Mehr technische Fehler als Fehlwürfe

Mit viel Mühe haben die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart am Sonntag die Ludwigshafener Eulen eingefangen, eine Glanzleistung indes war’s nicht. „Einiges lässt sich aufgrund unserer Personalsituation erklären“, sagte der TVB-Trainer Markus Baur einen Tag nach dem 25:22-Erfolg. „Die vielen technischen Fehler sollten jedoch nicht die Regel werden.“

Ungewöhnlich ist’s, wenn die Quote der technischen Fehler und Fehlabspiele höher ist als die der Fehlwürfe. Am Sonntag machte eben diese Schwäche den Bittenfeldern lange Zeit schwer zu schaffen. Wobei es der Aufsteiger aus Ludwigshafen mit seiner laufintensiven, aggressiven Abwehrarbeit dem TVB auch extrem schwer machte, ein sicheres Angriffsspiel aufzuziehen. „Die Eulen haben das umgesetzt, was sie sich vorgenommen hatten“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur.

Stefan Salger zeigte keine Nerven
Nach den Ausfällen von Djibril M’Bengue, Dominik Weiß und Marian Orlowski war Stefan Salger der einzige verbliebene Akteur, der aus der Fernwurfzone richtig gefährlich war für die Eulen. Darauf hatten sie sich sehr gut vorbereitet. In der nervenaufreibenden Schlussphase indes mussten die Eulen den 21-Jährigen aus ihren Fängen lassen: Salger zeigte keine Nerven – und bekam vom TVB-Geschäftsführer hernach ein dickes Lob. „Stefan hat sich die Würfe mit Überzeugung genommen“, sagte Jürgen Schweikardt.

Neun Bitter-Paraden reichen, um das Gegenüber auszustechen
Auf der anderen Seite wusste sich aus der Distanz lediglich Gunnar Dietrich hin und wieder durchzusetzen. Gut ihm Griff hatten die Bittenfelder die „Shooter“ Patrick Weber und Robin Egelhof, die ohne Treffer blieben. Deutlich mehr Schwierigkeiten hatte der TVB, die Nahdistanz dicht zu bekommen. Am Ende durfte sich der TVB glücklich schätzen, zwei Weltmeister in seinen Reihen zu haben: Johannes Bitter und Michael Kraus setzten in den letzten zehn Minuten die entscheidenden Wirkungstreffer und zeigten, wie wertvoll sie für den TVB sind. „In der Crunch-Time waren sie da“, so Baur. In den 50 Minuten davor waren Bitter und Kraus nicht besonders in Erscheinung getreten.

Bitter steigerte sich zwar im Laufe der Partie und brachte es am Ende auf neun Paraden. Das ist kein überragender Wert, damit indes hatte er sein Gegenüber Kevin Klier klar ausgestochen. Nur fünfmal war der in den ersten Partien so starke Eulen-Keeper zur Stelle. „Ich kann mich an kein Spiel erinnern, in dem er so wenige Bälle gehalten hat“, sagt Baur.

Technische Fehler waren das Hauptproblem des TVB
Dem TVB war’s recht, einen großen Vorteil indes zog er nicht daraus. Wobei die Wurfquote gar nicht so schlecht war. Das größte Manko war die ungewohnt hohe Anzahl von technischen Fehlern und Fehlabspielen. Auch Kraus war nicht frei davon – wenig überraschend allerdings für seinen Trainer, der froh war, dass sein Rückraumspieler nach Problemen mit der Lendenwirbelsäule überhaupt einsatzfähig war. „Mimi braucht das Training, die Pause war ihm deutlich anzumerken. Ihm hat ein Stück weit die Sicherheit gefehlt.“

Am Donnerstag gegen die Füchse Berlin
Bereits am Donnerstag muss der TVB wieder ran: Bei den Füchsen Berlin darf er, anders als gegen die Eulen, wieder in die Außenseiterrolle schlüpfen. Die Berliner hatten am Sonntag erhebliche Schwierigkeiten, sich beim Aufsteiger TV Hüttenberg mit 30:28 durchzusetzen. Das Team von Trainer Velimir Petkovic ist, zusammen mit dem Überraschungs-Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf, das einzige verlustpunktfreie Team in der Liga.

Vielleicht kehrt Dominik Weiß wieder zurück ins Team. Gegen Ludwigshafen wärmte er sich auf, ein Einsatz war aber – noch – nicht geplant. „Wenn ich das Okay von den Ärzten bekomme, wird er ein paar Minuten spielen“, sagt Baur. Spätestens am Sonntag in Göppingen soll der „Lange“ aber wieder auf dem Platz stehen.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW