TVB kann nur einen Punkt ergattern

Ein packendes Duell lieferten sich der TVB 1898 Stuttgart und der TV Hüttenberg. Mit wechselnden Führungen ging es durch den ersten Abschnitt, im zweiten legten dann die Gäste vor und mussten im letzten Stuttgarter Angriff dann aber bangen. Am Ende blieb es beim 30:30 und einer insgesamt gerechten Punkteteilung. Für Hüttenberg, das mit dem zehnfach erfolgreichen Ragnar Johannsson den besten Schützen der Partie stellte, war es das dritte Unentschieden in Serie, dieses bescherte den zehnten Pluspunkt und hält die Hoffnung im Kampf um den Klassenverbleib aufrecht. Stuttgart liegt als Tabellenfünfzehnter weiterhin vier Punkte vor dem Konkurrenten.

Ein richtungweisendes Spiel stand für beide Teams auf dem Programm: Stuttgart wollte den Rückenwind nach dem Auswärtssieg in Erlangen nutzen und sich weiter von den Abstiegsplätzen absetzen, auf einem solchen liegend reiste der TV Hüttenberg an. Allerdings ebenfalls mit breiter Brust, zuletzt war im Derby nach beeindruckender Aufholjagd gegen die HSG Wetzlar ein Punktgewinn gelungen, nach dem Unentschieden in Lübbecke das zweite Spiel ohne Niederlage.

Hüttenberg setzte durch Dominik Mappes auch den ersten Treffer der Partie, Bobby Schagen und Dominik Weiß holten die Führung allerdings umgehend auf die Seite der Hausherren. Doch die Hausherren kassierten dann eine frühe Zeitstrafe, Mario Fernandes und Ragnar Johannsson nutzten diese. Die Stuttgarter durften wieder komplettieren, doch als Weiß in der Offensive liegen blieb, bot sich Hüttenberg im Angriff eine erneute Überzahl. Während Weiß vom Parkett humpelte, stand nach einem Wernig-Treffer ein 2:4 auf der Anzeigetafel.

Weiß war allerdings kurz darauf wieder auf dem Parkett und auch sein Team meldete sich zurück: Manuel Späth traf, der angeschlagen in die Partie gegangene Michael Schweickardt holte einen Siebenmeter heraus, den Michael Kraus zum 4:4 verwandelte. Bitter war bei einer Kegeleinlage von Dominik Mappes zur Stelle und auf der Gegenseite sorgte Bobby Schagen dann mit dem 5:4 für den Führungswechsel. Die Gastgeber fanden nun immer wieder Lösungen gegen die offensiv ausgerichtete Deckung der Gegner, doch auch dank der Paraden von Fabian Schomburg hielten die Gäste zunächst den Anschluss.

Nach dem 9:9, Tomas Sklenak hatte getroffen, schienen die Stuttgarter das Heft dann aber in die Hand zu bekommen. Bobby Schagen, Michael Kraus und Sascha Pfattheicher sorgten mit einer Dreier-Serie beim 12:9 für die erste Drei-Tore-Führung der Partie. Kurtagic nahm die Auszeit, sein Team verkürzte wieder auf ein Tor, wurde dann in der Deckung aber erneut von den Stuttgartern mit druckvollem Kombinationsspiel auseinandergezogen, Manuel Späth schloss zum 14:11 ab. Aber wieder kam der TVH zurück, ein Doppelschlag von Ragnar Johannsson sorgte für den 14:13-Pausenstand.

Und Johannson setzte auch den ersten Akzent im zweiten Abschnitt, auf seinen Ausgleich folgte durch Christian Rompf dann sogar wieder eine Führung der Hüttenberger. Die Gäste legten weiter vor, Stuttgart hingegen tat sich schwer. Mit einem verwandelten Siebenmeter legte Daniel Wernig sogar zwei Treffer zwischen die Teams, das schien aber der Weckruf für die Stuttgarter, die nach einem Kraus-Treffer und einer Parade des eingewechselten Maier erst durch Röthlisberger ausglichen und dann durch Schweickardt beim 19:18 wieder vorlegten.

Beeindruckt zeigten sich die Hüttenberger davon aber nicht, auch nicht von einem weiteren Treffer des nur bei Freiwürfen für wenige Sekunden eingewechselten Stefan Salger oder einer Parade des ins Tor zurückgekehrten Johannes Bitter. Sie glichen zunächst umgehend wieder aus, übernahmen durch den stark aufspielenden Ragnar Johannsson wieder die Führung und bauten diese durch den ebenfalls gut aufgelegten Mappes eine Viertelstunde vor Spielende beim 22:24 sogar auf zwei Tore aus.

Wenn sich die Deckung des TVH formieren konnte, stand sie gut – die 3:2:1-Formation bremste immer wieder derfolgreich den Spielaufbau des Gegners, zudem war Matthias Ritschel mehrfach zur Stelle. In der Offensive gelangen zudem teils sehenswerte Treffer, wie der Bodenpass von Routinier Sklenak auf Fernandes. Die Gäste überstanden auch zwei Zeitstrafen nahezu unbeschadet, hielten die Zwei-Tore-Führung. Stuttgart konnte nach dem Anschlusstreffer von Dominik Weiß und einem Block von Manuel Späth durch Schweickardt, der sich trotz Bedrängnis nicht am Wurf hindern ließ, beim 27:27 dann allerdings sechs Minuten vor dem Ende wieder ausgleichen.

Die Weichen für eine packende Schlussphase waren gestellt, Hüttenberg legte zunächst wieder vor, Michael Kraus und Dominik Weiß aber sorgten jeweils umgehend für den Ausgleich. Die Chance auf die Führung aber verpassten die Gastgeber, zunächst durch einen Siebenmeter von Michael Kraus, der an Schomburg scheiterte. Aus gleicher Distanz antwortete dann aber Schweickardt auf den nächsten TVH-Treffer durch Mappes. In der hektischen Schlussminute verlor zunächst Hüttenberg den Ball, dann kam das Kreisanspiel der Stuttgarter nicht an – bei drei Sekunden und Freiwurf am eigenen Kreis versuchten es die Gäste mit einer “Hail Mary” im Sinne eines langen Kempa-Anspiels, das Johannes Bitter allerdings abfing und so die Punkteteilung besiegelte.

 

Quelle: www.handball-world.news