TVB will Premieren-Sieg veredeln

Hochgelobt worden sind die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart nach dem nicht einkalkulierten Auftaktsieg gegen die MT Melsungen. Nun gilt’s, am Sonntag in der ausverkauften Scharrena die Leistung zu bestätigen. „Wir werden alles versuchen, auch hier zu punkten“, sagt der TVB-Trainer Baur. Indes: Die Franken sind nicht eben ein Lieblingsgegner.

Nur sieben Spiele gab’s am ersten Spieltag – und nur eine Überraschung: Der TVB hielt die ambitionierten Melsunger mit 29:27 in Schach. Der zweite Gegner des TVB, der HC Erlangen, hatte reichlich Muße, die Bittenfelder unter die Lupe zu nehmen: Weil die Füchse Berlin bei der Club-WM in Doha zugange waren, musste das Auftaktspiel des HCE verlegt werden.

Erlanger hatten genügend Testspiele
Der TVB-Trainer Markus Baur weiß dennoch, was auf seine Mannschaft am Sonntag zu ungewohnter Zeit um 12.30 Uhr zukommen wird: Die Erlanger hatten genügend Testspiele in der Vorbereitung – und blieben in sämtlichen zehn Partien ohne Niederlage. Unter anderen schlugen die Franken zweimal den dänischen Meister Aalborg Handbold (26:25 und 32:30) sowie den polnischen Vizemeister und Champions-League-Teilnehmer Wisla Plock (32:22). Auch im DHB-Pokal präsentierten sich die Erlanger beim 42:24 gegen den Drittligisten SG Nußloch und 33:19 gegen den Zweitligisten SG BBM Bietigheim stark. Im ersten Punktspiel hatte es das Team von Trainer Robert Andersson am gestrigen Donnerstag mit dem TBV Lemgo zu tun.

Kader des HCE auf einigen Positionen verändert
„Erlangen ist eine sehr stabile Mannschaft, spielt variabel und hat jede Position doppelt besetzt“, sagt Markus Baur. Im Vergleich zur vergangenen Saison, die der HCE als Neunter abschloss und sich über das Prädikat „bester Aufsteiger der vergangenen zehn Jahre“ freuen durfte, wurde der Kader auf einigen Positionen verändert. Mit Pavel Horak und dem besten Torschützen Ole Rahmel verloren die Franken zwar zwei wichtige Spieler, die Neuzugänge dürften diese Verluste jedoch mehr als aufwiegen.

Für den Rechtsaußen Rahmel holten die Erlanger aus Melsungen den Nationalspieler Johannes Sellin, mit dem der TVB schlechte Erfahrungen gemacht hat. Aus Paris St. Germain kam der 40-jährige Torhüter Goradz Skof, der mit Nikolas Katsigiannis nun ein sehr starkes Gespann bildet. Christoph Steinert wechselte aus Leipzig zum HCE, er bestückt zusammen mit Nicolai Theilinger den rechten Rückraum. Nico Büdel (aus Coburg) und der Ex-Nationalspieler Michael Haaß ziehen auf der Rückraum-Mitte-Position die Fäden, Andreas Schröder (vom VfL Gummersbach) gilt als Abwehrexperte.

Franken sind am Kreis gut aufgestellt
Ein halber Neuzugang ist der Kreisläufer Uros Bundalo: Der slowenische Nationalspieler war zur vergangenen Saison aus Nantes zum HCE gestoßen, fiel jedoch verletzungsbedingt aus. Mit ihm und Jonas Thümmler sind die Franken am Kreis gut aufgestellt.
„Individuell sind die Erlanger nicht ganz so stark wie Melsungen“, sagt Baur. Das bedeute jedoch nicht, dass die Aufgabe für sein Team leichter sei. In der vergangenen Saison zog der TVB sowohl auswärts (26:30) wie auch in Stuttgart (24:27) den Kürzeren.

Baur ist dennoch optimistisch
Der TVB wird voraussichtlich mit dem Melsungen-Kader antreten: Manuel Späth hat wegen der Prellung am Steißbein zwar nur reduziert trainiert. Baur geht jedoch davon aus, dass der Kreisläufer am Sonntag einsatzbereit sein wird. Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Dominik Weiß: Der Abwehrchef laboriert weiterhin an einem heftigen Bluterguss in der Wade.
Baur ist dennoch optimistisch. „Wir gehen mit erhobenem Haupt ins Spiel und sind sicherlich in der Lage, auch gegen Erlangen zu gewinnen.“

Quelle: Thomas Wagner, ZVW