Bitter rettet TVB einen Punkt gegen Minden

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Ohne Michael Kraus (Muskelfaserriss), Simon Baumgarten (Wirbelentzündung), Marian Orlowski und Finn Kretschmer (beide Bänderverletzung) ging der TVB 1898 Stuttgart vor allem offensiv ersatzgeschwächt ins Spiel gegen GWD Minden. Die Gäste aus Ostwestfalen, die mit einem Zähler Vorsprung in die schwäbische Metropole gereist waren, traten hingegen mit allen 16 möglichen Spielern an. Nach 20 Minuten übernahm Minden über die Deckung das Spiel und lag zur Pause mit 13:15 vorne. 2.185 Zuschauer in der Scharrena sahen in der zweiten Halbzeit jedoch den TVB über weite Strecken vorne, ehe am Ende wieder die Kräfte schwanden. Bitter hielt den Schwaben am Ende mit seiner 17/3. Parade einen Punkt fest. 

Beide Mannschaften begannen im Angriff druckvoll, gestatteten aber einander hin und wieder auch beträchtlich große Räume. GWD Minden lag zunächst vorne, ehe Salger und Röthlisberger als zweiter Kreisläufer beim 3:2 (6.) für die erste TVB-Vorlage sorgten. Röthlisberger hatte entscheidend dazu beigetragen, da er mehrmals geschickt aus der Deckung herausgetreten war. Die TVB-Fans haderten derweil früh mit den Unparteiischen, zunächst vermissten sie einen Freiwurf, als Rambo durch den Kreis lief, kurz darauf bei Schagens 4:2-Siebenmeter eine progressive Bestrafung gegen die Gäste. Im weiteren Verlauf traten immer wieder Spieler an die Markierung, GWD hielt dabei den Anschluss. 

Minden hatten mit überfallartigem Spiel große Erfolge über die erste Welle, aber auch Stuttgart agierte im Angriff sehr effektiv. Allmählich gelang es dann den Stuttgartern, ihre Deckung zu stabilisieren und Bitter ins Spiel zu bringen. Nach mehreren Paraden setzte Salger Schagen zum 8:5 (13.) in Szene. Frank Carstens ließ die Grüne Karte setzen. Über Sperren-Absetzen traf anschließend Gullerud vom Kreis. Zudem sollte die Deckung offensiv gegen die TVB-Halbspieler heraustreten und zugleich Späth im Auge behalten, der wegen Baumgartens Ausfall kaum Pausen bekam. Cederholm setzte sich beim 8:7 (16.) in Überzahl kraftvoll durch. Der Schwede blühte auf. 

Auf Mindener Seite steuerte inzwischen Südmeier statt Doder das Spiel, Markus Baur hatte Häfner für Schweikardt eingewechselt. Michalczyk egalisierte beim 9:9 nach 20 Minuten, trotz der bislang 6/2 Paraden Bitters. Der TVB-Trainer unterbrach das Spiel, Schweikardt kam zurück. Svitlica besorgte im Gegenstoß, der TVB-Spielmacher war mit Schmerzen im linken Sprunggelenk liegen geblieben, die 9:10-Führung (23.). Michalczyk legte nach, da Stuttgart im Angriff das Timing in den Aktionen abhanden gekommen zu sein schien. Häfners Impuls beim 10:11 (25.) war daher wichtig für die Schwaben, doch GWD blieb vorne. Bilbijas finaler Freiwurf trudelte zum 13:15 ins TVB-Netz. 

Johannes Bitter war zornig, weil ihn seine Deckungsspieler im Stich gelassen hatten. Trotz der 9/2 Paraden des Schlussmanns lag der TVB zu recht zurück. Der 7:4-Lauf der zweiten Viertelstunde – an dem Cederholm nicht nur mit drei Treffern offensiv großen Anteil hatte, denn der Schwede brachte auch Weiß unter Kontrolle – ließ GWD Minden frohgemut auf die zweite Halbzeit blicken. Der TVB geriet zudem direkt nach Wiederanpfiff in Unterzahl, doch es kam anders, als von den Gästen gewünscht. Sie verpassten zunächst drei Großchancen um sich entscheidend abzusetzen. Ersatz-Kapitän Späth erzielte das 14:15 (34.) und schickte Gullerud für zwei Minuten raus. Schagen glich aus. 

Stuttgart schien die Pause gutgetan zu haben. Späth konterte aus einer stabilen Deckung zur 17:16-Führung (37.). Minden konnte jedoch rechtzeitig den Schalter umlegen. Michalczyk drehte das Spiel beim 18:19 (39.) erneut. Schagen glich beim 20:20 (42.) aus. So ging es hin und her. Beim TVB kehrte derweil Schweikardt zurück. Beide Teams suchten nach spielerischen Lösungen. Doder gelang dies beim 21:22 (45.) mit einem sehenswerten Durchbruch nach schnellem Passspiel. Der TVB schloss im Gegenzug überhastet ab. Die Ostwestfalen agierten aber auch längst nicht einwandfrei, sodass sich noch kein Fingerzeig für die Partie abzeichnete. Häfners 23:22 (49.) ging ein GWD-Fußfehler voraus. 

Frank Carstens unterbrach das Spiel zum zweiten Mal und läutete gleichermaßen die entscheidende Phase ein. Bitter parierte gegen Svitlica. Stuttgart ließ das 24:22 zunächst liegen, Schimmelbauer schied mit Schulterschmerzen aus. Dann schweißte Salger das Spielgerät in die GWD-Maschen. Svitlica scheiterte anschließend abermals am starken Bitter. Dass seine Mitspieler im Angriff Fehler über Fehler machten, hielt die Partie spannend. Bei Bilbijas 26:25 (56.) betrug der Unterschied ein Tor. Gullerud glich eine Minute vor Schluss zum 27:27 aus. Häfner hatte nochmals die Chance, das Spiel für Stuttgart zu entscheiden. Minden erwirkte einen Siebenmeter. Zvizej trat an – Bitter hielt.

Quelle: handball-world.news