TVB verpasst Hamburg

Schagen-Holst

Björn Seipp, Geschäftsführer der HSG Wetzlar, sprach im Vorfeld der Partie von der einmaligen Gelegenheit ins Pokal Final Four in Hamburg einzuziehen, dies galt aber nicht nur für die Hausherren, sondern auch den Gast aus Stuttgart.

Beide Teams kämpften verbissen um diese Chance, das über weite Strecken führende Wetzlar verlor dabei kurz nach dem Seitenwechsel den für die Deckung so wichtigen Anton Lindskog aufgrund der dritten Zeitstrafe. Stuttgart schien die Partie kippen zu können, doch Wetzlar hielt dagegen und konnte mit den 4.421 Zuschauern am Ende einen 25:21-Erfolg und das Ticket nach Hamburg feiern – nach 17 Jahren ist die HSG dabei erneut beim Final Four im DHB-Pokal vertreten.

Von Beinn an entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel zwischen der HSG Wetzlar und TVB Stuttgart, für beide Teams ging es um die große Chance Final Four im DHB-Pokal. Die ersten Aktionen gehörten dabei den Gastgebern, die sich schnell mit vier Toren absetzen konnten. Die aggressiv stehende Deckung der HSG Wetzlar um die Schweden Olle Forsell Schefvert, Anton Lindskog und Nationalspieler Jannik Kohlbacher verhinderte im Zusammenspiel mit Torhüter Benjamin Buric erfolgreiche Versuche des Stuttgarter Angriffs.

Das 4:0 von Kristian Björnsen in der siebten Spielminute zwang TVB-Trainer Jürgen Schweikardt zur ersten Auszeit. Diese schien Wirkung gezeigt zu haben: Bobby Schagen traf nach einem Zuspiel von Michael Kraus kurz darauf zum ersten Mal für Stuttgart. In der folge stablisierste sich der Mittelblock der Stuttgarter, auch durch die Hereinnahme von Manuel Späth. Dennoch konnte Kohlbacher die Abwehr überwinden und im Fallen seinen Heber über Torhüter Jogi Bitter zum 6:2 verwandeln.

Den ambitionierten ersten zehn Minuten der HSG Wetzlar folgte eine Schwächephase, die die Stuttgarter nutzten um wieder ins Spiel zu finden. Auch, weil die Abwehrreihe der HSG die Gäste gewähren ließen. Ein Abspielfehler von Philipp Pöter auf Maximilian Holst bot Stuttgart die Chance auf den Anschluss – aber da stand auch noch Benjamin Buric im Tor der HSG Wetzlar und verhinderte den Torerfolg von Dominik Weiß.

Schweikardt reagierte, stellte die Deckungsreihe offener – dies nutzte Wetzlar und schuf genug Platz für Holst, der in bester Kreisläufermanier im Fallen traf zum 7:4 traf. Abschütteln aber ließen sich die Gäste nicht, Michael Kraus traf beispielsweise vom Siebenmeterpunkt und die offene Deckung der Gäste mit mit Späth und Samuel Röthlisberger im Mittelblock war in der Folge nur schwer zu knacken. Beim 10:8, Weiß hatte getroffen, war Stuttgart weiterhin nur zwei Tore entfernt.

Und die Chance auf den Ausgleich sollte sich noch vor dem Seitenwechsel ergeben: Philipp Pöter hatte auf der Gegenseite einen Siebenmeter heraus geholt, doch Holst traf nur die Latte – den Abpraller sicherte sich aber wieder die HSG Wetzlar, die den Angriff aber nicht erfolgreich abschließen konnte. Kraus konnte mit einem Siebenmeter so den Anschluss wieder herstellen und Orlowski bot sich die Chance zum 10:10 – doch Buric verhinderte dies. Stattdessen markierte wenige Augenblicke vor dem Ende der ersten Halbzeit Björnsen den Treffer zum 11:9-Halbzeitstand.

Olle Forsell Schefvert erzielte den ersten Treffer des zweiten Abschnitts, doch Michael Kraus war weiterhin aus sieben Metern treffsicher – daran änderte auch ein Wechsel im Tor der Hausherren nichts. Auf der Gegenseite wurde unterdessen Johannes Bitter mehr und mehr ein Faktor, der Weltmeister von 2007 hielt die Gäste mit seinen Paraden im Spiel. Wetzlar musste unterdessen einen personellen Rückschlag hinnehmen, Anton Lindskog sah die Rote Karte – der Abwehrchef der Wetzlarer hatte einen Gegenspieler im Gesicht getroffen und danach für eine abschätzige Handbewegung, mit der er die Entscheidung kommentierte, die dritte Zeitstrafe.

Die Gäste nutzten die sich anschließende vierminütige Überzahl, Manuel Späth sorgte mit einem Treffer in das in Unterzahl verwaiste Tor des Gegners mit dem 13:12 für den erneuten Anschluss. Wetzlar war aus dem Tritt, Bitter nahm Maximilian Holst nun einen Siebenmeter weg und auf der Gegenseite gelang Michael Kraus der vom Stuttgarter Anhang ersehnte Ausgleichstreffer zum 14:14. Wetzlar hielt dem Druck allerdings stand, legte immer wieder einen Treffer vor. Der Ausgleichstreffer der Stuttgarter folgte aber jeweils auf dem Fuße, beim 15:15 und 16:16 jeweils durch Michael Kraus, beim 17:17 dann durch Stefan Salger.

Filip Mirkulovski legte zehn Minuten vor dem Ende das 18:17 vor, längst schien in dieser umkämpften Phase jede Aktion vorentscheidenden Charakter haben zu können, so auch die Parade von Buric bei einem Siebenmeter von Michael Kraus. Auf der Gegenseite war Björnsen aus der gleichen Distanz erfolgreich und legte beim 19:17 wieder zwei Tore zwischen die Konkurrenten. Salger schaffte den Anschluss, doch ein Doppelschlag von Mirkulovski zum 21:18 stellte fünf Minuten vor dem Ende dann die Weichen in der weiterhin intensiv geführten Partie. Mirkulovski sorgte auch für das wichtige 22:19 und spätestens mit dem 23:19 durch Jannik Kohlbacher hatte Wetzlar das Tor nach Hamburg dann weit aufgestoßen, das Ticket ins Final Four wurde dann nach dem finalen 25:21 durch Kaspar Kvist mit den heimischen Fans gefeiert.

Quelle: www.handball-world.news