Ein Duell mit reichlich Zündstoff

Jogi-Bitter-Huettenberg

Mit einem Sieg gegen den Vorletzten TV Hüttenberg am Sonntag in der ausverkauften Scharrena vergrößerte der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart seinen Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf sechs Punkte. „Die Bedeutung des Spiels ist extrem hoch“, sagt der Trainer Jürgen Schweikardt. Bitter: Für Max Häfner (Rückenprobleme) ist die Saison beendet.

Die Seuche beim TVB scheint in dieser Saison kein Ende zu nehmen: Nun hat es den Linksaußen Max Häfner erwischt – und zwar so sehr, dass er in dieser Runde nicht mehr auf das Spielfeld zurückkehren wird. Der 21-Jährige klagt schon eine ganze Weile über Rückenbeschwerden. Nach eingehenden Untersuchungen hat Häfner nun ein Sportverbot bekommen und steht vermutlich vor einer Operation an der Wirbelsäule. „Das tut mir sehr leid für Max, aber die Gesundheit geht vor“, sagt der TVB-Trainer und -Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. Häfner habe zuletzt vor allem in der Defensive große Fortschritte gemacht.

Auf jeden Fall ausfallen werden am Sonntag außer dem Langzeitverletzten Djibril M’Bengue auch noch Tobias Schimmelbauer (Außenbandriss) und Robert Markotic (Sehnenanriss im Hüftbeuger). Auch für Michael Schweikardt (Muskelfaserriss im Oberschenkel) dürfte ein Einsatz noch zu früh kommen. Felix Lobedank (Achillessehne) und Finn Kretschmer (Fingerbruch) haben zwar trainiert. „Ob’s fürs Spiel reichen wird, wissen wir noch nicht“, sagt der Coach. Einsatzbereit dagegen ist Sascha Pfattheicher, der in Erlangen umgeknickt war. Martin Kienzle aus dem Württembergliga-Team wird erneut aushelfen.

Der Trainer muss also, wie sein Vorgänger Markus Baur, wieder einmal kräftig improvisieren. Und das in einem Spiel, in dem für beide Kontrahenten eine ganze Menge auf dem Spiel steht. Für den TVB ist es noch wegweisender als jenes in Ludwigshafen. „Aber auch diese Partie ist kein Endspiel, es geht danach noch weiter.“

Ein Sieg steigerte jedenfalls die Chancen des TVB auf den Klassenverbleib immens. Sechs Punkte lägen im Erfolgsfall zwischen dem TVB und dem ersten Abstiegsrang – vorausgesetzt, das Schlusslicht Eulen Ludwigshafen holt aus den beiden Partien an diesem Donnerstag gegen die HSG Wetzlar und am Sonntag beim TSV GWD Minden nicht mehr als zwei Zähler.

Mit vier weiteren Punkten aus den dann verbleibenden neun Partien hätte sich der TVB wahrscheinlich sämtlicher Sorgen entledigt. So weit indes blickt Jürgen Schweikardt nicht in die Ferne. Zunächst gilt’s, die Hürde TV Hüttenberg zu überspringen. Die Mittelhessen haben zwar nur zwei von 24 Spielen für sich entschieden und im einen oder anderen Match kräftig Lehrgeld gezahlt. Mindestens genauso oft indes hat der Aufsteiger seine Gegner an den Rand der Verzweiflung gebracht.

Etliche achtbare Resultate erzielte das Team von Trainer Emir Kurtagic in der Hinrunde, zuletzt erwies es sich wieder als äußerst widerspenstiger Kontrahent: Sowohl in Lübbecke (26:26) als auch gegen Wetzlar (22:22) hatten die Hüttenberger eine Minute vor der Schlusssirene noch geführt.

Jürgen Schweikardt zeigt sich beeindruckt von jüngsten Auftritten der Hüttenberger. „Da müssen wir ein riesiges Brett bohren und uns auf einen sehr emotionalen Auftritt gefasst machen“, sagt er. Mit spielerischen Mitteln alleine werde dem eingespielten, im Kollektiv starken Gegner, der mit viel Selbstvertrauen nach Stuttgart reise, nicht beizukommen sein.

Im Hinspiel erwischte der TVB beim 28:23-Sieg einen sehr guten Tag, für Schweikardt war’s gar die spielerisch beste Vorstellung in der Hinrunde. Wobei der TVB davon profitierte, dass der Hüttenberger Spielmacher Tomas Sklenak bereits nach 17 Minuten mit der Roten Karte vom Spielfeld musste. „Auf ihn und Dominik Mappes müssen wir ein besonderes Auge haben“, sagt Schweikardt.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW