TVB vor württembergischen Derby

Das wichtigste aus Sicht des TVB 1898 Stuttgart vorweg: Die WILD BOYS sicherten sich mit dem 29:26 Erfolg in Minden bereits drei Spieltage vor Saisonende endgültig den Klassenerhalt in der DKB Handball-Bundesliga.

Bei nunmehr 20 Zählern hat die Mannschaft aus dem Waiblinger Vorort nichts mehr mit dem Abstieg zu tun und freut sich nun schon auf die vierte Saison in der deutschen Handball Eliteklasse. Bei nur noch drei ausstehenden Spielen können sowohl der TV Hüttenberg als auch die Ludwigshafener Eulen die WLD BOYS nicht mehr einholen. So gestaltete sich die Rückfahrt aus Minden zur Feier-Tour.

Die SG Flensburg-Handewitt machte vor vier Wochen quasi auf dem Weg zum Viertelfiale der EHF Champions League in Montpellier Station in Stuttgart, die Göppinger kommen fast direkt vom Final Four um den EHF-Pokal aus Magdeburg, also von der Elbe an den Neckar. Die WILD BOYS haben es damit innerhalb von einem Monat in eigener Halle mit zwei europäischen Spitzenmannschaften zu tun. An der Elbe lief es für Frisch Auf Göppingen aber nicht optimal. Zwei Niederlagen gegen die Füchse Berlin und den SC Magdeburg bescherte dem Team vom Hohenstaufen lediglich Rang vier. Gewonnen hat das Team aus der deutschen Hauptstadt durch einen 28:25 Erfolg über die französische Spitzenmannschaft Saint Raphael.

Aber auch in der DKB Handball-Bundesliga geht es zurzeit recht spannend zu, sowohl im Abstiegskampf als auch im Meisterschaftsrennen. Die Rhein-Neckar Löwen büßten durch eine Niederlage in Berlin und das Remis in Erlangen ihren komfortablen Vier-Punkte Vorsprung ein, sind aktuell gar nur noch Zweiter. Die Nordbadener haben aber trotzdem bei nur elf Minuspunkten nach wie vor alle Trümpfe im Kampf um die Meisterschaft in der Hand. Und zudem an den letzten Spieltagen dreimal Heimrecht. Dramatisch zugespitzt hat sich auch die Situation im Ringen um den Klassenerhalt. Mit Hüttenberg (13 Zähler), Ludwigshafen (13 Zähler) Gummersbach (14 Zähler) und Lübbecke (14 Zähler) machen vier Teams die zwei Abstiegsränge untereinander aus, wobei sich der Altmeister aus dem Oberbergischen Land selbst in Schwierigkeiten brachte. Statt des erhofften Befreiungsschlags gab es eine Heimniederlage gegen den direkten Konkurrenten aus Lübbecke. Dem direkten Duell zwischen Hüttenberg und Gummersbach an diesem Spieltag kann also vorentscheidende Bedeutung beikommen.

„Wir sind froh, dass wir damit nichts mehr zu tun haben“, zeigt sich TVB 1898 Stuttgart Trainer Jürgen Schweikardt vor dem württembergischen Derby am Donnerstag erleichtert. Allerdings hat Frisch Auf Göppingen noch eine Rechnung offen mit den WILD BOYS. „Die Göppinger werden hochmotiviert in dieses Lokalderby gehen, schließlich wollen sie die Scharte aus dem Hinspiel auswetzen“, erwartet TVB-Coach Jürgen Schweikardt. Aber das württembergische Derby wird auch in diesem Jahr sein eigenes Gesetz entwickeln. Die Spieler und Verantwortlichen beider Vereine kennen sich untereinander sehr gut, Für Kreisläufer Manuel Späth ist es sicherlich ein ganz besonderes Spiel. Er trug bis in die letzte Saison noch das grün-weiße Trikot von Frisch Auf Göppingen. Zudem waren Michael Kraus und Michael Schweikardt einst im Filstal aktiv. Und auch für die Anhänger der beiden württembergischen Bundesligisten ist es eine spezielle Begegnung. Sie werden am Donnerstag die Stuttgarter Porsche Arena in ein wahres Tollhaus verwandeln, werden ihre Team mit großem Engagement und großer Leidenschaft unterstützen. Und beide Mannschaften können ganz befreit aufspielen.

Quelle: Joachim Gröser, TVB