Auftakt gegen Top-Team Melsungen

Neues Spiel – neues Glück. Die Saison in der DKB Handball-Bundesliga geht am Donnerstagabend wieder los. Dabei trifft der TVB 1898 Stuttgart in der Porsche-Arena auf die MT Melsungen.

Davor fand am letzten Wochenende die erste Runde im DHB-Pokal statt. Hier setzten sich die WILD BOYS souverän durch und zeigten sich dabei vor allem im Angriff bärenstark. Gegen den HSV Bad Blankenburg gab es einen 34:11 Erfolg und gegen Zweitligist und Gastgeber EHV Aue siegte der TVB 1898 Stuttgart mit 38:27. Nach diesen beiden Erfolgen stehen die WILD BOYS nun im Achtelfinale. Überraschungen blieben jedoch in den Pokalspielen nicht aus. So eliminierte die HG Saarlouis den VfL Gummersbach, der TuS Ferndorf schaltete GWD Minden aus und Aufsteiger Hüttenberg verlor gegen Absteiger Bergischer HC. Aber auch die Berliner Füchse taten sich sehr schwer und setzten sich erst nach Verlängerung gegen Nordhorn durch.

Mit der nun am Donnerstag beginnenden Saison in der DKB Handball-Bundesliga gehen einige grundlegende Änderungen einher. Es wird künftig zwei feste Spieltage geben, Donnerstag und Sonntag. Die Anwurfzeiten sind dann 19.00 Uhr am Donnerstag und 12.30 Uhr beziehungsweise 15.00 Uhr am Sonntag. Dies verlangt der neue Fernsehvertrag. Aber auch der Abstiegsmodus wurde geändert. In Zukunft werden nur noch zwei Mannschaften die DKB Handball Bundesliga nach dem Ende einer Saison verlassen müssen. Als Aufsteiger neu hinzugekommen sind die Traditionsvereine TuS Nettelstedt-Lübbecke, der TV Hüttenberg und die Friesenheimer Eulen, die nun unter neuem Namen „Die Eulen Ludwigshafen“ an den Start gehen.

Aber auch bei der Mannschaft des TVB 1898 Stuttgart hat sich gegenüber der letzten Runde einiges getan. Insgesamt acht neue Spieler stehen Trainer Markus Baur in der kommenden Saison zur Verfügung. Der von Frisch Auf Göppingen gekommene Manuel Späth ist ein absoluter Führungsspieler, der in Abwehr und Angriff Spitzenniveau hat. Vom TBV Lemgo verpflichtet wurde mit Jonas Maier ein junger, zielstrebiger Torwart, der große Ambitionen besitzt. Samuel Röthlisberger vom BSV Bern Muri ist ein junger Schweizer Nationalspieler, dessen Qualitäten mehr in der Abwehr zu finden sind. Linkshänder Stefan Salger (SG Leutershausen) ist auf den Tag genau gleich alt wie Samuel Röthlisberger. Seine Stärken liegen durch seinen starken Wurf eher im Angriff. Max Häfner vom TSB Schwäbisch Gmünd kann sowohl Linksaußen als auch Rückraummitte spielen und besticht durch seine Dynamik und Schnelligkeit.

Nick Lehmann ist der jüngste Spieler im Kader. Er wird als dritter Torwart viel im Erstliga-Kader trainieren, aber in der zweiten Mannschaft spielen. Mit einem Zweitspielrecht für die SG Leutershausen ist Sascha Pfattheicher ausgestattet. Er wird an der Bergstraße trainieren und Dritte Liga spielen. Und last but not least haben die WILD BOYS in Florian Burmeister ein weiteres Eigengewächs im Kader, das sich im Bundesligateam weiterentwickeln und in der zweiten Mannschaft viel Verantwortung übernehmen soll. Das bestehende Personal und die Neuzugänge haben insgesamt dazu geführt, dass der TVB 1898 Stuttgart in der Prognose von Ljubomir Vranjes in der HANDBALLWOCHE dem Mittelfeld zugeordnet wird. „Die Qualität reicht, um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben“, so der Coach von Ungarns Spitzenclub Veszprem.

Aber auch bei der MT Melsungen hat sich vor der Saison einiges getan. Der ohnehin schon ausgezeichnete Kader von Cheftrainer Michael Roth wurde noch weiter verstärkt. Mit Julius Kühn, Finn Lemke und Tobias Reichmann haben die Nordhessen gleich drei aktuelle deutsche Nationalspieler an Land gezogen. Dazu kommen mit Lasse Mikkelsen (Dänemark) und Nebojsa Simic (Montenegro) weitere Akteure mit internationaler Erfahrung hinzu. Ljubomir Vranjes ordnet in seiner Saisonprognose in der HANDBALLWOCHE den „Bartenwetzern“ insgesamt vier von fünf Bällen zu und sagt. „Ich erwarte einiges von dieser Mannschaft.“ Aber auch Trainer Michael Roth schürt die Erwartungshaltung in Nordhessen. „Wir wollen unter die ersten sechs Teams in der Liga“, stellt der Nordbadener in hessischen Diensten fest und ergänzt: „Ab 2020 wollen wir in die Champions League:“

Da backt der TVB noch kleinere Brötchen. Aber drei Jahre ununterbrochen in der stärksten Handballliga der Welt sind auch in der Handballregion Stuttgart  ein deutliches Zeichen für den Aufschwung. Mit den beiden Spielstätten SCHARRena und Porsche-Arena passt auch die Infrastruktur. Und die größere der beiden Hallen wird im ersten Heimspiel der neuen Saison wieder ausverkauft sein. „Die Stimmung hier ist einfach super“; hatte WILD BOYS Coach Markus Baur bereits letzte Saison angemerkt. Und eine solche Atmosphäre benötigt die Heimmannschaft auch am Donnerstag, um der MT Melsungen entscheidend Paroli bieten zu können. Beim Turnier in Altensteig gab es im Juli noch eine deutliche Niederlage für die Mannschaft vom TVB. Trainer Markus Baur wird sicherlich seine Schlüsse aus diesem Negativerlebnis gezogen und seine Mannschaft dementsprechend für das erste Saisonspiel eingestellt haben.

Quelle: Joachim Gröser, TVB