Ein sportlicher und finanzieller Anreiz

Späth-Salger-Zweikampf

Zum zweiten Mal nach 2013 stehen die Handballer der TVB 1898 Stuttgart im Achtelfinale des DHB-Pokals. Die Aufgabe an diesem Mittwoch beim selbstbewussten Liga-Konkurrenten TBV Lemgo ist schwierig, das Team von Trainer Markus Baur möchte aber unbedingt in die nächste Runde. Baumgarten und Kretschmer fallen aus, Salger und Kraus sind zurück im Kader.

Das Erreichen des Viertelfinales wäre für die Bittenfelder ein großer sportlicher Erfolg. „Da waren wir noch nie“, sagt der TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt, der freilich auch den wirtschaftlichen Aspekt im Blick hat. „Finanziell haben wir im Pokal bisher draufgelegt.“ Die Kosten seien durch die Beträge, die den Vereinen im Wettbewerb zufließen, längst nicht gedeckt.

Die finanzielle Lücke schließen
Drei Tage war der TVB beim Erstrundenspieltag in Aue unterwegs, bereits am Dienstagvormittag machte sich das Team auf die Reise zum Spiel an diesem Mittwoch in Lemgo. „Es wäre wichtig weiterzukommen“, sagt Schweikardt. Mit etwas Losglück und einem Heimspiel könnte der TVB die finanzielle Lücke schließen – und hätte bei einem weiteren Sieg das Final Four im Mai in Hamburg erreicht.

„Wir fahren nicht einen Tage vor dem Spiel sieben Stunden nach Lemgo und in der Nacht wieder sieben Stunden zurück, um die Partie herzuschenken“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur. „Wir sind nur zwei Spiele vom Final Four in Hamburg entfernt.“ Für die größte Veranstaltung im Handball gelte es zu kämpfen.

Baur: „Es ist aber alles eng beieinander“
Was den TVB in der Lipperlandhalle erwartet, wird ihn kaum überraschen. Am siebten Spieltag der Punkterunde unterlag er nach einem recht kuriosen Spielverlauf mit 21:24. Nach schwachen ersten 30 Minuten und dem – schmeichelhaften – 8:14-Pausenrückstand kämpfte und spielte sich der TVB zwei Minuten vor dem Ende zum 21:21 heran und verpasste die große Chance auf zumindest einen Punkt.

Das Team von Baurs Weltmeister-Kollege Florian Kehrmann kam gut in die Saison und belegt mit 10:8 Punkten einen Platz im Tabellenmittelfeld. „Es ist aber alles eng beieinander“, sagt Baur. „Ich denke, wir haben in der zweiten Halbzeit in Lemgo gezeigt, wie man dort gewinnen kann.“ Dabei musste der TVB schon nach zwei Minuten auf Tobias Schimmelbauer nach einer Roten Karte verzichten, Michael Kraus war nicht in Vollbesitz seiner Kräfte.

Stabile TVB-Defensive
Nach der deutlichen 23:36-Niederlage bei den Füchsen Berlin setzte sich Lemgo in Gummersbach mit 37:30 durch, zeigte dabei eine souveräne Leistung und fiebert nun dem Pokalspiel entgegen. „Das ist vielleicht das Spiel des Jahres“, ließ sich Kehrmann im Vorfeld zitierten.

Anders als in der vergangenen Saison, präsentiert sich der TBV in der Defensive sehr stabil. Was in erster Linie an den Neuzugängen Fabian van Olphen und Isaias Guardiola festzumachen ist. Der Spanier zeigte vor allem auch gegen den TVB, was er offensiv drauf hat.

Diesbezüglich sind auch die Bittenfelder besser aufgestellt als zuletzt in Flensburg. Stefan Salger hat seine Krankheit überwunden, auch dem Einsatz von Michael Kraus steht nach seiner Brustwirbelblockade aus ärztlicher Sicht nichts entgegen.

Der Kreisläufer Simon Baumgarten (Rückenbeschwerden) und Rechtsaußen Finn Kretschmer (umgeknickt) machten die Reise nach Ostwestfalen nicht mit.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW