„Lobo“ hofft auf Comeback noch in der Hinrunde

Auf eine durchwachsene Saison beim Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart blickt Felix Lobedank (32) zurück. Am Mittwoch wurde der Linkshänder an der Achillessehne operiert. „Ich bin glücklich, dass wir in der Liga geblieben sind“, sagt er. „Und ich denke, ich habe meinen Teil dazu beigetragen.“

Die Erwartungen des TVB waren groß: Mit seiner Erfahrung sollte Felix „Lobo“ Lobedank das Team im zweiten Erstligajahr ein Stück weiter bringen auf dem Weg, sich in der ersten Liga stabil zu etablieren. Die Saison indes stand für den Ex-Göppinger von Beginn an unter gar keinem guten Stern.

Um die Jahreswende 2015/2016 hatte sich der 32-Jährige nach einem Teilabriss der rechten Achillessehne operieren lassen müssen. In der Vorbereitung auf die vergangene Spielzeit hatte er sich gerade wieder mühsam herangeschuftet, da ereilte ihn das nächste Malheur: Im Saisoneröffnungsspiel gegen die Rhein Neckar Löwen brach er sich den Daumen und verpasste die ersten fünf Spiele.

Viel Zeit, sich nach der Genesung heranzutasten, blieb Lobedank nicht: Die beiden anderen Linkshänder im rechten Rückraum, Can Celebi und Djibril M’Bengue, fielen ebenfalls verletzungsbedingt aus. Die Verantwortung lag mehr oder weniger auf „Lobos“ Schultern. „Das war einerseits schön, andererseits aber natürlich auch anstrengend“, sagt er.

Gut getan habe ihm die Pause um die Jahreswende und die Vorbereitung auf die Rückrunde. „Da habe ich mich richtig wohlgefühlt.“ Doch schnell musste er den nächsten Rückschlag einstecken: Im zweiten Spiel gegen Erlangen verletzte er sich an der Schulter, auch die Wade machte eine Weile Probleme. Und schließlich spürte Lobedank während der vielen englischen Wochen im Mai die Belastung an der linken Achillessehne.

„Große Gedanken habe ich mir aber nicht gemacht“, sagt er. „Wir waren in einer schwierigen Situation, in der jeder einbringen musste, was er hatte.“

Lobedank schleppte sich durch, zeigte ausgerechnet im finalen Spiel bei seinem Ex-Club FA Göppingen seine beste Leistung im TVB-Trikot. Nach Saisonschluss ließ sich der 32-Jährige genauer untersuchen – und die Diagnose war ernüchternd: Die Achillessehne war angerissen, eine Operation unumgänglich.

Er habe das Ausmaß der Verletzung offensichtlich nicht abschätzen können, sagt Lobedank – „oder vielleicht auch nicht wahrhaben wollen. Im Nachhinein habe ich Glück gehabt, dass nichts Schlimmeres passiert ist.“

Comeback noch in der Hinrunde?

Am Mittwoch erfolgte der Eingriff in Rheinfelden in der Schweiz. Mit dem Spezialisten Dr. med. Lukas Weisskopf hatte Lobedank bei seiner ersten Achillessehnen-Operation gute Erfahrungen gemacht. Auch jetzt ist Lobedank wieder optimistisch. „Beim letzten Mal hat’s vier Monate gedauert“, sagt er. „Wenn’s wieder so laufen würde, wäre ich zufrieden.“

Das bedeutet: Wenn keine Komplikationen auftreten, dürfte Lobedank noch in der kommenden Hinrunde sein Comeback für den TVB feiern.

Auch wenn die erste Saison beim TVB für Lobedank „ziemlich blöd“ verlaufen ist: Das Ergebnis macht ihn glücklich. „Es war für alle Beteiligten ein physisch wie psychisch sehr anstrengendes Jahr. Das Wichtigste ist, dass wir dringeblieben sind.“

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW