Verlängert Bitter beim TVB?

Nach dem Klassenverbleib sind die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart in den verdienten Urlaub abgedampft. Nur kurz Zeit zur Erholung haben dagegen Geschäftsführer Jürgen Schweikardt und Co. Noch in dieser Woche wollen sie mit Keeper Johannes Bitter über die Vertragsverlängerung reden. Schweikardt: „Ich bin sehr guter Hoffnung, dass es klappt.“

Die Erleichterung ist riesengroß bei den Bittenfeldern. Am Samstag war wieder einmal zu sehen, dass im Handball 15 Treffer Rückstand nicht die Welt sind. Der Drittletzte Bergische HC, mit zwei Punkten und eben jener Anzahl an Toren Rückstand auf den Fünftletzten TVB in die letzte Partie gegangen, gewann mit 32:24 gegen den TSV Hannover-Burgdorf. Hätte der TVB bei FA Göppingen eine deutliche Niederlage kassiert, müsste er jetzt den Weg in Liga zwei antreten. Denn parallel gewann auch der nur einen Punkt hinter Bittenfeld platzierte TBV Lemgo gegen den VfL Gummersbach mit 32:31.

Klassenerhalt aus eigener Kraft gesichert

Doch wie so oft in den vergangenen Wochen zeigte der TVB Wettkampfhärte und sicherte sich den Klassenverbleib aus eigener Kraft. 26:26 endete die Partie in der Göppinger EWS-Arena, eigentlich hätten die überlegenen Gäste sogar beide Punkte verdient gehabt. Das war aber wurst – ohne auf die Ergebnisse aus den anderen Hallen warten zu müssen, konnte das Team die Party steigen lassen.

Schweikardt besonders unter Druck

Allzu lang sei jedoch nicht gefeiert worden, sagt Jürgen Schweikardt. Gab es denn wenigstens Bierduschen? „Nein. Wir haben ja keinen Titel geholt“, schmunzelt der TVB-Geschäftsführer. Nach dem Herzschlagfinale ist von ihm eine gewaltige Last abgefallen. „Ich konnte ja nur am Spielfeldrand stehen und zuschauen.“ Und weil es auch um die Zukunft des Vereins ging und damit um Sponsoring, Teamplanung und organisatorische Details, sei die Drucksituation bei ihm eine ganz besondere gewesen. „Mir ist mehr als jedem anderen bewusst, was dieser Klassenerhalt bedeutet. Das ist eine Riesenchance, uns weiterzuentwickeln.“ Und dem großen Ziel, sich mittelfristig in der 1. Bundesliga zu etablieren, einen weiteren Schritt näher zu kommen.

Fünf von sechs möglichen Punkten geholt

Die zu erwartende Vertragsverlängerung mit Jogi Bitter ist ein wichtiger Baustein für die kommende Spielzeit. Jürgen Schweikardt streicht aber heraus, dass die Mannschaft des TVB – anders als in der Öffentlichkeit oft diskutiert – nicht nur aus dem Torhüter und seinem Weltmeister-Kollegen von 2007, Michael Kraus, bestehe. Stimmt: Kraus, bis dahin wertvollster Feldspieler des TVB, fiel sechs Spieltage vor Schluss in der Partie in Lemgo mit Handbruch aus, dennoch kam das Team noch zu einem wichtigen 24:24-Remis. Und aus den letzten drei Spielen holten die Bittenfelder fünf von sechs Punkten – ohne Kraus. Andere spielten herausragend, Schweikardt nennt exemplarisch seinen Bruder Michael, der als Spielmacher glänzte, Abwehrturm Viorel Fotache, der den TVB jetzt allerdings verlassen wird, sowie Dominik Weiß, stark in Abwehr und wichtig auch im Angriff.

Mannschaft ist auf gutem Weg

Insgesamt holte das Team 23 Punkte und damit neun mehr als in der vergangenen Saison als Aufsteiger. Für Jürgen Schweikardt ist das ein Indiz dafür, dass die Mannschaft auf einem sehr guten Weg ist. Sie habe zu seit Jahrzehnten gestandenen Teams wie Lemgo und Gummersbach aufgeschlossen. So kann’s weitergehen.

Den ausführlichen Saisonrückblick gibt es in der kommenden Woche.

 

Quelle: ZVW, Mathias Schwardt