TVB kann – fast alles – klarmachen

Zwei Siege, drei Unentschieden und eine Niederlage: Die Bilanz des Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart unter Trainer Jürgen Schweikardt lässt sich sehen. Mit einem Sieg an diesem Donnerstag (19 Uhr/ZVW-Liveticker) beim Tabellennachbarn VfL Gummersbach könnte der TVB für eine Vorentscheidung im Abstiegskampf sorgen.

Häufig haben die TVB-Fans die Porsche-Arena enttäuscht verlassen, im jüngsten Heimspiel indes war das ganz anders: Überraschend klauten die Bittenfelder dem Tabellenzweiten Füchse Berlin beim 24:24 einen Zähler. „Der war nicht nur wichtig für unser Punktekonto, sondern auch fürs Umfeld“, sagt der Trainer und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt.

Wobei, wie schon beim 24:24 in Leipzig, sogar ein Sieg drin war für den TVB: Mit sieben Toren hatte er in Leipzig geführt, mit sechs gegen die Füchse. „Die Gedanken an den Spielverlauf in Leipzig haben uns aus der Konzentration gebracht“, sagt Schweikardt. „Wir müssen nun aus diesen Spielen unsere Erfahrungen ziehen.“ Ziel sei, die Wellen während der 60 Minuten kleiner zu halten.

Großartige Schwankungen darf sich der TVB auch an diesem Donnerstag nicht leisten gegen ein Team, das bei vier Punkten Abstand auf die Abstiegsplätze längst noch nicht auf der sicheren Seite ist. Etwas überraschend, schließlich ist der Kader des VfL Gummersbach ordentlich besetzt.

Vom Start weg lief’s nicht rund bei den Oberbergischen, deshalb trennte sich der VfL bereits im November von seinem Trainer Dirk Beuchler. Schwankend blieben die Leistungen jedoch auch unter dessen Nachfolger Denis Bahtijarevic. Keine guten Erinnerungen hat der TVB ans Hinspiel. Bei der 22:26-Niederlage in der Porsche-Arena erwischte er einen schwachen Tag.

„Da haben wir die Chance verpasst, uns in ruhigeren Bahnen zu bewegen“, sagt Schweikardt. „Das war schon ernüchternd.“ Statt sich mit 8:8 Punkten in Richtung Mittelfeld zu orientieren, musste sich der Blick wieder nach unten richten.

Fast aller Abstiegssorgen entledigen könnte sich der TVB mit einem Sieg beim zwei Punkte schlechter platzierten Gegner. „Das wäre zweifellos ein Riesenschritt für uns, bei 18 Punkten wäre es für die anderen Mannschaften schwer, uns noch einzuholen.“ Schweikardt erwartet allerdings einen extrem motivierten Gegner.

Der VfL werde „mit dem Messer zwischen den Zähnen“ auflaufen. Allen voran in der Anfangsphase müsse sich sein Team darauf einstellen und – ähnlich wie in Ludwigshafen – konsequent dagegenhalten. Der VfL muss zwar, wie im Hinspiel, auf seinen verletzten Nationalspieler Simon Ernst verzichten. Reichlich Qualität ist dennoch im Kader.

Unter anderem im Tor mit Nationalkeeper Carsten Lichtlein oder im Rückraum mit den international erfahrenen Erwin Feuchtmann (Chile) und Josef Pujol (Schweden). Letzterer wurde bei der jüngsten 23:29-Niederlage in Kiel geschont.

„Das zeigt, dass die Gummersbacher sich voll auf das Spiel gegen uns konzentrieren“, so Schweikardt. Simon Baumgarten trainierte nach seinem Muskelfaserriss diese Woche wieder, seinem Einsatz dürfte nichts im Wege stehen. Auch Djibril M’Bengue ist zurück im Mannschaftstraining. „Er braucht aber noch ein bisschen“, sagt sein Coach. Die Chance, dass er noch in dieser Saison ein Comeback feiern wird, sei aber da.

Nichts Neues gibt’s in der Trainerfrage. „Vor Mai wird es wohl nichts zu vermelden geben“, sagt Jürgen Schweikardt.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW