TVB im Abstiegskampf gefordert

Einlauf-Info

In seinem drittletzten Heimspiel steht der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart an diesem Freitag unter Zugzwang: Gegen den Abstiegskonkurrenten VfL Gummersbach sollten die Punkte in der ausverkauften Scharrena bleiben. Der zuletzt angeschlagene Felix Lobedank ist wieder einsatzfähig.

Der Blick auf die Tabelle ist nicht besonders erbauend für die Bittenfelder. Die mussten an ihrem spielfreien Wochenende zusehen, wie sie auf den vorletzten Platz durchgereicht wurden. Balingen und Lemgo teilten sich die Punkte. Am Sonntag wird wieder einer der Konkurrenten Boden gutmachen, wenn der Bergische HC den HBW Balingen-Weilstetten empfängt.

In Stuttgart treffen zwei Sorgenkinder aufeinander

Diese direkten Duelle sind stets von einer besonderen Bedeutung, und auch in Stuttgart treffen an diesem Freitag zwei Sorgenkinder aufeinander. Der VfL Gummersbach gehört, zusammen mit FA Göppingen, zu den negativen Überraschungen in dieser Saison. Das Bundesliga-Gründungsmitglied träumte, nach dem einen oder anderen finanziell schwierigen Jahr, vor dieser Spielzeit von den Europapokalplätzen. Nach 8:2 Punkten zum Saisonstart schien der Altmeister auf dem richtigen Weg. Dann jedoch lief’s nicht mehr rund: Rang zwölf zur WM-Pause mit nur drei Punkten Polster auf den ersten Abstiegsrang trübte die Stimmung. Nach äußerst durchwachsenen Leistungen setzten die Verantwortlichen ihren Trainer Emir Kurtagic vor die Tür und holten den erfahrenen Sead Hasanefendic (68). Unter ihm verlor der VfL zwar die ersten drei Auswärtsspiele gegen Magdeburg (26:32), die Rhein-Neckar Löwen (20:34) und Leipzig (25:27) und schraubte seinen Negativlauf auf 2:22 Punkte. Beim 30:26-Heimsieg zuletzt gegen den TSV Hannover-Burgdorf meldeten sich die Gummersbacher mit einer starken Leistung zurück – und können mit einem weiteren Erfolg in Stuttgart einen vorentscheidenden Schritt zum Ligaverbleib machen.

Baur legt den Fokus auf die Partie gegen Gummersbach

Dieses Ziel wäre für den TVB bei einer neuerlichen Niederlage zwar nicht außer Reichweite, sie würde die Aufgabe jedoch immens erschweren bei nur noch zwei Heimspielen: gegen den Letzten Coburg und den Tabellenvierten Füchse Berlin, der noch auf Rang drei schielt. Andererseits: Sechs der neun TVB-Gegner, inklusive Gummersbach, sind in der zweiten Tabellenhälfte zu finden. So geht’s im nächsten Auswärtsspiel nach Hannover, das seit zehn Spielen punktlos ist. „Ich beschäftige mich nicht damit, was in zwei Wochen ist“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur. Der Fokus sei einzig und allein auf die Partie gegen den VfL Gummersbach gerichtet. „Es ist für uns eher ein Muss-Spiel als für den VfL.“

Bei der Niederlage im Hinspiel fehlten wichtige Spieler

Ans Hinspiel hat der TVB keine besonders guten Erinnerungen. Bei der 20:27-Niederlage präsentierte er sich zweikampfschwach, war vom Start weg chancenlos. Allerdings fehlten mit Jogi Bitter, Tobias Schimmelbauer und Can Celebi wichtige Spieler.

Lobedank wieder im Training

Personell sieht’s derweil wieder deutlich besser aus. Bis auf Djibril M’Bengue wird Markus Baur voraussichtlich auf seinen gesamten Kader zurückgreifen können. Felix Lobedank hat nach seinem Muskelfaserriss diese Woche wieder trainiert. Es steht zwar noch ein finaler Stresstest an. Doch der Trainer ist zuversichtlich, dass der Linkshänder einsatzfähig sein wird. Auch die Rückenbeschwerden von Simon Baumgarten sind besser geworden.

Der TVB-Coach erwartet einen heißen Tanz in der Scharrena – und einen deutlich verbesserten Gegner. Unter Hasanefendic agiere die VfL-Deckung deutlich aggressiver und griffiger und stelle den Gegner mit verschiedenen Abwehrformationen vor immer neue Aufgaben. „Darauf gilt es sich einzustellen und Lösungen zu finden.“

Duell der Torhüter-Dinos

Starke Spieler hat der VfL in der Offensive – auch ohne den verletzten Nationalspieler Julius Kühn. Andreas Schröder hat ihn zuletzt im linken Rückraum sehr gut vertreten. Kopf der Mannschaft ist Simon Ernst, der französische Nationalspieler Kevynn Nyokas hat besonders flinke Beine und eine enorme Sprungkraft. Aufpassen muss der TVB auf die Schlagwürfe von Christoph Schindler, am Kreis schuftet der Ex-Berliner Evgeni Pevnov. Interessant und von großer Bedeutung wird das Duell zwischen den Torhüter-Dinos Jogi Bitter (34) und Carsten Lichtlein (36) sein.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW