Jonas Maier im Portrait

Jonas-Maier-im-Tor

Hi Jonas, gegen Leipzig hast Du 39 Prozent Deiner Bälle gehalten. Was konntest Du trotz der bitteren Niederlage aus dem Spiel ziehen?

Die Niederlage gegen Leipzig war in dieser Art und Weise sehr bitter. Wir haben es nicht geschafft unseren Matchplan über die 60 Minuten durchzuziehen und insbesondere die vielen technischen Fehler sowie die mangelnde Chancenauswertung wurden uns schlussendlich zum Verhängnis. Gerade in der Anfangsphase, haben wir gegen Leipzig viele Dinge wirklich sehr gut gemacht, es jedoch verpasst uns einen Vorsprung zu erarbeiten. Daran gilt es weiter anzuknüpfen und die gemachten Fehler zu reduzieren.

 

Punktverluste nagen sicher auch an der Moral. Wie machst Du Dich davon frei?

Sicherlich ist es nie einfach Niederlagen einfach mal so abzuhaken. Dennoch kann man vergangenes nicht mehr ändern und es gilt den Fokus auf die nächste Aufgabe zu richten. Ich analysiere nach einem Spiel sowohl die negativen als auch die positiven Dinge und versuche das vergangene Spiel schnellstmöglich abzuhaken, meine Schlüsse daraus zu ziehen, um mich dann auf den nächsten Gegner vorzubereiten.

 

Gerade als Torwart rächt es sich, wenn Du nicht von Anfang an voll da bist. Wie holst Du Dir im oder vor dem Spiel die Sicherheit? Hast Du Rituale oder Techniken?

Der Aussage an sich kann ich nur zustimmen. Gerade zu Beginn eines Spiels ist es für einen Torwart wichtig voll da zu sein und die Hände an die Würfe zu bekommen. Doch auch wenn es mal nicht so gut läuft gibt es für mich persönlich mit Karsten Schäfer und Jogi Bitter sehr gute Ansprechpartner, die mir aus ihrer Sicht schildern können, was genau ich zu verbessern habe. Die Kunst dabei ist es von Wurf zu Wurf zu denken und Gegentore, welche man zuvor eventuell kassiert hat, abzuhaken.

 

Aufgrund der Verletzung von Johannes Bitter hast Du Dich in den letzten Spielen beweisen dürfen. Wie siehst Du Deine persönliche Entwicklung in dieser Saison?

Erst einmal war die Verletzung von Jogi ein großer Schock für die ganze Mannschaft, wodurch wir auf einen großartigen Torhüter und Leader verzichten müssen. Damit kam auf mich gleichzeitig eine große Verantwortung zu, wobei ich der Mannschaft nicht immer den notwendigen Rückhalt geben konnte. Dennoch sind gerade diese Situationen, für einen jungen Torwart wie mich, enorm wichtig, um in der Entwicklung weiter zu reifen.

 

Seit dem Sommer bist Du jetzt hier in Stuttgart. Wie hast Du Dich mittlerweile in Stuttgart eingelebt?

Meine Freundin Jonna und ich haben uns in Stuttgart sehr gut eingelebt und auch unserem Welpen „Peppie“ bieten sich in der Region viele Orte an denen er sich so richtig austoben kann. Sportlich gesehen wurde ich von der Mannschaft von Anfang an super aufgenommen, sodass ich mich schon sehr früh sehr wohl gefühlt habe.

 

Was sind deine Stuttgarter Hotspots?

Gerade jetzt in der Weihnachtszeit ist der Stuttgarter Schloßplatz mit dem Weihnachtsmarkt ein Ort, dem man unbedingt mal einen Besuch abstatten sollte. Den besten Blick über Stuttgart hat man meiner Meinung nach auf dem Württemberg, der insbesondere während eines Sonnenuntergangs einen wunderschönen Ausblick bietet. Die absoluten Hotspots in Stuttgart sind sowohl die Scharrena als auch die Porschearena zu den Heimspielen der Wild Boys!!

 

Räumen wir wir den wohl ältesten Handball-Mythos auf: Torhüter haben eine Macke.

Dieser Mythos wird wohl immer bestehen bleiben. „Seien wir mal ganz ehrlich wer stellt sich denn freiwillig ins Tor und lässt sich die Bälle um die Ohren knallen und bekommt sie vermutlich dann auch noch ins Gesicht?!“ Auf solche Fragen kann ich nur mit voller Überzeugung antworten: „Ich“!!! Nun liegt es bei den Leuten, ob sie mich für völlig bescheuert halten oder eben nicht.

 

Kommen wir nochmal zum Sportlichen zurück: Wie lautet Dein erstes Fazit der bisherigen Saison?

Voll zufrieden können wir sicherlich nicht sein. Wir haben die Heimspiele gegen die direkten Konkurrenten wie Gummersbach und Lübbecke verloren, wobei wir in diesen Spielen vor allem an uns selbst gescheitert sind. Dies wären wichtige Punkte gewesen, mit denen wir uns noch weiter von den Abstiegsrängen hätten absetzen können. Jetzt gilt es in der Winterpause die Grundlagen für die zweite Saisonhälfte zu schaffen, um noch möglichst viele Punkte nach Stuttgart zu holen.

 

Heute gibt mit den Rhein-Neckar Löwen der deutsche Meister seine Visitenkarte in der Porsche-Arena ab. Was für eine Begegnung erwartest Du?

Ich erwarte gegen die Löwen ein spannendes Spiel, indem wir alles daran setzen werden den Deutschen Meister zu fordern, um mit einem positiven Gefühl das vergangene Jahr abschließen zu können. Mit der fantastischen Porsche Arena im Rücken, ist auch eine Überraschung nicht ausgeschlossen

 

Jonas mal anders 

Jeans oder Jogginghose: Beides. In einer Trainingswoche in der man doch mal gerne auf die gemütliche Jogginghose zurückgreift ist es dann auch mal wieder schön eine Jeans anzuziehen.

Obst: Unsere Obstschale ist immer reichlich gefüllt. Insbesondere wenn ich in einen Apfel beiße, muss ich irgendwie immer an meinen Teamkollegen Marian Orlowski denken 😉

Nationalmannschaft: Ein Länderspiel mit dem Adler auf der Brust zu absolvieren ist ein großer Traum. Dennoch macht es für mich derzeit keinen Sinn mir großartige Gedanken darüber zu machen.

Aufregung: Verspüre ich insbesondere dann, wenn im Mannschaftshotel das Gefühl aufkommt, dass sich ein gewisser Teamkollege irgendwo versteckt hält, um einen aufs Übelste zu erschrecken #mimi

Schaffhausen: War meine erste Profistation, in der wir zahlreiche nationale Titel feiern konnten und sicherlich auch die Champions League Saison ein absolutes Highlight darstellte.

 

Traum 7:

TW Tomas Svensson

LA Uwe Gensheimer

RL Momir Ilic

RM Jackson Richardson

RR Olafur Stefansson

RA Marius Steinhauser

KM Markus Ahlm

 

Quelle: TVB 1898 Stuttgart