Anspannung vor dem Spiel gegen Lübbecke

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Vier Punkte mindestens möchten die Verantwortlichen des Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart aus den verbleibenden sechs Partien in diesem Jahr sammeln, zwei sind am Sonntag gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke fest eingeplant. Vorsicht ist allerdings geboten: Das Team um den Ex-Bittenfelder Jens Bechtloff holte zuletzt drei Unentschieden in der Fremde.

Es ist eine einfache Rechnung: Gewinnt der TVB sein drittletztes Heimspiel in diesem Jahr, hat er seinen Kontrahenten aus Lübbecke auf acht Punkte distanziert. Gelingt dagegen den Gästen im 14. Anlauf der erste Saisonsieg, wären sie bis auf vier Zähler an den TVB herangerückt – und sie hätten den Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsrang auf einen Punkt verringert. Falls die Konkurrenten mitspielen.

Entsprechend angespannt ist die Lage bei beiden Teams.

Hochkonzentriert und engagiert ins Spiel

„Jeder meiner Spieler kennt die Bedeutung dieses Spiels“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur. „Ich muss sie nicht permanent daran erinnern.“ Aber natürlich werde er sie in der Vorbesprechung noch einmal in die Pflicht nehmen.

In der Trainingswoche sei die Intensität hoch gewesen, was darauf schließen lässt, dass die Spieler dieses sogenannte Vier-Punkte-Spiel hochkonzentriert und engagiert angehen werden. „Da haben die Zweikämpfe schon mal wehgetan“, sagt er. „Das wird am Sonntag nicht anders sein.“

TVB braucht die Punkte dringend

Angesichts des ziemlich happigen Restprogramms – in Wetzlar, zweimal gegen die Rhein-Neckar Löwen, gegen Leipzig und in Melsungen – benötigt der TVB die Punkte dringend. Wie auch der kommende Gegner, der vor zwei Jahren beim 33:33-Unentschieden in der Scharrena nur haarscharf am Sieg verbeischrammte. Der indes hätte die grausame Saison vermutlich auch nicht gerettet. Nur zwei Punkte holte das Team in der Hinrunde, acht waren’s am Ende der Saison.

Die reichten bei weitem nicht zum Ligaverbleib. Der Abstieg war, trotz der Insolvenz des HSV Hamburg, mit dieser mageren Ausbeute nicht zu schaffen. Sechs Punkte fehlten zum TVB 1898 Stuttgart und damit zum Ligaverbleib.

Lübbecke: Ein Aufsteiger-Team

Nach dieser frustrierenden Spielzeit mussten sich die Lübbecker erst sammeln, der direkte Wiederaufstieg war deshalb auch kein Thema. Umso erfreulicher und erstaunlicher verlief die Saison: Der TuS holte sich überlegen die Meisterschaft, ihm wurden im Vorfeld der aktuellen Spielzeit die aussichtsreichsten Chancen der drei Aufsteiger eingeräumt. Auch, weil der Kader besser besetzt ist als jener der Eulen Ludwigshafen und des TV Hüttenberg.

In den ersten sieben Spielen wehte den Lübbeckern allerdings der frische Erstligawind heftig um die Ohren: Der Start mit 0:14 Punkten ging komplett in die Hose. Das erste Lebenszeichen gab’s beim überraschenden 26:26-Unentschieden in Leipzig, beim 19:22 gegen den Fünften MT Melsungen hielt die Mannschaft von Trainer Aaron Ziercke gut mit und knöpfte anschließend sowohl den Eulen aus Ludwigshafen als auch den Erlangern einen Punkt ab.

Lübbecke fehle ein Erfolgserlebnis, sagt Baur

Zuletzt setzte es eine unglückliche 26:27-Heimniederlage gegen den Abstiegskonkurrenten VfL Gummersbach. „Nach der gigantischen Zweitligasaison fehlt Lübbecke ein Erfolgserlebnis“, sagt Markus Baur, der den TuS von 2010 bis 2012 trainierte.

Wenig Veränderungen gab’s im Kader nach dem Aufstieg. Erfahrung bringen der ungarische Nationaltorhüter Peter Tatai (34), der polnische Nationalspieler, Abwehrchef und Ex-Hamburger Piotr Grabarczyk (35) sowie die Linksaußen Jens Bechtloff (31) und Tim Remer (32) mit.

Ein Gegner, der ordentlich zupacken kann

Und natürlich der kroatische Neuzugang Marko Bagaric. Der 2,02 Meter große, wurfgewaltige Rückraumspieler ging für die katarische Nationalauswahl an den Start. Er teilt sich im linken Rückraum die Aufgabe mit dem polnischen Auswahlspieler Lukasz Gierak. Im rechten Rückraum gibt der spielstarke Schwede Pontus Zettermann den Takt vor.

Markus Baur erwartet einen Gegner, der in der Defensive „ordentlich zupacken“ könne. „Darauf müssen wir uns einstellen und von der ersten Minute an dagegenhalten.“

Michael Kraus läuft wieder auf

Vorneweggehen soll einer, der wegen eines Muskelfaserrisses vier Spiele zum Zuschauen verdammt war: Michael Kraus hat von den Ärzten grünes Licht bekommen. Der Spielmacher machte unter der Woche zwar nicht alle Trainingseinheiten mit. Baur geht aber davon aus, dass Kraus auflaufen wird.

Nicht ganz so gut indes sieht es bei Tobias Schimmelbauer aus. Der Linksaußen muss sein Comeback aller Voraussicht nach noch einmal verschieben. Die Kapselverletzung an der Schulter ist noch nicht vollständig ausgeheilt.

 

Quelle: ZVW, Thomas Wagner