TVB hofft auf 6. Saisonsieg

Bobby-Schagen-Erlangen

Gut präsentiert haben sich die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart, trotz der Niederlagen, gegen Magdeburg und Wetzlar. Bauchpinseleien bringen den TVB im Abstiegskampf allerdings nicht weiter, Punkte müssen schleunigst her. Der nächste Gegner steht zwar nur zwei Plätze besser da als der TVB, der HC Erlangen zählt aber nicht zu den Lieblingsgegnern.

Nach drei Spielen – einem Sieg und zwei knappen Niederlagen – unter der Regie von Jürgen Schweikardt ist’s noch zu früh, um zu beurteilen, inwieweit sich der Trainerwechsel ausgezahlt hat bei den Bittenfeldern. Klar ist aber, dass sich der TVB nach seinen zuletzt sehenswerten, aber erfolglosen Auftritten allmählich belohnen muss. Elf Möglichkeiten hat er noch, die nächsten beiden Spiele zählen zur Kategorie lösbar.

Bevor am Sonntag in einer Woche der Vorletzte TV Hüttenberg in der Scharrena zu Gast sein wird, muss der TVB an diesem Samstag (20.30 Uhr) nach Nürnberg. In der über 8000 Fans fassenden Arena wartet der HC Erlangen. Der Tabellendreizehnte hat fünf Punkte mehr gesammelt als der TVB, beide Teams gingen in dieser Saison fünfmal als Sieger vom Spielfeld. Wobei bei den Erlangern drei Auswärtserfolgen lediglich zwei Heimsiege gegenüberstehen. Die Chancen für den TVB auf den vierten Auswärtssieg stehen prinzipiell also so schlecht nicht.

Allerdings hat der TVB keine besonders guten Erinnerungen an den HC Erlangen. Am zweiten Spieltag, nach dem überraschenden 29:27-Auftaktsieg gegen die MT Melsungen, waren die Bittenfelder mit großen Erwartungen und der Aussicht auf 4:0 Punkte ins Spiel gegen den HCE gegangen und mussten sich mit 29:31 geschlagen geben. Die Gäste legten einen starken Auftritt aufs Parkett der Scharrena, ihrem Trainer Robert Andersson indes nützte der nichts: Nach sieben Spieltagen und 5:9 Punkten musste der Schwede bereits gehen. Die Verantwortlichen waren mit der sportlichen Bilanz nicht zufrieden.

Ein paar Tage später präsentierte der HCE seinen neuen Trainer. Adalsteinn Eyolfsson hatte beim Ligakonkurrenten TV Hüttenberg um die vorzeitige Freigabe gebeten, dem Angebot der Franken konnte der Isländer offensichtlich nicht widerstehen.

Besonders erfolgreich indes war die neue Liaison zunächst nicht: Acht Spiele in Folge blieben die Erlanger ohne Sieg, ehe sie mit dem 28:25 in Göppingen überraschten. Dennoch: Zwölf Punkte zur Winterpause waren keine besonders gute Ausbeute.

Das neue Jahr lief deutlich besser an – abgesehen von der 20:29-Heimniederlage im ersten Spiel gegen die SG Flensburg-Handewitt. Auf das 24:24 in Lemgo und das 26:26 gegen Minden folgte zuletzt das überzeugende 29:24 in Gummersbach. Bei einem weiteren Sieg gegen den TVB hätten die Erlanger die letzten Restzweifel am Ligaverbleib beseitigt.

Der TVB-Trainer hat großen Respekt vor dem Gegner. „Am Anfang lief’s nicht so gut bei Erlangen, mittlerweile hat sich die Mannschaft aber stabilisiert“, sagt Jürgen Schweikardt. „Vom Kader her gehört Erlangen auf jeden Fall ins Tabellenmittelfeld.“

Nach dem Aufstieg in der Saison 2015/2016 überraschte der HC Erlangen mit Rang neun, diesen Platz wollte er in der zweiten Saison bestätigen und hat dafür einige Veränderungen im Kader vorgenommen. Für die Rechtsaußen-Position kam der deutsche Nationalspieler Johannes Sellin, aus Gummersbach Andreas Schröder und aus Paris der slowenische Nationaltorhüter Goradz Skof, der mit Nikolas „Katze“ Katsigiannis ein starkes Duo bildet. Sehr gut eingeschlagen haben die beiden anderen Neuzugänge Nico Büdel (HSC Coburg) und Christoph Steinert (SC DHfK Leipzig). Kopf der Mannschaft ist der Ex-Göppinger Nationalspieler Michael Haaß. Zu den weiteren Stützen im Team zählen der Rückraumspieler Nikolai Link und Martin Stranovsky. Der slowakische Nationalspieler kam 2014 aus Barcelona zu den Franken.

„Wir wissen, wie schwer das für uns wird, dort etwas mitzunehmen“, sagt Schweikardt. „Und wir wissen auch, dass wir nicht immer so gut spielen können wie zuletzt.“ Das Niveau aus dem Pokalspiel in Wetzlar dürfte der TVB allerdings schon brauchen, um den sechsten Saisonsieg einzufahren. Es wäre der erste Erfolg gegen den HCE in der ersten Liga, in der vergangenen Spielzeit ging der TVB beim 26:30 und 24:27 zweimal leer aus.

Bis auf den Langzeitverletzten Nicolai Theilinger stehen dem HC Erlangen alle Spieler zur Verfügung. Der TVB bangt um den Einsatz des erkrankten Simon Baumgarten. Dafür besteht die Chance, dass Finn Kretschmer nach seinem Fingerbruch sein Comeback feiert. Tobias Schimmelbauer und Felix Lobedank könnten im nächsten Spiel gegen den TV Hüttenberg am Sonntag in einer Woche wieder einsatzfähig sein. Robert Markotic dagegen wird sich noch gedulden müssen.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW