Erlangen gewinnt beim TVB

Der TVB Stuttgart konnte im zweiten Heimspiel nicht an die Überraschung vom Auftaktsieg gegen die MT Melsungen anknüpfen. Stattdessen konnte der HC Erlangen mit einem deutlich besseren Auftritt als noch bei der Lemgo-Niederlage diese Schwarte auswetzen. Die Franken setzen sich in Stuttgart am Ende mit 29:31 (17:12) durch, obwohl die Hausherren im zweiten Durchgang mehrfach nochmals auf ein Tor herankamen. Beide Teams rangieren nun mit ausgeglichenem Punktekonto im Mittelfeld. Erfolgreichste Torschützen der beiden Teams waren Nicolai Theilinger (HC Erlangen) und Bobby Schagen (7/2, TVB Stuttgart).

Beide Trainer hatten im Vorfeld von ihren Teams mehr Druck und mehr Tempo gefordert, auf Stuttgarter Seite hatte Markus Baur aber auch vor der Erlanger Flügelzange gewarnt. Vor allem aber sollte das Team des TVB die Angriffe konzentrierter ausspielen und Torgelegenheiten klar herausarbeiten. Der einzige Stuttgarter Rückraumrechte Stefan Salger nahm sich stattdessen gleich den ersten Wurf verfrüht und scheiterte an HCE-Torhüter Gorazd Skof. Dafür erwischte Erlangens Linkshänder im Rückraum einen perfekten Start, er traf zum 0:1 und zum 1:2.

Erst nach rund fünf Minuten gelang es den Hausherren mit der notwendigen Ruhe zu agieren. Zwar behielten beide Teams das Tempo hoch, spielten aber ihre Angriffe im Positionsspiel ruhiger aus. Die Partie blieb dadurch ausgeglichen, mehrfach wechselte die Führung, beim 5:4 gingen dann die Hausherren letztmalig in Führung. Ein Zwischenspurt vom 4:5 zum 8:5 aus Sicht der Gäste sollte letztlich entscheidend sein. Das Team von Trainer Robert Andersson wirkte insgesamt ruhiger und konzentrierter, hatte die Partie nun im Griff ohne die Hausherren letztlich zu dominieren.

Beim TVB Stuttgart machten sich vor allem im Rückraum die personellen Engpässe bemerkbar, durch die Verletzungspausen von Felix Lobedank und Djibril M’Bengue kann Markus Baur hier nur zwischen Rechtshändern wechseln. Dennoch berappeln sich die Schwaben, Bobby Schagen beendet die Torflaute, zudem soll die gleichzeitige Einwechslung von Michael Schweikardt und Michael Kraus für mehr Dynamik sorgen. Dafür findet allerdings die TVB-Abwehr keinen Zugriff auf den Erlanger Angriff, der sich nun sogar auf fünf Tore absetzt. Clever angeführt von Michael Haaß findet der Angriff des HCE immer wieder die Lücken, so dass es mit 12:17 in die Pause geht.

Offensichtlich hatte Stuttgarts Trainer Markus Baur in der Kabine nochmals an die Ansagen für das Spiel erinnert. Jetzt wirkten die Hausherren deutlich souveräner, verkürzten Tor um Tor, wodurch die Gäste deutlich nervöser wurden und mehrfach überhastet abschlossen. Der TVB stellte nun clever zwei Kreisläufer im Angriff, sorgte so für Räume, die dann Marian Orlowski mit seinem Rückraum-Hammer zum 18:19 nutzen kann. Erlangen reagiert mit der Auszeit, verhindert den Ausgleich und erarbeitet sich durch eine ruhigere und besonnere Spielweise wieder einen Vorsprung.

Ein glückliches Händchen hatten dabei auch die Erlanger Torhüter Gorazd Skof und Nikolas Katsigiannis, die immer zum richtigen Zeitpunkt wechselten, so dass gerade Katsigiannis mit spektakulären Paraden den Erlanger Vorsprung verteidigte. Zwar konnte Tobias Schimmelbauer, der insgesamt eine starke Partie zeigte, in der 49. Minute auf 24:25 verkürzen, doch wieder schaffte der TVB in der Folge den Ausgleich nicht. Nachdem dann auch noch Finn Kretschmer in der 52. Minute einen Wurf von schlechtem Winkel ins Außennetz setzte und Theilinger im Gegenzug mit einem Gegenstoß zum 24:27 erhöhte, standen alle Zeichen auf einen Sieg der Gäste.

Zwar scheiterte der bis dahin treffsichere Strafwurfschütze Johannes Sellin in der 54. Minute am Stuttgarter Torhüter Johannes Bitter. So verkürzte der TVB im Gegenzug letztmals auf 25:27, konnte dann aber nicht mehr nachlegen. Andreas Schröder erhöht auf 25:28, Katsigiannis pariert und spätestens Schröders Treffer zum 26:30 in der 58. Minute war dann die endgültige Entscheidung. Zwar hielt der TVB den Druck bis zum Schlusspfiff hoch, mehr als Ergebniskorrektur zum 29:31-Endstand war dann nicht mehr möglich.

Quelle: www.handball-world.news