TVB scheitert am MT-Block

Die MT Melsungen hat nach der zuletzt erlittenen Heimniederlage gegen Frisch Auf! Göppingen wieder Fahrt aufgenommen: Die Mannschaft von Michael Roth fuhr am heutigen Abend beim Comeback von Marino Maric einen souveränen 30:22 gegen den ersatzgechwächten Gast aus Stuttgart ein. Trotz sieben Orlowski-Treffern vor der Pause verloren die Süddeutschen bereits im ersten Abschnitt den Anschluss. Ein Sechs-Tore-Lauf zum 11:4 stellte früh die Weichen, über ein 18:10 zur Pause ging es dann zum 33:24-Erfolg. Für den TVB war es die siebte Niederlage in Folge, die Stuttgarter stehen als Tabellenfünfzehnter weiter unter Druck – im letzten Heimspiel vor der EM-Pause gegen die Rhein-Neckar Löwen sind sie erneut in der Außenseiterrolle.

In der Rothenbach-Halle in Kassel gab die MT Melsungen von der ersten Minute den Ton an. Die MT Melsungen ging durch Treffer von Julius Kühn und Lasse Mikkelsen schnell mit 2:0 in Führung und auch der erste Stuttgarter Treffer durch Marian Orlowski schien die Hausherren nicht sonderlich zu beeindrucken. Kühn traf erneut, Michael Müller war aus dem Umschaltspiel heraus erfolgreich und Tobias Reichmann sorgte im Gegenstoß für das 5:1 – nach knapp sieben Minuten hatte der Favorit die ersten Weichen gestellt.

Es folgten allerdings einige unkonzentrierte Minuten der Melsunger, Stuttgart war zur Stelle. Ein Doppelschlag sorgte für das 5:3 und nach einem weiteren Ballverlust des MT-Angriffs konnte Marian Orlowski für den Anschlusstreffer sorgen. Allerdings blieben die ersatzgeschwächt angereisten Gäste in der Offensive zu ausrechenbar, außer Orlowski strahlte kein weiterer Akteur wirklich Torgefahr aus. Sieben der zehn Stuttgarter Treffer im ersten Abschnitt sollten auf das Konto des Rückraumspielers gehen.

Der Großteil der Versuche des TVB sollte aber in der Deckung der MT Melsungen hängen bleiben, diese standen gut und blockten immer wieder die Versuche aus der Distanz. Zwischen den Pfosten sorgte zudem Johan Sjöstrand für ein klares Plus und so wuchs der Abstand schnell wieder auf vier Treffer an. Markus Baur nahm beim 8:4 die Auszeit, doch es folgte ein weiterer Melsunger Ballgewinn durch Finn Lemke und der Gegenstoß des eingewechselten Arjen Haenen zum 9:4. Nach einem erfolgreichen Versuch von Kühn legte Haenen von Außen auch das 11:4 nach – nach etwas über einer Viertelstunde waren die Fronten geklärt.

Stuttgart mühte sich, außer Orlowski gab es aber weiterhin keine Optionen in der Offensive. Melsungen unterdessen strahlte von allen Positionen Torgefahr aus, kam immer wieder zu einfachen Treffern aus dem Gegenstoß und kontrollierte souverän das Geschehen auf dem Parkett. Michael Roth beorderte zwischenzeitlich einen zweiten Kreisläufer auf das Parkett und auch diese Variante brachte Erfolg: Johannes Golla fischte sich einen Pass an den Kreis und sorgte für das 17:9. Für den 18:10-Pausenstand sorgte dann Michael Allendorf nach guter Vorarbeit von Julius Kühn, er war der bereits achte Torschütze im Team der Hausherren. Bei Stuttgart hatten sich neben Orlowski lediglich Späth und Schagen in dieser Spalte des Spielberichtsbogens eintragen können.

Mit Schagen war es auch einer dieser drei Akteure, der den ersten Treffer des zweiten Abschnitts setzte. Besserung gab es aus Sicht der Gäste aber nicht: Michael Allendorf und Michael Müller schraubten den Abstand nach oben und nach einem weiteren Block der MT-Deckung sorgte dann nach einer konsequent gespielten Kreuzung Lasse Mikkelsen mit dem 21:11 für die erste Zehn-Tore-Führung. Bei den Hausherren schlichen sich in der Folge einige Nachlässigkeiten ein, nach einer Dreierserie der Stuttgarter, die Stefan Salger mit einem Gegenstoß zum 24:16 abschloss, nahm Michael Roth umgehend eine Auszeit und steuerte erfolgreich entgegen.

Stuttgart hatte aufgrund der Probleme in der Offensive einige Minuten zuvor bereits zum Mittel des siebten Feldspielers gegriffen. Der taktische Schachzug von Markus Baur stabilisierte sie den Angriff der Gäste, die in dem unterhaltsamen Schlagabtausch nun mithielten. Beim 26:19 durch einen von Bobby Schagen verwandelten Siebenmeter sah der Zwischenstand wieder freundlicher aus, die Tür zurück in das Spiel öffneten die Melsunger dem Gegner aber nicht mehr. Souverän verwaltete der Favorit den Vorsprung, beim 29:22 traf Timm Schneider in das verwaiste Tor des Gegners und wenig später bejubelte die Halle das 30:22 von Marino Maric, der sein Comeback feierte – Zwischenstationen auf dem Weg zum 33:24-Erfolg.

Quelle: handball-world.news