TVB souverän zum zweiten Auswärtssieg

TVB-Hüttenberg-Bitter

Mit einem souveränen Auftritt hat sich der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart seinen zweiten Auswärtssieg in dieser Saison geholt. Beim 28:23 (14:11) gegen den TV Hüttenberg zeigte sich das Team von Trainer Markus Baur hervorragend auf den Aufsteiger eingestellt und hat nun ein Polster von fünf Punkten auf die Abstiegsränge. Am Donnerstag gastiert der THW Kiel.
Mit gehörigem Respekt war der TVB nach Gießen gereist, schließlich hatte der freche Aufsteiger aus Hüttenberg schon so manchen hochkarätigen Gegner in große Bedrängnis gebracht – vor allem dank seiner in der ersten Liga unüblichen 3:2:1-Deckung. „Wir brauchen den Biss, die Zweikämpfe gewinnen zu wollen, und müssen versuchen, mit Übergängen in die Schnittstellen der Hüttenberger Abwehr zu kommen“, sagte der TVB-Coach Markus Baur unmittelbar vor dem Anpfiff.
Und sein Team schien in der Spielvorbereitung gut zugehört zu haben. Tim Stefan brachte den Neuling vor 2241 enthusiastischen Fans zwar mit 2:1 in Führung (3.), doch schnell nahm der TVB das Heft in die Hand. Nach dem 3:3 des besten Hüttenbergers Dominik Mappes (6.) sorgten Bobby Schagen, Michael Schweikardt und Manuel Späth nach zehn Minuten für die 6:3-Führung der Gäste.
Der TVB fand, angeführt von Spielmacher Schweikardt, mit viel Laufarbeit und gutem Auge immer wieder die Lücken in der offensiven Deckung des Gastgebers. Besonders stark präsentierte sich dabei die rechte Angriffsseite mit Schagen im Rückraum und dem wieder genesenen Finn Kretschmer auf Außen.
Die körperlich unterlegenen Hüttenberger hatten dagegen große Probleme im Positionsangriff, sie ersuchten es immer wieder mit dem siebten Feldspieler. Das funktionierte jedoch auch nicht richtig, weil sich der TVH zu viele technische Fehler leistete. So traf Schweikardt nach 16 Minuten zum 9:4 ins leere TVH-Tor.
Klar im Vorteil waren die Gäste auch auf der Torhüterposition, wobei Johannes Bitter in den ersten 30 Minuten lediglich eine solide Leistung zeigte. Auf der anderen Seite wechselten sich Matthias Ritschel und Fabian Schomburg mehrfach ab, bekamen aber kaum einen Ball zu fassen. Ein bisschen Pech hatten die Hüttenberger in der 17. Minute: Nach einem Zusammenprall von TVH-Spielmacher Tomas Sklenak und Max Häfner hielten die Schiedsrichter Christoph Immel und Ronald Klein dem Hüttenberger die Rote Karte unter die Nase.
Den ersten Sechs-Tore-Vorsprung stellte Schweikardt mit dem 11:5 her (20.). Dann jedoch leisteten sich die Bittenfelder eine fünfminütige Schwächephase. Marian Orlowski und Dominik Weiß mussten kurz hintereinander auf die Strafbank, die Hüttenberger nutzten die doppelte Überzahl und den einen oder anderen Fehler der Gäste und robbten sich mit einem 4:0-Lauf zum 9:11 heran (25.). Der TVB blieb jedoch ruhig, Kretschmer sorgte mit seinem vierten Treffer für die verdiente 14:11-Pausenführung.
Den besseren Start in die zweiten 30 Minuten erwischten wieder die Gäste. Schagen und Schweikardt trafen zum 16:11 (33.). Der TVB machte weiterhin klug das Spiel breit, wartete auf die günstigste Abschlussmöglichkeit und ließ keine Konter des Gegners zu. Nun kam auch Weiß immer öfter in gute Wurfpositionen, das 20:15 (37.) war sein fünfter Treffer. Der TVB hatte das Spiel weiterhin im Griff und enteilte nach 45 Minuten wieder auf sechs Tore (23:17). Die Hüttenberger kämpften zwar und schöpften nach dem 20:24 durch Vladan Lipovina zwölf Minuten vor dem Ende ein bisschen Hoffnung. Doch Schagen und Orlowski legten zum 26:20 (50.) nach und sorgten damit für die Vorentscheidung – zumal der Aufsteiger mittlerweile auch an Bitter verzweifelte.
Der TVB geriet in der Schlussphase nicht mehr in Bedrängnis und schaukelte seinen zweiten Auswärtssieg nach dem 23:21 in Göppingen bis zum 28:23 sicher nach Hause. Die 60 mitgereisten TVB-Fans feierten lautstark diesen wichtigen Erfolg, mit dem sich die Bittenfelder vor der Mammutaufgabe am Donnerstag (19 Uhr) in der Porsche-Arena gegen den Rekordmeister THW Kiel ein Fünf-Punkte-Polster auf den ersten Abstiegsrang verschafften.
TV Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Stefan (2), Sklenak, Wörner, Lambrecht, Wernig (2/1), Rompf (3), Zörb, Fernandes, Johansson (3), Roth, Mappes (7/2), Hofmann (1), Hahn (1), Lipovina (4).
TVB 1898 Stuttgart: Bitter, Maier; Häfner (1), Salger (2), Weiß (6), Schagen (7/3), Schweikardt (5), Späth (1), Röthlisberger, Burmeister, Heib, Kretschmer (5), Orlowski (1), Pfattheicher.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW