TVB könnte in Minden Ligaverbleib feiern

Läuft der 31. Spieltag der Handball-Bundesliga nach dem Geschmack des TVB 1898 Stuttgart, könnte das Team von Trainer Jürgen Schweikardt drei Runden vor Saisonende den Ligaverbleib feiern. Erste Voraussetzung ist ein Punktgewinn am Sonntag beim Zwölften TSV GWD Minden.

Das erfolgreiche Frühjahr, unter anderem mit den Siegen in Erlangen und Gummersbach sowie den Teilerfolgen in Leipzig und gegen Berlin, hat die Situation beim TVB deutlich entspannt. Klar indes war, dass sich die Bittenfelder noch gedulden werden müssen, bis der Abstieg auch rechnerisch nicht mehr möglich ist.

Am Sonntag nun könnte es so weit sein. Dazu indes müsste der TVB in Minden punkten – und die Konkurrenz entsprechend mitspielen. Der TVB darf auf der Rückfahrt feiern, falls er

  • in Minden gewinnt sowie Lübbecke und Hüttenberg maximal einen Punkt holen.
  • in Minden gewinnt, Lübbecke oder Hüttenberg nicht mehr als einen Punkt holen und Ludwigshafen verliert.
  • in Minden unentschieden spielt sowie Lübbecke und Hüttenberg punktlos bleiben.

„Wir hätten nichts dagegen, wenn es so laufen würde“, sagt der TVB-Trainer und -Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. Wobei er überzeugt davon ist, dass der TVB nach einem Sieg in Minden nicht mehr in die Bredouille kommen wird. Ungeachtet der Resultate der Konkurrenz. Dennoch: Es gibt schlechtere Gefühle, als völlig entspannt in die finalen Spiele gegen Göppingen, Kiel und Wetzlar zu gehen.

Sollte der TVB zum sechsten Mal in dieser Saison beide Punkte aus fremden Hallen mit nach Hause nehmen, baute er seine – außergewöhnliche – Statistik aus: Als einziges Team in der Liga hat der TVB in der Fremde mehr Punkte geholt als in Stuttgart. 11:19 stehen 7:23 gegenüber. In der Auswärtsbilanz liegt das Team damit auf Rang acht.

Jürgen Schweikardt nimmt diese Statistik wahr – mehr aber auch nicht. „Darüber mache ich mir keine großen Gedanken“, sagt er. Es müsse jedes Spiel separat betrachtet werden, zudem spiele immer die Tagesform eine Rolle. Die habe beim einen oder anderen Heimspiel eben nicht gestimmt. „Oder sie war sehr gut, wie bei unserem Sieg in Erlangen.“

Die Franken haben zwei Punkte weniger auf dem Konto als der nächste Gegner des TVB. Schweikardt schätzt den TSV GWD Minden „in etwa so stark wie Lemgo“ ein. „Das ist eine sehr solide Mannschaft mit vielen erfahrenen Einzelspielern – und mit einem sehr guten Trainer.“ Frank Carstens habe bereits in Magdeburg hervorragende Arbeit geleistet.

Allen voran gegen die Teams aus der hinteren Tabellenhälfte hielten sich die Mindener in dieser Spielzeit meist schadlos und kamen deshalb nicht in ernsthafte Abstiegsgefahr. „Wittert Minden seine Siegchance, ruft es in der Regel seine Leistung ab“, so Schweikardt. Einstellen müsse sich sein Team auf eine stabile Deckung des Gegners. Zudem spiele Minden von den Teams des zweiten Tabellendrittels mit den temporeichsten Handball.

Minden hat den einen oder anderen Spieler in seinen Reihen, der den Unterschied in einem Spiel ausmachen kann. Der rechte Rückraumspieler Christoffer Rambo ist nicht nur sehr wurfstark, der norwegische Nationalspieler gilt auch als einer der besten Anspieler der Liga. Der schwedische Nationalspieler Dalibor Doder zählt trotz seiner fast 39 Jahre immer noch zu den besten Spielmachern der Liga. Länderspielerfahren ist auch das norwegisch/schwedische Kreisläufergespann Magnus Gullerud/Anton Mansson. Aleksandar Svitlica gilt als besonders ausgebuffter Rechtsaußen.

„Wir sind Außenseiter“, sagt Schweikardt. „Aber wir können in Minden gewinnen.“ In der vergangenen Saison gelang dies beim 28:26. Im Hinspiel in dieser Runde musste sich der TVB, allerdings extrem ersatzgeschwächt, mit einem 27:27-Unentschieden zufriedengeben. Der TVB musste ohne Djibril M’Bengue, Felix Lobedank, Simon Baumgarten, Finn Kretschmer, Michael Kraus und Marian Orlowski antreten.

Am Sonntag fehlen Johannes Bitter, Max Häfner, Sascha Pfattheicher und auch Felix Lobedank (Rückenschmerzen). M’Bengue dagegen steht, wie schon gegen Flensburg, wieder im Kader. Nicht ausgeschlossen ist, dass der Leidgeplagte in Minden sein Comeback feiern wird.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW