Spitzenmannschaft zu Gast in Stuttgart

Quasi auf dem Weg zum Viertelfiale der EHF Champions League in Montpellier macht der Tross der SG Flensburg-Handewitt am Donnerstagabend Station in Stuttgart. So könnte man kurz die Terminhatz der Norddeutschen beschreiben, die das Final Four Turnier in Köln anstreben.

Dieses Spiel in Frankreich macht aber deutlich, dass es die WILD BOYS am Donnerstag mit einer absoluten europäischen Spitzenmannschaft zu tun haben. Und auch die Chancen auf die Erringung der deutschen Meisterschaft sind für die Ostseeanrainer noch gegeben. Hier dürfte aber der Vorsprung der Rhein-Neckar Löwen von aktuell vier Zählern zu groß sein, um dieses Ziel noch zu erreichen. Somit liegt der Fokus der Flensburger eher auf der EHF Champions League, wenn auch hier das 28:28 im Viertelfinalhinspiel in der heimischen Halle ein leichter Dämpfer für die Ambitionen war. Aber die SG Flensburg-Handewitt hat die Qualität, in Frankreich zu bestehen. Und zur Saison 2019/20 bekommt der Kader des Bundesligazweiten noch mehr Qualität. Michal Jurecki wird vom polnischen Abonnementmeister und Gewinner der Champions League 2014, KS Vive Kielce, zum Team an der deutsch-dänischen Grenze wechseln.

Der Rückraumspieler soll 2019 Rasmus Lauge ersetzen, der in einem Jahr zum ungarischen Meister Telekom Vezprem wechseln wird. SG-Manager Dierk Schmäschke und Trainer Maik Muchalla werten die Verpflichtung des 1,98 Meter großen, wurfgewaltigen Akteurs laut HANDBALLWOCHE als einen „Transfer-Coup“. Er soll  mithelfen, dass das Team um den exzellenten Torhüter Matthias Andersson wieder die deutsche Meisterschaft erringen kann. In diesem Jahr scheint es auf die Vizemeisterschaft hinaus zu laufen. Fünf Niederlagen in Hannover, Leipzig, Mannheim, Magdeburg sowie zuhause gegen den Dauerrivalen THW Kiel und zwei Unentschieden in Göppingen sowie zuhause gegen Hannover-Burgdorf sind wahrscheinlich zu viel. Die anderen Partien gewannen die Flensburger alle recht souverän.

Im Hinspiel gab es auch für den TVB 1898 Stuttgart beim 28.17 gegen die Flensburger Europa-Auswahl nichts zu holen. Holger Glandorf, Tobias Karlsson, Thomas Mogensen, Lasse Svan, Hampus Wannne, Henrik Toft Hansen, Rasmus Lauge und Kentin Mahé sind die herausragenden Spieler beim mehrmaligen DHB-Pokalsieger und deutschen Meister von 2004. “Wir müssen in diese Partie wie in die Begegnungen gegen die Füchse Berlin und den SC Magdeburg gehen und mit viel Kampfeist versuchen, etwas zu holen“, fordert TVB Stuttgart Trainer Jürgen Schweikardt. Gegen die Füchse Berlin hat diese Marschroute bereits hervorragend funktioniert.

Nach der knappen Niederlage gegen den TBV Lemgo (27:28) beträgt der Vorsprung des TVB weiterhin sechs Zähler auf einen Abstiegsplatz. Bei noch fünf ausstehenden Spielen sollte dies allerdings reichen, ein Ruhekissen ist dieser Abstand aber nicht. Die Teams, die in der Tabelle hinter dem TVB 1898 Stuttgart stehen, werden auf alle Fälle versuchen, näher heran zu kommen. „Jetzt beginnt die Zeit der verrückten Spiele“, hatte WILD BOYS Coach Schweikardt nach dem Sieg von Hüttenberg in Melsungen geäußert. Vielleicht gelingt jetzt auch dem TVB 1898 Stuttgart die Überraschung gegen die SG Flensburg-Handewitt.

Quelle: Joachim Gröser, TVB