Baumgarten verlängert, Orlowski nach Lübbecke

Nach dem 26:25-Sieg in Gummersbach dürfte für den Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart im Abstiegskampf nichts mehr anbrennen. Nahezu abgeschlossen sind die Personalplanungen: Simon Baumgarten bleibt ein weiteres Jahr, Marian Orlowski wechselt zum TuS N-Lübbecke.

Seit 2004 trägt Simon Baumgarten (32) das TVB-Trikot und ist damit der dienstälteste Spieler im Team. Der Kreisläufer stieg mit dem TVB von der Regionalliga in die 1. Liga auf und hat nun seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2019 verlängert. „Simon lebt den TVB“, so der TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt in einer Pressemitteilung des Vereins. „Er hat in den vergangenen Jahren immer seine Leistung gebracht.“

Der Rückraumspieler Marian Orlowski hingegen muss den TVB verlassen. Beim Liga-Konkurrenten TuS Nettelstedt-Lübbecke wird der 24-Jährige einen Zweijahres-Vertrag unterschreiben. „Das war die schwierigste Entscheidung, die wir dieses Jahr treffen mussten“, sagt Schweikardt. Orlowski habe sehr gute Spiele gezeigt. Nach der Verpflichtung von Lukas von Deschwanden sei aber klar gewesen, „dass wir einem Rückraumspieler keinen Vertrag mehr geben können“.

Damit ist beim TVB sechs Spieltage vor Saisonschluss lediglich noch eine Personalie offen – eine wichtige allerdings: Der TVB hofft, dass Jogi Bitter ein weiteres Jahr dranhängt. Der Torhüter und Jürgen Schweikardt haben in den vergangenen Wochen immer wieder betont, „in guten Gesprächen“ zu sein. Fix indes ist noch nichts.

In diesen Tagen hat der Weltmeister von 2007 ein bisschen mehr Zeit, sich Gedanken um seine Zukunft zu machen. Gezwungenermaßen. Die Reise nach Gummersbach machte Bitter wegen Rückenproblemen erst gar nicht mit, die Diagnose steht noch aus. Sein Vertreter Jonas indes machte seine Sache, nach ein paar Anlaufschwierigkeiten, sehr gut und hatte wesentlichen Anteil am 26:25-Sieg des TVB. Von seinem Trainer bekam der 24-Jährige ein Extra-Lob. „Ich freue mich sehr für Jonas“, sagt Jürgen Schweikardt. Er trainiere stets mit maximalem Einsatz, auch wenn die Spielzeiten hinter Bitter überschaubar seien. „Jonas hat einen super Charakter und stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft. Nur so kann ein Team funktionieren.“

In prima Form präsentierte sich erneut Dominik Weiß. Acht von elf Würfen landeten im Gummersbacher Tor, zudem war Weiß auch ein wichtiger Faktor in der Deckung – wobei der TVB in den ersten 20 Minuten hier nicht die Standfestigkeit der vergangenen Spiele hatte. „Das kann uns immer mal wieder passieren“, sagt Schweikardt. Wie gegen Hüttenberg, hätten seine Spieler zu offensiv agiert. Entscheidend sei, dass die Mannschaft aus den Fehlern schnell lerne und in die Spur zurückfinde. Nach 25 Minuten präsentierte sich die Abwehr gewohnt kompakt und ging mutig in die Zweikämpfe. Bestes Beispiel, wie sich ein Spieler während einer Partie steigern könne, sei Manuel Späth gewesen, so Schweikardt. In seinem Jubiläumsspiel hatte der Routinier im Mittelblock zu Beginn kaum Zugriff, in den zweiten 30 Minuten verlor er fast keinen Zweikampf mehr.

Das 26:25 in Gummersbach war nicht nur der fünfte Auswärtssieg des TVB in dieser Saison. Zum fünften Mal in Folge blieb er ohne Niederlage – das gab’s noch nie in fast drei Jahren erste Liga. Überdies scheint der TVB unter Jürgen Schweikardt besonderen Gefallen an engen Matches gefunden zu haben: Von den sieben Punktspielen unter der Regie des Geschäftsführers endeten sechs mit einem Tor Differenz oder unentschieden. In den jüngsten beiden Partien machte der TVB mit dem letzten Angriff den Punkt (beim 24:24 gegen Berlin) oder den Sieg perfekt, wie am Donnerstag in Gummersbach. In Leipzig (24:24), gegen Hüttenberg (30:30) und Magdeburg (31:32) hatten die Bittenfelder ein besseres Resultat mit dem finalen (Fehl-) Wurf verpasst.

So oder so: Mit 18 Punkten kann der TVB die verbleibenden sechs Aufgaben (siehe rechts) ziemlich entspannt angehen. „So lange allerdings der Abstieg rechnerisch noch möglich ist, müssen wir genauso zielstrebig weiterspielen“, sagt Schweikardt.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW