Manu Späth vor 400. Spiel

Im zwölften Jahr spielt Manuel Späth in der ersten Handball-Bundesliga, an diesem Donnerstag feiert der Kreisläufer des TVB ein Jubiläum: In der Gummersbacher Schwalbe-Arena wird der 32-Jährige sein 400. Ligaspiel bestreiten.

Herr Späth, in Gummersbach werden Sie Ihre 400. Bundesligapartie bestreiten. Sind die Spiele eigentlich in der Datenbank der HBL ausgewiesen oder führen Sie eine eigene Statistik?

Da ich ja so gut wie nie verletzt war und nur einmal, bei der Geburt unserer Tochter, gefehlt habe, war die Anzahl der Spiele relativ leicht auszurechnen. Sicherlich führt die HBL auch eine Statistik, wobei die vor allem in den Anfangsjahren möglicherweise nicht immer ganz so genau war. Außerdem gab’s die eine oder andere Abweichung, weil Spiele unterschiedlich gewertet wurden. Beispielsweise durch die Insolvenz des HSV.

Was bedeutet die Zahl von 400 Spielen für Sie?

Zunächst einmal ist es etwas Schönes, mit 20 Jahren sein erstes Bundesligaspiel zu machen. Zu diesem Zeitpunkt weiß man ja nicht, was einen noch erwartet. Nach fast zwölf Jahren bin ich schon ein bisschen stolz, so lange auf diesem Niveau gespielt zu haben. Und so ein Jubiläumsspiel ist immer etwas Besonderes, es ist eine beachtliche Zahl.

Ihr Vertrag beim TVB läuft noch ein Jahr – plus Option für eine weitere Saison. Wenn Sie die 500er-Marke knacken möchten, müssen Sie aber noch eine weitere Saison dranhängen. Gibt’s schon Pläne?

Das ist natürlich ein schöner Anreiz, noch ein bisschen weiterzumachen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Wie lange ich noch spielen werde, mache ich aber sicher nicht von irgendeiner Zahl abhängig. Entscheidend ist, wie mein Körper mitmacht. Derzeit fühle ich mich jedenfalls topfit.

In elf Jahren bei FA Göppingen haben Sie einige Kämpfe ausgefochten, nervenaufreibender als erhofft ist Ihre erste Saison beim TVB. Nach zehn Niederlagen in Folge musste Markus Baur gehen, unter Jürgen Schweikardt holte der TVB in sechs Spielen sieben Punkte. War der Trainerwechsel also die richtige Entscheidung?

Wenn die Punktausbeute der Maßstab ist, kann dieser Aussage keiner widersprechen. Ich denke aber, es sind viele Faktoren dafür verantwortlich, dass wir jetzt erfolgreicher spielen. Der Sieg in Ludwigshafen war enorm wichtig, um den Schalter umzulegen. Hinzu kommt, dass wir mittlerweile – im Gegensatz zur Hinrunde – fast wieder den kompletten Kader beisammenhaben. Jürgen hat sicherlich seinen Anteil, auch wenn Markus die Grundlagen gelegt hat. Jeder Trainer macht ein bisschen etwas anders und setzt neue Impulse. Ich denke, es war wichtig, dass Jürgen am Anfang den Fokus auf die wesentlichen Dinge gelegt hat. Wir haben uns auf wenige Spielzüge konzentriert. Auch spielt der eine oder andere jetzt mit viel mehr Selbstvertrauen. Das beste Beispiel ist Dominik Weiß.

Sieben Spiele vor Saisonende hat der TVB sechs Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Wie viele Zähler braucht der TVB noch, um auf der sicheren Seite zu sein?

Ich glaube, mit zwei weiteren Punkten sind wir so gut wie durch. Am besten, wir holen die gleich am Donnerstag in Gummersbach. Allzu sicher jedoch dürfen wir uns auch dann nicht sein, weil’s in der Endphase der Saison immer mal wieder überraschende Ergebnisse gibt.

Auch die dritte Spielzeit in der ersten Liga wird für den TVB eine Zittersaison gewesen sein. Tritt der Verein auf der Stelle oder sehen Sie eine Weiterentwicklung?

Der TVB hat sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt. Es ist eigentlich klar, dass das nicht jedes Jahr so weitergehen kann. Sicherlich hatten wir uns in dieser Saison ein bisschen mehr erhofft. Wir haben über weite Strecken nicht das abgerufen, was wir können. Aber das ist zu großen Teilen auch dem Verletzungspech geschuldet. Andererseits: Sollten wir in Gummersbach gewinnen, wären wir sechs Spieltage vor Schluss so gut wie gerettet. In der vergangenen Saison haben wir den Ligaverbleib erst am letzten Spieltag perfektgemacht. Komplett verfehlt also haben wir unser Saisonziel, einen frühzeitigeren Klassenverbleib, also nicht. Außerdem haben wir gerade in den vergangenen Wochen in den Spielen gegen Magdeburg, Leipzig und Berlin gezeigt, dass wir mit den Top-Teams mithalten und sie teilweise dominieren können. Nur eben noch nicht über 60 Minuten.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW