WILD BOYS benötigen 2 Punkte

Der Kampf um den Klassenerhalt in der DKB Handball Bundesliga verläuft in dieser Saison spannender denn je. Mit dem VfL Gummersbach, dem Bergischen HC, dem TVB 1898 Stuttgart, dem TBV Lemgo und dem HBW Balingen-Weilstetten kämpfen nach dem 32. Spieltag noch fünf Teams ums Überleben im Handball-Oberhaus.

Und die Ergebnisse der Mannschaften werden immer unberechenbarer. War der Erfolg der WILD BOYS aufgrund der Kräfteverhältnisse im Hinspiel noch in etwa vorhersehbar, so kamen die Siege von Lemgo (zuhause gegen Wetzlar) und Gummersbach gar beim Tabellenvierten in Berlin doch sehr überraschend. Durch die Niederlage der Hauptstädter ist auch der Kampf um den dritten Rang spannender denn je.

Dafür ist seit Mittwochabend die deutsche Meisterschaft entschieden. Die Rhein-Neckar Löwen gewannen nach einer fulminanten zweiten Hälfte gegen den THW Kiel mit 28:19 und sicherten sich bereits drei Spieltage vor Rundenende den Titel. Zuvor hatte bereits der Tabellenzweite SG Flensburg-Handewitt in Göppingen mit 27:31 verloren und damit die Chance auf die Meisterschaft endgültig verspielt.

Alle Möglichkeiten im Kampf um den Klassenerhalt offen gehalten hat sich hingegen der TVB Stuttgart mit seinem Erfolg in Minden. Dabei traten die WILD BOYS sehr fokussiert auf und lagen bereits zur Pause mit einem Tor (14:15) in Führung. In der zweiten Hälfte konnte sich zunächst kein Team entscheidend absetzen, ehe sich der TVB einen Zwei-Tore-Vorsprung erarbeitete, den er bis zum Schlusspfiff nicht mehr abgab. „Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen. Sie hat sehr diszipliniert gespielt“. lobte WILD BOYS Coach Markus Baur.

Davor hatte der TVB Stuttgart am Samstag letzter Woche in der ausverkauften SCHARRena den Füchsen aus Berlin einen großen Kampf geliefert. Bis zum 25:25 hielten die Einheimischen gegen den Vereinsweltmeister aus der Hauptstadt hervorragend mit – am Ende freuten sich aber die Füchse aus Berlin über zwei Punkte, die sie aus der Landeshauptstadt Baden-Württembergs entführten. 27:29 lautete das Endergebnis zugunsten des Tabellenvierten, aber WILD BOYS Coach Markus Baur war dennoch nicht unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. „Wir haben sehr viel richtig gemacht“, lobte der Trainer.

Trotz des bereits feststehenden Abstiegs erkämpfte sich der kommende Gegner, der HSC 2000 Coburg nach einem Rückstand gegen Hannover-Burgdorf noch ein 27:27 Unentschieden und verlor in Kiel nur denkbar knapp mit 26:28. „Diese Resultate zeigen aber auch, was am Samstagabend hier in der Porsche Arena auf uns zukommt“, erwartet Trainer Markus Baur ein sehr enges Spiel, bei dem „die Coburger keinesfalls klein beigeben, sondern uns alles abverlangen werden“. Die Franken haben nichts zu verlieren, können daher ohne Druck aufspielen.

Der Aufsteiger aus Coburg muss also wieder zurück in die Zweite Liga. Der reine Handballverein, dessen Aushängeschild die erste Männermannschaft ist, hat sich aber in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. 2002 wurden die Franken Meister der Bayernliga und stiegen daraufhin in die Regionalliga auf. 2014 glückte der Aufstieg in die eingleisige Zweite Bundesliga. 2016 folgte dann als Tabellendritter der Einzug in die DKB Handball Bundesliga: Der HSC Coburg konnte in seinem ersten Jahr in der Erstklassigkeit mit einigen hervorragenden Ergebnissen aufwarten. So gelang gleich im ersten Bundesligaspiel der große Coup mit einem 25:20 Erfolg in Melsungen. Vor zwei Wochen besiegte die Mannschaft von Trainer Jan Gorr den VfL Gummersbach in der HUK-Coburg Arena mit 31:30.

„Wer glaubt, die Coburger auf die leichte Schulter nehmen zu können, ist fehl am Platz“, warnt TVB 1898 Stuttgart Trainer Markus Baur und verweist auf das hervorragende Ergebnis des Kontrahenten in Kiel. „Die werden hier in der Porsche Arena noch einmal alles geben, um Revanche für die 23:26 Heimniederlage gegen uns zu nehmen“, erinnert Baur. Er weiß aber auch, dass seine Mannschaft dringend zwei Zähler benötigt, um den Klassenerhalt zu sichern. Die Zuschauer in der Porsche Arena sind also aufgefordert, ihr Team in diesem letzten Heimspiel der Saison 2016/17 lautstark und bedingungslos anzufeuern. „Nur bei einem Sieg können wir die Voraussetzung schaffen, auch nächste Saison die Handballregion Stuttgart in der DKB Handball Bundesliga zu vertreten“, stellt TVB 1898 Stuttgart Geschäftsführer Jürgen Schweikardt fest.

Die Mannschaft wird am Samstag auf jeden Fall alles geben, um dieses Spiel zu gewinnen. Unterstützen Sie die WILD BOYS dabei.

Quelle: Joachim Gröser, TVB