TVB-Handballer auf dem Prüfstand

Traditionell sehen die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart zum Trainingsauftakt keinen Ball: Am Montag standen diverse Kraft-, Beweglichkeits- und Ausdauertests auf dem Programm. Anhand der Ergebnisse bekommen die Spieler ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm zur Hand. An diesem Mittwoch macht sich der TVB-Tross auf ins Ultental in Südtirol.

Sechs Wochen Vorbereitungszeit bleiben dem Trainerteam um Chef-Coach Markus Baur, ehe am 19. August mit dem DHB-Pokal das erste Pflichtspiel für den TVB 1898 Stuttgart auf dem Programm steht.
Daten als Grundlage für das Trainingsprogramm
Nach der wohlverdienten Pause trafen sich die Spieler am Montag zum ersten gemeinsamen Training – allerdings nicht in der Sporthalle: Im Fitnessclub Fellbach und im Puls-Fit- und Wellnessclub Stuttgart-Wangen wurden die Rumpfkraft, Beweglichkeit und Ausdauer der Spieler auf den Prüfstand gestellt.

Die Daten dienen als Grundlage für das Trainingsprogramm in den nächsten Monaten.

Jonas Maier und Djibril M’Bengue waren die Ersten, die um kurz nach halb neun in der Früh in Fellbach schwitzten. Hier der vergleichsweise schmächtige neue Torhüter aus Lemgo, da das Kraftpakt aus dem Rückraum. Wenig überraschend ist’s, dass die Kraftmessungen unterschiedliche Resultate brachten.

Wichtig: eine gut ausgebildete Rumpfmuskulatur

Maier weiß seit Montag, woran er arbeiten muss. Sein neuer Kollege spendete jedoch sogleich Trost: Muskelpakete brauche Jonas nicht, sagte M’Bengue und grinste. „Er muss halt im Tor stehen und die Bälle halten.“

Die Masse an Muskels sei nicht der Maßstab im Handball, so Marcel Röhrle vom Fitnessclub Fellbach. Sehr wichtig jedoch sei eine gut ausgebildete Rumpfmuskulatur und damit eine stabile Körpermitte. „Gerade für Handballer, bei denen viele Bewegungen aus dem Rumpf heraus kommen.“ Mit den Rumpfkraftmessungen werden muskuläre Ungleichgewichte in sämtlichen Rücken- und Bauchmuskelgruppen ermittelt.

Unmittelbares Feedback für die Spieler

Die Kraftkurven werden aufgezeichnet und sind am Laptop sofort einsehbar. Damit bekommen die Spieler nicht nur ein unmittelbares Feedback, sondern können ihre Werte mit denen der jüngsten Messungen vergleichen. Zweimal im Jahr, vor der Saison und vor dem Start der Rückrunde, unterziehen sich die Spieler den Tests.

Die Ergebnisse werden an das Physiotherapeuten-Team des TVB weitergereicht und helfen ihm bei der Zusammenstellung der individuellen Trainingspläne. „Zusätzlich geben wir unsere Empfehlungen weiter“, so Röhre.

Beweglichkeit im Hüft- und Lendenwirbelbereich

Während der Rumpfkrafttest auf wissenschaftlichen Daten beruht, stützt sich der sogenannte „Functional-Movement-Screen“ (FMS) eher auf augenscheinliche Beobachtungen. „Natürlich gibt es bestimmte Richtwerte“, sagt Sandra Suchanek.

Die Physiotherapeutin des TVB prüfte im Nebenzimmer die Beweglichkeit der Spieler, allen voran im Hüft- und Lendenwirbelbereich. Kraft sei wichtig im Handball, sie dürfe aber nicht die Beweglichkeit einschränken. „Die richtige Mischung macht’s. Die Ergebnisse fließen ins Vorbereitungsprogramm mit ein.“

Siebentägiges Trainingslager in Südtirol

Am Nachmittag wurde mit Hilfe des „Conconi-Tests“ die Ausdauerfähigkeit der Spieler geprüft, an diesem Mittwoch startet die Vorbereitung mit dem siebentägigen Trainingslager in Südtirol. Im Ultental, fast schon die zweite Heimat der Bittenfelder, werden nicht nur die konditionellen Grundlagen für die Saison gelegt.

Auf dem Programm stehen auch wieder diverse Teambildungs-Maßnahmen – unter anderen eine zweitägige Bergtour inklusive einer Übernachtung im Zelt auf rund 2700 Metern. Der Duathlon am Eibsee unter der Zugspitze bildet am Rückreisetag den krönenden Abschluss.

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW