TVB möchte Polster ausbauen

Die letzten Ergebnisse im Kampf um den Klassenerhalt haben selbst Handball-Fachleute überrascht. Besonders der 28:27 Erfolg der Ludwigshafener Eulen in Lübbecke war nicht zu erwarten. Aber auch der 28:26 Erfolg des TV Hüttenberg war so sicherlich nicht eingeplant. Eine Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt ist somit noch nicht gefallen.

Um also nicht negativ beeinträchtigt zu werden, sollten die WILD BOYS auf jeden Fall noch zwei Zähler einfahren. 20 Punkte wären dann nicht wohl mehr einzuholen. Eine Vorentscheidung scheint aber in der Frage nach dem deutschen Meister gefallen zu sein. Durch die Berliner Niederlage in Kiel haben die Rhein-Neckar Löwen vier Zähler Vorsprung auf den Zweitplatzierten, die SG Flensburg-Handewitt.

„Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn die 18 Punkte nicht zum Klassenerhalt reichen würden“, hatte TVB-Trainer Jürgen Schweikardt nach dem Auswärtssieg beim VfL Gummersbach gejubelt. Dominik Weiß sorgte mit seinem achten Treffer vier Sekunden vor Schluss für das 26:25 und wurde von seinen Mannschaftskameraden natürlich gebührend gefeiert.

Zwei Wochen zuvor hießen in einem begeisternden und überaus spannenden Spiel die „Matchwinner“ Johannes „Jogi“ Bitter und Stefan Salger. Der Weltmeister von 2007 hielt beim 24:24 gegen den Tabellendritten aus Berlin überragend, und der Linkshänder wuchtete vier Sekunden vor dem Ende die Harzkugel zum Ausgleich in die Maschen. Zuvor hatte der nach der Halbzeit für Nationaltorhüter Silvo Heinevetter eingewechselte Petr Stochl das Füchse-Gehäuse fast verriegelt und mit seinen Paraden dafür gesorgt, dass der Hauptstadtclub nach dem Wechsel einen 12:17 Rückstand aufholte, den ein wie entfesselt aufspielender TVB Stuttgart herausgeworfen hatte. Entsprechend waren auch die Reaktionen nach dem Spiel. „Wir sind sehr enttäuscht, aber 17 Gegentore sind einfach zu viel“, räumte der sichtlich deprimierte Füchse Coach Velimir Petkovic hinterher ein. Freude pur allerdings bei Jürgen Schweikardt. „Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt, sind immer wieder sehr schnell von hinten heraus gekommen“, lobte der Trainer des TVB Stuttgart.

Ähnlich engagiert wie in den letzten beiden Partien müssen die WILD BOYS nun auch am Sonntag  gegen den TBV Lemgo zu Werke gehen. „Wenn wir uns genauso reinhängen wie in den letzten beiden Begegnungen gegen Berlin und Gummersbach, haben wir eine gute Chance, diese Begegnung für uns zu entscheiden“, prophezeit Jürgen Schweikardt. Ob er gegen die Lipperländer wieder auf Torhüter Johannes „Jogi“ Bitter zurückgreifen kann, wird sich erst kurzfristig entscheiden. Aber Jonas Maier hat besonders zuvor gegen Gummersbach bewiesen, dass sich seine Mannschaft in den entscheidenden Szenen auf ihn verlassen kann.

Der TBV Lemgo ist bereits gerettet, hat bei 25 Zählern nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. Dies kommt besonders den jungen Spielern zugute, denen Trainer Florian Kehrmann nun mehr Spielanteile gewähren kann. Davon profitieren besonders die beiden 17-jährigen Julius Rose und Fynn Hangstein, die vom Trainer bei ihren Einsätzen im Drittligateam immer wieder beobachtet werden. An der 23:32 Niederlage im letzten Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt konnten auch die beiden Youngsters nichts ändern.

Quelle: Joachim Gröser, TVB