Top-Leistung wird benötigt

In Lübbecke gab es eine Niederlage für den TVB 1898 Stuttgart. Das 21:24 zeigt deutlich, wo den Einheimischen der Schuh drückt: Im Angriff. „Die Abwehr stand sehr gut“, lobte TVB 1898 Stuttgart Coach Markus Baur.

Auf der anderen Seite hatte aber auch Peter Tatai im Gehäuse der Gastgeber einen ausgezeichneten Tag erwischt und machte viele Möglichkeiten der Schwaben zunichte. Dennoch konnten ihn Michael „Mimi“ Kraus (7) und Bobby Schagen (6) mehrfach überwinden. Durch diese Niederlage fielen die Wild Boys auf den 16. Rang zurück, hat aber noch zwei Zähler Vorsprung auf die Abstiegsplätze, die zurzeit Die Eulen Ludwigshafen und der Traditionsverein TV Hüttenberg einnehmen. Dabei unterlagen am letzten Spieltag sowohl die Ludwigshafener Vorstädter als auch die Mittelhessen jeweils deutlich.

 

Da wäre also am Donnerstagabend ein Erfolg im Heimspiel gegen den TSV Hannover Burgdorf eminent wichtig, um sich wieder etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Schließlich geht es am kommenden Spieltag zum direkten Konkurrenten in die Pfalz. Ein Sieg gegen die RECKEN käme aber sicherlich einer Sensation gleich, liegen doch die Niedersachsen momentan auf einem überragenden dritten Tabellenplatz und damit noch vor den höher eingeschätzten SG Flensburg Handewitt und dem THW Kiel. Doch Markus Baur fordert: „Wir müssen vor unserem ausgezeichneten Heimpublikum kämpfen bis zum Umfallen.“ Sollte dann ein Sieg herausspringen, wäre es sicher ein Big Point im Kampf um den Klassenerhalt. Dafür müssen aber alle Akteure 100 Prozent Leistung bringen. Vor allem sind auch wieder die Torhüter Jonas Maier und Johannes „Jogi“ Bitter über Gebühr gefordert. Zudem wurde die Mannschaft mit dem slowenischen Linkshänder Robert Markotic vom Champions League Teilnehmer RK Gorenje Velenje verstärkt.

 

Vielleicht kann der Neuzugang gegen Hannover gleich richtig in die Bresche springen. Man hat schon oft erlebt, dass Akteure, die der Gegner noch nicht so richtig kennt, spielentscheidende Bedeutung beikommt. Dabei kann es aber nur ein kleiner Hoffnungsschimmer gegen die starken Niedersachsen sein. Die HANDBALLWOCHE titelte in Anspielung auf das spanische Trainergespann Carlos Ortega und Iker Romero: Spanisches Sieger-Gen.

 

Dabei übernahmen die beiden Iberer eine nach der total verkorksten Rückrunde der letzten Saison verunsicherte Mannschaft und führten sie auf einen Champions League Platz. Das Team hatte nach der Vorrunde schon zwei Punkte mehr als nach der gesamten vergangenen Spielzeit. Carlos Ortega forciert besonders das Spiel über die Kreisläufer, was der spanischen Handballschule entspricht. Absolute Erfolgsfaktoren sind zudem die beiden dänischen Olympiasieger Morten Olsen und Casper Mortensen. Auch der Schwäbisch Gmünder Kai Häfner, der sich sicherlich auf das Spiel gegen seinen Bruder Max auf TVB Stuttgart Seite freut, hat wieder zugelegt. So ist es nicht verwunderlich, dass die Niedersachsen in der laufenden Saison erst drei Spiele verloren. Gegen die Rhein-Neckar Löwen gab es dabei unter anderem eine sehr deutliche 35:23 Klatsche. Demgegenüber stehen aber Siege gegen die Topteams SC Magdeburg, THW Kiel und Füchse Berlin. Gegen die SG Flensburg Handewitt gab es für die RECKEN ein Remis. Am letzten Donnerstag war der TSV GWD Minden chancenlos und wurde mit einer 36:29 Niederlage auf die Heimreise geschickt. Da kommt also einiges auf die WILD BOYS zu.

Quelle: Joachim Gröser, TVB