TBV und TVB: Teams im Gleichschritt

Stuttgart-Lemgo-Baumgarten-Angriff

In der Abschlusstabelle der vergangenen Saison waren der TBV Lemgo und der TVB 1898 Stuttgart nur durch die Tordifferenz getrennt, auch in der aktuellen Spielzeit liegen die Kontrahenten nach sechs Spieltagen gleichauf. Vieles deutet am Sonntag in der Lipperlandhalle auf ein spannendes Spiel hin. „Lemgo ist zu Hause der Favorit“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur.

TBV gegen TVB: Das ist auch das Duell zweier Weltmeister von 2007, die mittlerweile als Trainer tätig sind. Während der Ex-Lemgoer Spieler Markus Baur bereits einige Stationen hinter sich hat, ist Florian Kehrmann beim TBV Lemgo im Jahr 2014 direkt nach dem Ende seiner Spielerkarriere auf die Trainerbank gewechselt. Mit dem zweimaligen Deutschen Meister kämpfte Kehrmann in allen drei Spielzeiten gegen den Abstieg.

„Lemgo ist auf einem guten Weg“
Am Ende der vergangenen Spielzeit lagen der TBV und der TVB mit jeweils 23:45 Punkten lediglich einen Punkt vom ersten Abstiegsplatz entfernt. Die direkten Duelle waren hochspannend: Simon Baumgarten rettete mit seinem Treffer fünf Sekunden vor der Schlusssirene den 30:29-Hinspielsieg in der Scharrena. In Lemgo hatte der TVB in der 56. Minute mit 22:24 im Hintertreffen gelegen und rettete beim 24:24 noch einen ebenso glücklichen wie wertvollen Punkt.

„Ich hätte nichts dagegen, wenn’s am Sonntag wieder so ausgeht“, sagt Markus Baur vor der Rückkehr nach Lemgo, wo er von 2001 bis 2007 als Spieler und später zwei Spielzeiten als Trainer tätig war. Die guten Auftritte in den ersten sechs Partien haben Eindruck hinterlassen beim TVB-Coach. „Lemgo ist auf einem guten Weg.“

Lemgo: Der Saisonauftakt ist gelungen
Nach drei Jahren Abstiegskampf möchte sich der Bittenfelder Gegner in dieser Saison in ruhigeren Gewässern bewegen. Der Saisonauftakt jedenfalls ist gelungen. Nach der knappen 24:26-Auftaktniederlage gegen den Deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen überraschte Lemgo mit dem 28:24-Sieg in Erlangen und dem 33:29-Erfolg gegen Leipzig. Von der zweiten Saisonniederlage beim 20:24 in Ludwigshafen zeigte sich das Team von  Trainer Florian Kehrmann gut erholt: Gegen die favorisierten Teams aus Melsungen (26:26) und Göppingen (27:27) holte es einen Punkt.

Grund für die neue Stärke könnte die Kaderumstellung sein. Lemgo habe sich klug verstärkt, sagt Baur. Vom Erstliga-Absteiger HBW Balingen-Weilstetten kam der schwedische Nationaltorhüter Peter Johannesson, der mit dem polnischen Nationalkeeper Piotr Wyszomirski ein gutes Gespann bildet.

Fabian van Olphen: Ein Spieler, der im Angriff kaum Fehler macht
Aus Magdeburg wechselte Fabian van Olphen zu den Lipperländern. Der Niederländer gilt als vorzüglicher Abwehrspieler. In Lemgo überzeugt der auch im linken Rückraum, wo er in Magdeburg angesichts der starken Konkurrenz wenig Spielanteile bekam. „Mich überrascht es nicht, dass van Olphen in Lemgo einschlägt wie eine Bombe“, sagt Baur.

Für die andere Halbposition im Rückraum verpflichtete der TBV aus Erlangen Isaias Guardiola – wie van Olphen ein Abwehrkönner. Und ein Spieler, der im Angriff kaum Fehler mache, sagt Baur.

Schnelles Umschaltspiel
Mit den Neuverpflichtungen ist der TBV Lemgo vor allem im Rückraum deutlich besser aufgestellt als in der vergangenen Saison. Mit dem Shooter Azat Valiullin, dem ungarischen Talent Donat Bartok sowie den beiden Spielmachern Tim Suton und Andrej Kogut hat Kehrmann etliche Optionen. Noch verletzt ist Rolf Hermann.

Am Kreis teilen sich der Ex-Nationalspieler Christoph Theuerkauf und Christian Klimek die Aufgaben, schnell auf den Beinen ist das Außengespann Patrick Zieker/Tim Hornke. Die beiden sind wichtig für die Spielphilosophie des TBV, der versucht, über das schnelle Umschaltspiel zum Erfolg zu kommen.

Baur: „Lemgo ist zu Hause zwar der Favorit“
Diesbezüglich hat sich zur vergangenen Spielzeit nichts geändert. „Die Abwehr ist jetzt aber viel kompakter“, so Baur. Etwas holprig verlief die Spielvorbereitung beim TVB. Michael Schweikardt, Finn Kretschmer und Stefan Salger kränkelten, Simon Baumgarten setzte wegen Rückenschmerzen mit dem Training aus. „Lemgo ist zu Hause zwar der Favorit“, sagt Baur. „Wir fahren aber hin, um ein gutes Spiel zu machen. Und wer in Göppingen gewinnt, der kann auch in Lemgo etwas holen.“

Eine durchschlagskräftigere Offensive als zuletzt dürfte vonnöten sein. Weiterhelfen könnte hier wieder Dominik Weiß, der in Göppingen in der Schlussphase überzeugte. Auch in der Abwehr kann der TVB den „Langen“ gut gebrauchen. Nicht nur im Mittelblock, wo Manuel Späth und Samuel Röthlisberger immer besser funktionieren, sondern auch auf der Halbposition gegen den linken Rückraum des Gegners.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW