TVB Stuttgart muss in die Hauptstadt

Das zweite Spiel in der englischen Woche führt Handball-Bundesligist TVB Stuttgart am morgigen Donnerstag in die Hauptstadt. Dort warten in der Max-Schmeling-Halle die Füchse Berlin. Der kommende Gegner ist noch verlustpunktfrei und will natürlich mit einem Erfolg an Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf dranbleiben.

 

Selbst Handballexperten stutzen beim Anblick der aktuellen Rangliste der DKB Handball-Bundesliga. Nicht die Rhein-Neckar Löwen, der THW Kiel oder die SG Flensburg Handewitt führen die Tabelle an, sondern die TSV Hannover-Burgdorf. Und die Niedersachsen scheinen Gefallen daran gefunden zu haben, von der Spitze zu grüßen. Das Team des neuen spanischen Trainers Antonio Carlos Ortega besiegte am Sonntag im Spitzenspiel den SC Magdeburg mit 32:30. Der TBV Lemgo ertrotzte gegen den Tabellenzweiten aus Melsungen ein 26:26 Unentschieden und hat nun 5:5 Zähler auf seinem Konto.

 

Da durfte sich der TVB 1898 Stuttgart am Sonntag gegen die Eulen Ludwighafen keinen Patzer erlauben. Das Team von Trainer Markus Baur besiegte in keinem schönen, aber jederzeit spannenden Spiel die Pfälzer mit 25:22. „Der Erfolg war letztendlich verdient“, räumte auch Gästetrainer Benjamin Matschke ein. Aber seine Mannschaft verlangte den aufgrund von Verletzungen nicht in Bestbesetzung angetretenen Gastgebern alles ab. „Am Ende hat die Cleverness des TVB den Ausschlag gegeben“, urteilte Matschke. Und auch die Qualität im Kader. Mimi Kraus und Jogi Bitter liefen erst in der Schlussphase der Partie richtig heiß und gaben der Partie die entscheidenden Impulse. So zogen die WILD BOYS von 20:20 auf 23:20 davon. „Stuttgart hat die leichten Tore gemacht“, erläuterte Matschke, der damit auch die beiden Treffer von Stefan Salger meinte, mit denen der Linkshänder die Begegnung endgültig entschied. „Wir sind jetzt erstmal super happy“, freute sich TVB-Trainer Markus Baur, gestand aber gleichzeitig auch ein: „Die Partie hätte auch kippen können.“ Vor den drei Auswärtsspielen jedoch ein ganz wichtiger Sieg.

 

Das erste Auswärtsspiel führt die WILD BOYS gleich in die Hauptstadt. Die Füchse Berlin sind derzeit noch ohne Verlustpunkt, haben aber wegen ihrer Teilnahme an der Vereinsweltmeisterschaft, wo sie in diesem Jahr im Endspiel am FC Barcelona scheiterten, erst drei Spiele absolviert. Auch Die Eulen Ludwigshafen hätten bereits in Berlin schon etwas reißen können, unterlagen aber am Ende deutlich mit 31:24. Den Big Point aber holten die Hauptstädter mit ihrem Erfolg in Magdeburg (30:26) während der Sieg beim Aufsteiger in Hüttenberg sicherlich bei Trainer Velimir Petkovic eingeplant war. Entscheidend verstärkt haben sich die Hauptstädter vor der Runde mit Kreisläufer Erik Schmidt und Marko Kopljar. „Dadurch haben wir im Angriff mehr Varianten“, meinte Torhüter Petr Stochl gegenüber der HANDBALLWOCHE. Durch die starke Abwehr gehören die Füchse auf jeden Fall mit zum Favoritenkreis für die deutsche Meisterschaft. Die drei Erfolge zu Beginn der Runde waren bereits ein verheißungsvoller Auftakt.

Quelle: Joachim Gröser, TVB