Der TVB verliert klar, zeigt aber Charakter

Manuel-Späth

Erwartungsgemäß ohne jede Siegchance gewesen sind die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart am Donnerstag in Mannheim bei der 23:33-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen. Nach dem 8:16-Pausenrückstand hielt das Team von Trainer Markus Baur im zweiten Spielabschnitt gegen den Deutschen Meister nach Kräften dagegen und ließ sich nicht demontieren. GWD Minden – TSV Hannover 29:29 VfL Gummersbach – SC Magdeburg 22:30

Erwartungsgemäß ohne jede Siegchance gewesen sind die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart am Donnerstag in Mannheim bei der 23:33-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen. Nach dem 8:16-Pausenrückstand hielt das Team von Trainer Markus Baur im zweiten Spielabschnitt gegen den Deutschen Meister nach Kräften dagegen und ließ sich nicht demontieren.

Flotter Beginn in der SAP-Arena

Bis auf den angeschlagenen Patrick Groetzki traten die Löwen in Bestbesetzung an. Angesichts der hohen Qualität im Kader machte sich das Fehlen des Nationalmannschafts-Rechtsaußens freilich nicht bemerkbar. Der haushohe Favorit startete mit Hendrik Pekeler auf der vorgezogener Position – und die 5076 Zuschauern in der SAP-Arena sahen einen flotten Beginn. 2:2 stand’s nach zwei Minuten, und die große Show von Andy Schmid war schon im Gange. Das 6:2 nach sechs Minuten war das vierte Tor des schweizer Nationalspielers.

Maier konnte Niveau nicht halten

Der TVB agierte in dieser Phase ein ums andere Mal unglücklich im Abschluss und scheiterte immer wieder am schwedischen Nationalkeeper Mikael Appelgren, der ein starkes Spiel abliefert. Die große Frage war: Was macht sein Gegenüber, der zuletzt so gescholtene Jonas Maier? Der Keeper zeigte zu Beginn, weshalb ihn der TVB verpflichtet hat. Gegen Bogdan Radivojevic parierte der 23-Jährige nach acht Minuten bereits seinen dritten Ball – so viele hatte er in Wetzlar in 50 Minuten nicht zu fassen bekommen.

Bis zur 20. Minute dran geblieben

Dieses Niveau indes hielt Maier nicht – wobei ihm auch seine Vorderleute in etlichen Situationen nicht eben die maximale Unterstützung boten. Viel zu häufig kamen die Löwen ungestört zum Wurf. Allen voran, wenn sie das Spiel schnell machten und es über die Außenspieler versuchten, sah der TVB alt aus. Insgesamt 14 Treffer gingen auf das Konto von Radivojevic und des überragenden Jerry Tollbring. Trotzdem blieben die Gäste bis zur 20. Minute dran, der von einer Erkältung geschwächte Michael Schweikardt setzte bei einem Abpraller entschlossen nach und verkürzte auf 6:9. Der Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen mahnte seine Spieler in der folgenden Auszeit zur Konzentration, und sein Team zog das Tempo wieder an. Nach dem 6:12-Rückstand brachte der energische Marian Orlowski den TVB mit einem Doppelschlag auf 8:12 heran (24.). Dann nutzte der Meister eine Zeitstrafe gegen Tobias Schimmelbauer und vier Fehlwürfe des TVB in Folge und sorgte beim 16:8 zur Pause schon für klare Verhältnisse.

Löwen individuell zu stark

Die Ansage für die zweiten 30 Minuten in der Gästekabine war klar: bloß nicht demontieren lassen. Zunächst indes sah’s eher danach aus, als würden die Löwen wenig Spaß verstehen. Tollbring legte nach 38 Minuten zum 21:12 nach, das 23:14 (40.) war das sechste Tor des jungen Schweden. Nach Mads Mensah Larsens 24:14 war der erste zweistellige Vorsprung perfekt (41.).

Jonas Maier, der im zweiten Abschnitt ohne Parade blieb, machte Platz für den A-Jugend-Torhüter Nick Lehmann. TVB-Trainer Markus Baur stellte Finn Kretschmer auf die vorgezogene Position. Die Taktik fruchtet zunächst allerdings nicht, weil die Löwen individuell schlichtweg zu stark waren. Allerdings wirkten sie in der Schlussviertelstunde nicht mehr ganz so konzentriert, und der TVB stemmte sich mit allem, was er hatte, dagegen. Lehmann hielt viermal klasse, und nach Schagens im Nachwurf verwandelten Siebemeter zum 21:29 (52.) sah’s wieder ordentlicher aus. Diesen Rückstand hielten die Bittenfelder zwar nicht ganz bis zum Schluss, doch die 23:33-Niederlage war durchaus noch im Rahmen.

Kampf und Einsatz gezeigt

Die Verantwortlichen dürften das von ihrer Mannschaft gesehen haben, was sie sehen wollten: Kampf und Einsatz und unterm Strich angesichts des hochkarätigen Gegners und der Verletzungssorgen eine annehmbare Leistung.

So wurde gespielt:
Rhein-Neckar Löwen: Appelgren, Palicka; Schmid (5/1), Bliznac, Sigurdsson, Radivojevic (6), Baena (2), Tollbring (8), Rnic, Larsen (3), Pekeler (2), Trost, Reinkind (2), Taleski (1), Guardiola (2), Petersson (2).

TVB 1898 Stuttgart: Maier, Lehmann; Schimmelbauer, Lobedank (2), Salger (2), Weiß (2), Schagen (5/2), Schweikardt (1), Späth (3), Baumgarten (1), Röthlisberger, Burmeister, Kretschmer (2), Orlowski (5), Pfattheicher.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW