalten – und seine dürftige Heimbilanz aufbessern.

Es bleibt dabei: Der TVB 1898 Stuttgart kann gegen den THW Kiel nicht gewinnen. Auch den fünften Vergleich am Donnerstag entschied der Rekordmeister für sich. Beim 31:25 musste er sich allerdings deutlich mehr ins Zeug legen als beim 36:24-Hinspielsieg in Stuttgart.

Viktor Szilagyi, der Sportliche Leiter des THW, hatte vor dem Spiel davor gewarnt, den Tabellenvierzehnten auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wir hatten in dieser Saison ja schon das eine oder andere Mal unsere Probleme mit Mannschaften, die nicht ganz so weit oben stehen in der Tabelle“, sagte er. „Und ich weiß ja nicht, mit welchen Zielen Stuttgart angereist ist.“

Seit fünf Partien ist der TVB in der Fremde ungeschlagen gewesen. Und nach dem Stotterstart (2:7/3:8) war nach einer Viertelstunde klar, dass der Außenseiter nicht nur die frische Ostsee-Brise schnuppern, sondern den Kielern Beine machen wollte. Auch wenn’s nach der zwischenzeitlichen 18:17-Führung in der 42. Minute nicht reichte zur großen Überraschung: Das Ziel, die Zebras ein bisschen zu kitzeln, erreichte der TVB. Wobei sich dessen Trainer darüber ärgerte, dass die Niederlage mit sechs Toren Differenz am Ende doch deutlich ausfiel.

„Ich denke, zwischen der zehnten und 45. Minute waren wir die bessere Mannschaft“, sagte Jürgen Schweikardt am Freitag auf dem Weg zum Flughafen. „Wir sind enttäuscht, müssen auf der anderen Seite aber auch nüchtern bleiben.“ Schließlich sei der THW Kiel nicht irgendeine Mannschaft.

Nicht nur dagegenhalten und ein schönes Spiel zeigen möchten die Bittenfelder am Sonntag. Erstens ist die HSG Wetzlar eher ein Kontrahent von der Kragenweite des TVB. Zweitens hat er etwas gutzumachen gegen diesen Gegner: Gleich zweimal blieb das Team von Trainer Kai Wandschneider in dieser Spielzeit Sieger in den Duellen. In der Bundesliga unterlag der TVB in Wetzlar mit 23:29, im Viertelfinale des DHB-Pokals verbaute die HSG mit dem 25:21-Sieg dem TVB den Weg ins Final Four. Auch wenn die Partie am Sonntag tabellarisch unbedeutend ist: Den dritten Vergleich möchte der TVB unter allen Umständen für sich entscheiden. Auch, weil die Heimbilanz extrem dürftig ist mit nur zwei Siegen und drei Unentschieden.

Nach ihrem überraschenden sechsten Platz in der Vorsaison lief’s bei Wetzlar in dieser Spielzeit – erwartungsgemäß – nicht mehr so rund. Es fehlte die Stabilität, so leistete sich die HSG etliche Punktverluste gegen am Tabellenende platzierte Teams. Das Saisonziel, den frühzeitigen Ligaverbleib, erreichte der Club aber. In den vergangenen Wochen lief’s nicht mehr besonders gut, was auch dem Verletzungspech geschuldet ist. So werden in Stuttgart unter anderem Jannik Kohlbacher und Philipp Pöter fehlen.

Jürgen Schweikardt sieht dennoch eine schwierige Aufgabe auf sein Team zukommen. Wetzlar sei eine sehr solide Mannschaft mit einem sehr guten taktischen Konzept und einem hervorragenden Trainer. „Und mit Benjamin Buric hat die HSG einen der besten Torhüter der Liga.“

Für fünf Spieler des TVB ist die Partie gegen Wetzlar zugleich die Abschiedsvorstellung. Verlassen werden den Verein Felix Lobedank (SG Pforzheim/Eutingen), Robert Markotic (unbekannt), Finn Kretschmer (VfL Lübeck Schwartau), Marian Orlowski (TuS Nettelstedt-Lübbecke) und Djibril M’Bengue (unbekannt).

Zwei Personalien sind beim TVB noch offen: Nach wie vor fehlt die Unterschrift von Jogi Bitter, der seinen Vertrag verlängern möchte. Offiziell verkündet werden soll am Sonntag, nach langer Sondierungsphase, wie der Trainer in der neuen Saison heißen wird. Einen Überraschungskandidaten wird’s wohl nicht geben: Der Trainer dürfte auch in der neuen Saison Jürgen Schweikardt heißen.

Beantwortet werden müsste in diesem Fall lediglich die Frage, wie die Kompetenzen auf der Geschäftsstelle künftig verteilt werden. Eine Doppelbelastung als Trainer und Geschäftsführer kommt für Schweikardt, wie er schon mehrfach betont hat, jedenfalls nicht infrage.

„Dazu gibt’s von mir jetzt keinen Kommentar“, sagte Schweikardt gestern auf Anfrage.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW