Kiel erkämpft sich den Sieg

Nach einem Blitzstart des THW Kiel zeigte sich der Gast aus Stuttgart lange Zeit gleichwertig. Eine Viertelstunde vor Spielende ging der Außenseiter sogar kurz in Führung, doch dann legte der Favorit zu und steuerte zu einem 31:25-Erfolg. Ein versöhnlicher Heim-Abschluss eines durchwachsenen Jahres des Rekordmeisters, der damit die Chance aufrecht erhält, mit einem Sieg in Minden eventuell noch am SC Magdeburg vorbei auf den vierten Tabellenplatz zu ziehen. Bei Stuttgart ist der vierzehnte Rang bereits zementiert.

Der THW Kiel, bei dem Emil Frend Oförs in seinem letzten Heimspiel auf der linken Außenbahn begann, erwischte einen Auftakt nach Maß. Als Tobias Schimmelbauer nach über acht Minuten das erste Mal für die Gäste einnetzen konnte, hatten die Hausherren bereits viermal getroffen – und legten im direkten Gegenzug erneut nach: Patrick Wiencek erzielte das 5:1 (9.).

Die Stuttgarter hatten zu diesem Zeitpunkt bereits ihre erste Zeitstrafe überstanden, hatten sich jedoch bis auf den Steal mit Torerfolg von Schimmelbauer nur wenige gute Torchancen erarbeiten können. Gegen die Defensive des THW mit Kreisläufer Wiencek und Sebastian Firnhaber im Mittelblock taten sich die Gäste schwer. Zudem hatte Andreas Wolff im Kasten der Kieler früh seine erste Parade für sich verzeichnen können.

Die Kieler hingegen fanden – mit dem flinken Miha Zarabec auf der Mitte – immer wieder spielerische Mittel gegen die Formation der Stuttgarter. Manchmal spielte jedoch auch das Glück dem Rekordmeister in die Hände: Ein Pass an Wiencek wurde von der TVB-Defensive abgewehrt, doch Marko Vujin schnappte sich den zurückprallenden Ball und erzielte das 7:2 (15.).

In den folgenden Minuten verlor der THW jedoch seine Linie, leistete sich einfach Ballverluste und erlaubte es den Gästen, wieder heranzukommen. Bobby Schagen verkürzte per Gegenstoß auf 8:5 (17.) und Marian Orlowski legte das 8:6 (18.) nach. Nach einem weiteren Ballverlust der Kieler war es Schimmelbauer, der für den Anschluss sorgte. Durch das 8:7 in der 19. Spielminute war der Vorsprung der Kieler dahin.

Alfred Gislason reagierte mit einer die Auszeit und brachte nacheinander nacheinander Christian Dissinger und Steffen Weinhold als frische Kräfte im Rückraum. Den Ausgleich konnte er damit jedoch nicht verhindern: Michael Kraus versenkte einen Siebenmeter zum 9:9 (21.). Auch in der Abwehr bekamen die Schwaben nun einen besseren Zugriff auf die Kieler.

Dass der THW sich in den folgenden Minuten trotzdem wieder einen knappen Vorsprung erarbeiten konnte, lag vor allem an Wolff. Der Keeper parierte unter anderem zwei Siebenmeter. So ging es schließlich mit 13:11 für den Gastgeber in die Kabine. Sehenswert besonders der letzte Treffer: Zarabec bediente Weinhold per Kempapass und der Linkshänder vollendete gekonnt.

Nach Wiederanpfiff drückte Stuttgart aufs Tempo und hatte den Rückstand nach gerade einmal anderthalb Minuten egalisiert. Schagen glich per Gegenstoß zum 13:13 (32.) aus und Jonas Maier hielt das Unentschieden mit einer Parade fest. So hatte der TVB gar die Chance zur Führung, doch der völlig freie Manuel Späth scheiterte von sechs Metern an Wolff. Nikola Bilyk machte es auf der anderen Seite besser, netzte zunächst zum 14:13 (33.) ein und legte das 15:13 (34.) aus dem Rückraum nach.

Nun wurde es hektisch – auf beiden Seiten. Die Stuttgarter verloren einen Ball durch einen technischen Fehler, die Kieler vergaben innerhalb einer Minute mehrere Torchancen. So scheiterte zunächst Ekberg an dem auftrumpfenden Maier, bevor dieser Wiencek noch eine hundertprozentige Möglichkeit abnahm. Schimmelbauer sorgte so im Nachwurf wieder für den Anschluss: 17:16 in der 39. Spielminute. Kraus glich kurz darauf per Siebenmeter zum 17:17 (40.) aus.

Da Maier zur Hochform auflief, blieb der THW weiterhin torlos und Stuttgart nutzte das eiskalt aus. Ein Pass zum Kreis, eine Drehung, ein Siebenmeter – und Kraus erzielte mit dem 18:17 (43.) die erste Führung für die Gäste. Erst nach einer Zeitstrafe gegen Späth konnte Kiel den Platz nutzen und wieder einen Treffer erzielen. Vujin netzte zum 18:18 (44.) ein; es war das erste THW-Tor seit sechs Minuten.

Gislason hatte im zweiten Durchgang die Deckung umgestellt und Domagoj Duvnjak auf die Spitze einer 3:2:1-Formation geschickt – und so langsam fand seine Mannschaft auch wieder in die Partie. Mit einem 5:1-Lauf eroberte der THW den Vorsprung zurück. Nach dem 23:19 (49.) zog Jürgen Schweikardt die Auszeit.

Zehn Minuten vor dem Ende lag der THW mit 24:21 (51.) in Front und legte nach: Ekberg und Oförs erhöhten mit ihren Treffern auf 26:21 (54.), bevor Vujin zum 27:21 (54.) einnetzte. Die Stuttgarter waren damit geschlagen; so tapfer sie auch noch Paroli boten. Am Ende siegte der THW mit 31:25; anschließend an die Partie wurden neben Oförs auch Raul Santos und Rene Toft Hansen verabschiedet.

Quelle: www.handball-world.news