Schweres Spiel gegen den Aufsteiger

Am vergangenen Wochenende gewannen Die Eulen Ludwigshafen, wie sich die TSG Friesenheim jetzt nennt, gegen den TBV Lemgo, während die WILD BOYS in Magdeburg verloren. Damit kommt der Partie am Sonntag (12.30 Uhr) bereits eine richtungsweisende Bedeutung zu.

Gewinnen die Einheimischen, können sie sich ins Mittelfeld der Tabelle absetzen. Bei einer Niederlage wäre das Team aber mittendrin im Abstiegskampf. Und das will man in Stuttgart bekanntlich unter allen Umständen vermeiden. Daher ist am Sonntag ein Sieg wichtiger denn je, doch die Eulen werden mit viel Selbstvertrauen hier in der SCHARRena antreten.

Da passt es überhaupt nicht ins Bild, dass das Verletzungspech beim TVB 1898 über Gebühr zugeschlagen hat. Fast der komplette Rückraum droht auszufallen. Marian Orlowski zog sich einen Teilriss im Innenband des rechten Knies zu. Dominik Weiß wurde ein Hämatom am rechten Schienbein entfernt, so dass auch er noch nicht eingesetzt werden kann. Auch Mimi Kraus droht wegen  einer Überlastungsreaktion in der Lendenwirbelsäule ebenfalls auszufallen. Und mit den beiden Linkshändern Djibril M’Bengue und Felix Lobedank kann Trainer Markus Baur auch noch nicht rechnen. „Spätestens jetzt sind wir nicht mehr der klare Favorit, das wird ein Spiel auf Augenhöhe“; so TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt.

„Die Eulen werden in der Liga bleiben“, sagt zumindest Teammanager Philipp Grimm. Aber auch er weiß, wie schwierig diese Aufgabe für den Neuling wird. Erfahrung haben die Ludwigshafener ja bereits damit, ihre ersten beiden Gastspiele in der DKB Handball-Bundesliga endeten in den Runden 2010/11 und 2013/14 jeweils bereits nach nur einer Saison. In diesem Jahr wird es mit Sicherheit nicht einfacher. Heuer gab es in den ersten drei Partien im Oberhaus nur Niederlagen. 25:32 im Auftaktmatch gegen Göppingen, 26:30 in Magdeburg und 24:31 in Berlin. Zuletzt besiegten die Eulen allerdings das aufgrund der Auftakterfolge höher eingeschätzte Team aus Lemgo klar mit 24:20. Das ist den WILD BOYS sicherlich Warnung genug. Die Ludwigshafener Vorstädter stützen sich bei ihrem Kampf gegen den Abstieg auch darauf, dass es in der Saison 2017/18 nur zwei Absteiger aus der Handball-Bundesliga gibt.

Darauf setzt auch Trainer Benjamin Matschke. Übrigens ist „Matsch“ ein Kind des württembergischen Handballs. Er spielte zunächst beim TSV Weinsberg, bevor er dann zum TV Kornwestheim wechselte und hier auf Anhieb den Sprung in die zweite Bundesliga schaffte. Nach der Insolvenz der HBR Ludwigsburg folgte er Trainer Thomas König zur TSG Friesenheim, wo er lange Jahre in der ersten und zweiten Bundesliga spielte. Dann wurde er Trainer beim TV Hochdorf. 2015 kehrte er zu den „Eulen“ zurück und schaffte jetzt mit der Mannschaft den Aufstieg.

Warum soll es den Ludwigshafener Vorstädtern nicht gelingen, die Liga zu halten? Die DKB Handball-Bundesliga spielt zurzeit eh verrückt. Da gewinnt die TSV Hannover-Burgdorf in Kiel, drei Tage später unterliegen die Zebras in Melsungen erneut. Aber auch Nordrivale SG Flensburg-Handewitt musste überraschend in Leipzig Federn lassen Tabellenführer ist nach vier Spieltagen die TSV Hannover-Burgdorf und freut sich jetzt auf das Spitzenspiel gegen Magdeburg. Wer hätte das gedacht? Aber jetzt haben sich die Ergebnisse wieder normalisiert. Am Donnerstag gab es keine Überraschungen. Kiel und Flensburg siegten, während Frisch Auf Göppingen in Minden über ein Unentschieden nicht hinauskam.

Aufgrund des großen Verletzungspechs müssen die Zuschauer am Sonntag in der SCHARRena gegen Die Eulen Ludwigshafen wie ein 8. Mann hinter ihrer Mannschaft stehen. Nur so können die WILD BOYS gegen das Team aus der Pfalz die Oberhand behalten. Und das wollen doch sicher alle Anhänger des TVB 1898 Stuttgart.

Quelle: Joachim Gröser, TVB