Wichtige Punkte beim Abstiegskonkurrenten

Bobby-Schagen-wirft

Doppelten Grund zur Freude haben die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart in diesen Tagen: Am Sonntag holte sich der TVB in überzeugender Manier die wichtigen Punkte beim Abstiegskonkurenten TV Hüttenberg. Tags darauf einigte sich der TVB mit seinem niederländischen Nationalspieler Bobby Schagen auf die vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2019.

Der ehemalige deutsche Nationalspieler und Publikumsliebling Michael Spatz hatte große Fußstapfen hinterlassen, als er den TVB 1898 Stuttgart nach der Saison 2015/2016 verließ. Sein Nachfolger hat die Lücke längst geschlossen: Der 52-fache niederländische Nationalspieler Bobby Schagen, der vom Ligakonkurrenten TuS Nettelstedt-Lübbecke kam, ist eine feste Größe im Spiel des TVB. Nach einem kleinen Durchhänger in der vergangenen Saison präsentiert sich der 27-Jährige derzeit in Top-Form: Mit 60 Toren ist er nicht nur der beste Torschütze des TVB, er weist mit 82 Prozent eine der besten Trefferquoten in der Bundesliga auf.

Linkshänder zeigte tolles Spiel auf ungewohnter Position
Seine Qualitäten zeigt Schagen nicht nur vom Siebenmeterstrich und von der Rechtsaußenposition. Angesichts der langen Verletztenliste des TVB wirbelt Schagen auch im rechten Rückraum – vor allem beim 28:23-Sieg in Hüttenberg zeigte der technisch versierte Linkshänder ein tolles Spiel auf ungewohnter Position. Deshalb ist Jürgen Schweikardt froh, dass er sich mit Schagen auf eine Vertragsverlängerung bis zum Ende der Saison 2018/19 geeinigt hat. „Bobby zeigt konstant starke Leistungen“, sagt der TVB-Geschäftsführer. „Zudem passt er auch menschlich perfekt zu uns.“

Baurs Taktik war maßgeschneidert
Maßgeschneidert war auch die Taktik, die Markus Baur für die Partie beim TV Hüttenberg ausgetüftelt hat. „Ich kenne die Problemzonen einer 3:2:1-Deckung“, sagt der TVB-Trainer. Schließlich habe er in seiner Karriere schon oft gegen solche Formationen gespielt. „Ich habe allerdings nicht gedacht, dass alles so gut klappt. Wir haben den Ball in den entscheidenden Situationen da hingebracht, wo er hinmuss.“

Schagen harmonierte mit Schweikardt
Gewiefter Strippenzieher war dabei Michael Schweikardt, doch auch seine Kollegen trafen meist die richtige Entscheidung. So harmonierte Schagen sehr gut mit dem Spielmacher, auf der rechten Außenposition zeigte Finn Kretschmer bei seinem Comeback eine starke Leistung. Dabei war vor dem Spiel nicht klar, wie lange Kretschmer durchhalten würde.

Weiß erwischte einen guten Tag
Weil das flinke Linkshänder-Duo gegen die offensive Hüttenberger Deckung so gut funktionierte, verzichtete Baur über weite Strecken auf Stefan Salger. Dritte Rückraumkraft nach Schweikardt und Schagen war zunächst Dominik Weiß. Der einzige Shooter auf dem Platz erwischte einen guten Tag. Baur verzichtete über weite Strecken auf Salger. Das Risiko, mit zwei nicht ganz so spielstarken Rückraumspielern gegen die offensive  Abwehr zu agieren, war ihm zu groß.

Deckung und Angriff stark
Nicht nur das Angriffsspiel des TVB funktionierte hervorragend. Die Deckung mit dem starken Mittelblock Samuel Röthlisberger/Manuel Späth ließ nicht viel zu. Mit den beiden Kreisläufern war Baur auch im Angriff sehr zufrieden. „Sie waren sehr wichtig für unsere Auslösehandlungen.“ Die Bittenfelder waren dem Gegner in allen Belangen überlegen – auch auf der Torhüterposition.

Fünf-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge
Mit dem Sieg in Hüttenberg hat sich der TVB ein Fünf-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge erarbeitet. Ein perfekter Sonntag wär’s gewesen, hätte das Los dem TVB im DHB-Viertelfinale ein Heimspiel beschert. Der TVB muss allerdings in diesem Wettbewerb weiterhin reisen: Anfang März geht’s zur HSG Wetzlar. „Ein Heimspiel wäre natürlich super gewesen“, sagt Jürgen Schweikardt. Aus sportlicher wie aus finanzieller Sicht. „Durch die Auswärtsspiele werden wir den Pokal mit einem niedrigen fünfstelligen Betrag im Minus abschließen.“ Es sei denn, der TVB überspringt auch die letzte Hürde auf dem Weg zum Final Four, das am 5. und 6. Mai in Hamburg ausgetragen wird.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW