Die Entwicklung stimmt

Häfner-Späth-Wetzlar

Das Pokal-Aus schmerzt den Trainer und Geschäftsführer des TVB 1898 Stuttgart auch am Tag danach, weil die Chance aufs Halbfinale gegeben war. Dennoch blickt Jürgen Schweikardt zuversichtlich nach vorne. „Wir haben uns gegen Magdeburg und in Wetzlar sehr gut präsentiert“, sagt er. „Jetzt müssen wir schauen, dass wir diese Leistungen auch in Ergebnisse ummünzen.“

Überglücklich und in bester Laune präsentierte sich der Trainer der HSG Wetzlar in der Pressekonferenz nach dem hart erkämpften 25:21-Sieg gegen den TVB 1898 Stuttgart – und lobte den Gegner in den höchsten Tönen.

Erstens dafür, dass sich der TVB im Vorfeld dazu bereiterklärt hatte, das Spiel auf Wunsch der HSG um ein paar Tage vorzuverlegen. Am ursprünglichen Termin ist die Rittal-Arena anderweitig belegt. „Um ein Haar hätten wir kein Heimspiel gehabt“, sagte Kai Wandschneider. „Ich weiß nicht, wie wir an einem neutralen Ort ausgesehen hätten.“ Das Entgegenkommen des TVB finde er jedenfalls „großartig, für mich ist das ein Ding für den Fairnesspreis“.

Ein dickes Lob gab’s vom Wetzlarer Coach auch für die sportliche Leistung des TVB. Die Defensive sei hervorragend organisiert gewesen, der TVB habe „sensationell“ gedeckt. „Das ist seit zwei Spieltagen nicht Stuttgart, sondern Stuttgart reloaded“, so Wandschneider.

„Wenn man gewinnt, ist es leichter, Komplimente zu verteilen“, sagte Jürgen Schweikardt. Aber natürlich freue er sich immer über ein Lob. Dass der TVB einer Spielverlegung zugestimmt habe, sei dagegen eine Selbstverständlichkeit. „Wenn es Hallenprobleme gibt, sollten beide Vereine nach einer gemeinsamen Lösung suchen. Dasselbe hätte ich auch von Wetzlar erwartet.“

Viel fehlte nicht und der Traum vom Final Four in Hamburg hätte sich für die Bittenfelder erfüllt. Dabei hatte der TVB einen klassischen Fehlstart erwischt, war schnell mit 0:4 in Rückstand geraten. „Das war ärgerlich und hat uns unnötig unter Druck gebracht“, so Schweikardt. In den folgenden 52 Minuten indes habe seine Mannschaft „viele Dinge sehr gut“ gemacht.

Allen voran die konzentrierte Deckungsarbeit gefiel dem Trainer, „wir haben Wetzlar zu Fehlern gezwungen“. Geärgert jedoch hat sich Schweikardt darüber, dass sein Team aus den Fehlern des Gegners zu selten einen Nutzen gezogen hat. Zwischen der 45. und 50. Minute sei mehrfach die Gelegenheit da gewesen, in Führung zu gehen. Insgesamt standen zehn vergebene freie Chancen nach den 60 Minuten in der Statistik – zu viele angesichts der guten Deckung, die auch die HSG Wetzlar stellte.

Mit Benjamin Buric hatte Wetzlar einen großartigen Rückhalt im Tor, an dessen Quote Johannes Bitter nicht herankam. Für Schweikardt war dies aber nicht der entscheidende Faktor im Spiel. „Wir haben über weite Strecken so gut verteidigt, dass Jogi gar nicht so viele Bälle aufs Tor bekam.“

Am Ende hätten Kleinigkeiten zugunsten der HSG Wetzlar entschieden. „Meine Mannschaft hat aufopferungsvoll gekämpft, mit der Einstellung und Entwicklung bin ich sehr zufrieden. Leider hat es nicht ganz gereicht.“ Nun sei’s wichtig, die guten Leistungen aus den Spielen gegen Magdeburg und in Wetzlar zu konservieren und in Ergebnisse umzumünzen.

Die braucht der TVB so schnell wie möglich, schließlich hat sich die Lage im Tabellenkeller am Wochenende noch ein wenig verschärft durch den Punktgewinn der Hüttenberger in Lübbecke. Beinahe hätten sich die Eulen Ludwigshafen für ihre starke Leistung in Leipzig belohnt, womit sich das Polster des TVB auf die Abstiegsränge auf zwei Punkte reduziert hätte.

Drei sind’s noch – und in den kommenden beiden Spielen am Samstag (20.30 Uhr/ZVW-Liveticker) in Erlangen und gegen Hüttenberg sollte der TVB mehr mitnehmen als Lobeshymnen.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW