Stuttgart erkämpft sich Auswärtserfolg

Der TVB 1898 Stuttgart hat einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Nach schwachem Start und zwischenzeitlichem Fünf-Tore-Rückstand kämpften sich die Wild Boys zum Ende der ersten Halbzeit in die Partie und setzten sich am Ende knapp mit 26:25 (14:15) beim VfL Gummersbach durch.

Abstiegskampf in Gummersbach und die Partie nahm nach rund drei Minuten Fahrt auf. Josef Pujol tankte sich durch die Stuttgarter Deckung, auf der Gegenseite konnte aber dann Dominik Weiß egalisieren. Fortan ging es hoch her in der Schwalbe-Arena – Moritz Preuss deutlich, dass er bis zu seinem Wechsel nach Magdeburg Mitte 2019 weiterhin vollen Einsatz zeigt und erkämpfte sich vom Kreis das 2:1. Nach dem ersten Gegenstoß, den Zhukov zum 3:1 verwandeln konnte, schafften es die Hausherren eine knappe Führung zu etablieren.

Die Abwehrreihen waren noch nicht großartig in Erscheinung getreten, auch Jonas Maier, der den verletzten Johannes Bitter vertrat, und Carsten Lichtlein konnten noch keine entscheidenden Impulse setzen. Letzterer konnte immerhin zum Beginn den Rückstand gegen Jubilar Manuel Späth (400. HBL-Spiel) verhindern. Und Maier hatte das Pech, dass nach seinen Paraden die Abpraller immer in den Händen der Hausherren landeten.

Als die Oberberger dann aber mit drei Toren in Serie zum 9:5 (14.) wegzogen, musste Jürgen Schweikardt dann die erste Auszeit beantragen. Schagens Wurf landete aus guter Position am kurzen Pfosten und im Gegenzug schaffte Preuss die erste Fünf-Tore-Führung. Bei diesem Vorsprung pendelte sich die Partie ein, unter anderem weil Maier einen Siebenmeter von Sommer hielt und einen größeren Rückstand verhinderte und Stuttgart nicht seine Chancen zum Verkürzen verwerten konnte.

Erst Michael Kraus schaffte den langen Wurf ins verwaiste Gehäuse zum 15:12 (28.) während Eirik Köpp eine Zeitstrafe absaß. Und als der Weltmeister von 2007 wenig später nach einer Maier-Parade gar auf zwei Tore verkürzte, musste Denis Bahtijarevic seine Mannschaft zum Gespräch bitten. Doch die Gastgeber fanden nicht mehr in die Spur zurück, stattdessen fing sich in der Schlussminute Marcel Timm eine Zeitstrafe ein und Kraus konnte noch vor dem Seitenwechsel den Anschluss (15:14) herstellen.

Für den zweiten Durchgang kam Matthias Puhle ins Gummersbacher Gahäuse und der verhinderte auch prompt viermal den durchaus möglichen Ausgleich, ehe er dann doch gegen Salgers Wurf (36.) zum 15:15 machtlos war. Die Schwaben hatten sogar die Chance zur Führung, vertändelten jedoch den Ball und so war es Schröter in der ersten Welle, der die halbzeitübergreifende Torflaute des VfL nach über zehn Minuten beenden sollte.

Es blieb eine zähe Partie, die vor allem Maier und Puhle prägten und in der Sascha Pfattheicher vom rechten Flügel mit einem Doppelpack zum 16:18 (43.) die erste Gästeführung herstellte und die zweite Auszeit der Hausherren erzwang. Der 20-Jährige Linkshänder drehte in den Folgeminuten auf, legte den Kempa auf Schweikardt zum 17:19 auf und erzielte die erste Drei-Tore-Führung (45.) wenig später.

Diese etablierten die Gäste erstmal, doch Gummersbach konnte eine Zeitstrafe gegen Röthlisberger zum Anschluss nutzen und mit dem 21:22 durch Becker wurden die letzten zehn Minuten eingeläutet. Lichtlein nahm einen Siebenmeter von Kraus weg, doch seine Vorderlute konnten die Chance zum Ausgleich nicht nutzen.

Es wurde eine Nervenfrage, Schweikardt setzte seinen Siebenmeter über das Tor und Feuchtmann scheiterte an Maier. Baumgarten erlöste die Gäste, im Gegenzug erlaubte sich Pujol einen unnötigen Fehler, so dass Weiß zum 21:24 (54.) stellte und die letzte Auszeit von Bahtijarevic erzwang.

Die Oberberger mobilisierten noch einmal die letzten Kräfte, Bumgärtner und zweimal Schröter nutzten im Angriff ihre Chancen und egalisierten zum 24:24 (58.). Die Abwehr, die in dieser Phase auch stark gearbeitet hatte, ließ dann aber Baumgarten am Kreis sträflich frei stehen und hielt sein Team in der Vorlage.

Gummersbach hatte durch Pujol noch ein Ass im Ärmel, so dass es mit einem 25:25 in die Schlussminute ging. Die Gäste spielten die Zeit clever runter, nahmen sechzehn Sekunden vor dem Ende noch eine Auszeit und erzielten dann durch Weiß den entscheidenden Treffer, Maier hielt anschließend noch den Verzweiflungswurf von Tobias Schröter.

Quelle: handball-world.news