TVB ohne Jerkovic und M´Bengue gegen Kiel

Schlechte Nachrichten gibt es vor dem schweren Spiel des Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart beim Rekordmeister THW Kiel am Sonntag: Für Djibril M´Bengue ist die Saison gelaufen. Der Linkshänder kommt nicht um eine Operation an der lädierten Patellasehne herum. Für den erkrankten Torhüter Dragan Jerkovic wird Linus Mathes in den Kader rücken.

Für den TVB bedeutet der Ausfall von M’Bengue einen herben Rückschlag im Abstiegskampf. Gerade im rechten Rückraum waren die Probleme in etlichen Spielen offensichtlich, vom wurfkräftige M’Bengue erhoffte sich der TVB nach dessen Genesung einiges. Nun müssen es Felix Lobedank und Can Celebi richten.

Abstiegskonkurrenten blieben punktlos

Angesichts dieser schlechten Nachrichten rückt der aus Bittenfelder Sicht erfreuliche Mittwoch in den Hintergrund: Die Abstiegskonkurrenten HSC Coburg, HBW Balingen-Weilstetten und VfL Gummersbach blieben in den vorgezogenen Partien durchweg punktlos. Wobei allen voran die stark ersatzgeschwächten Balinger gegen die Füchse Berlin erheblichen Widerstand leisteten und weit weg waren von einer Schlappe. Am Ende indes reichten 13 Treffer des Ex-TVB-Spielers Lars Friedrich beim 30:35 nicht zum Sieg.

Eine verrückte Saison in der Bundesliga

„Man sieht, es lässt sich kaum ein Resultat eindeutig voraussagen“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur. „Das ist schon eine verrückte Saison“ – in der es sich lohnt, in jedem Spiel an die Grenze zu gehen. Selbst wenn die Erfolgsaussichten recht gering sind, wie die des TVB am Sonntag in der Kieler Sparkassen-Arena.

„Die Frage ist, ob wir’s hinkriegen, mit dem gleichen Einsatz zu spielen wie gegen Balingen“, sagt Baur. Kräfte sparen im womöglich aussichtslosen Unterfangen müsse seine Mannschaft jedenfalls nicht: Bevor das nächste Spiel in der Scharrena gegen die HSG Wetzlar ansteht, hat der TVB zehn Tage Pause. „Wir können also alles raushauen, was wir haben.“

Auch den THW Kiel plagen Verletzungssorgen

Die Kieler dagegen haben keine Gelegenheit durchzuschnaufen: Das Team von Trainer Alfred Gislason hetzt von Spiel zu Spiel. Mittwoch vor einer Woche musste es im Achtelfinale-Hinspiel der Champions-League gegen die Rhein-Neckar Löwen in eigener Halle eine schmerzliche 24:25-Niederlage hinnehmen, am Sonntag war der 27:26-Erfolg in Hannover schwer erkämpft. Vor der Partie gegen den TVB an diesem Sonntag stand am Donnerstag das Rückspiel bei den Löwen an. Und am Samstag in einer Woche müssen die Kieler im Final Four des DHB-Pokals gegen Leipzig ran.

Erschwerend hinzu für den THW kommen die Verletzungssorgen. Zuletzt fehlten mit Steffen Weinhold, Domogaj Duvnjak, und René Toft Hansen tragende Säulen. „Um große Ziele zu erreichen, brauchen die Kieler diese Spieler“, sagt Baur. Auf der anderen Seite böte diese Situation denjenigen, die etwas im Hintergrund stünden, eine gute Chance, um sich weiterzuentwickeln.

Kiel mit dem weltbesten Torhütergespann

Talente auf höchstem Niveau sind im Kieler Rückraum die 20-Jährigen Lukas Nilsson (20) und Nikola Bilyk (20). Mit Christian Dissinger, Blazenko Lackovic, Christian Zeitz und Marko Vujin hat das Team weitere außergewöhnlich durchschlagskräftige Rückraumspieler sowie mit Rune Dahmke und Niclas Ekberg zwei starke Außen. Bestens besetzt sind die Kieler auch am Kreis mit Patrick Wiencek und Ilija Brozovic. Das Torhütergespann Andreas Wolff/Niklas Landin gilt als das weltbeste.

Hoffnung auf ein zumindest achtbares Ergebnis macht der Auftritt der TVB im Hinspiel. Zur Pause lag er in der ausverkauften Porsche-Arena lediglich mit 12:13 im Hintertreffen, sieben Minuten vor dem Ende stand es 20:21. Mit einem Schlussspurt holte sich Kiel den 27:22-Sieg.

10 000 Zuschauer machen es dem Auswärtsteam schwer

„Das eine oder andere hat damals ganz gut geklappt“, sagt Baur. „Ich denke, an einigen Szenen können wir uns orientieren.“ Probleme hatten die Kieler mit dem 7:6-Überzahlspiel des TVB und dessen aufmerksamer Deckung. „Die wird natürlich auch am Sonntag wieder unsere Basis sein“, sagt Baur. „Wenn wir nur einen Schritt zu spät kommen, schießen sie uns mit ihrer individuellen Klasse die Ohren weg.“ Ansonsten gelte es, mit der Atmosphäre in der Sparkassen-Arena zurechtzukommen. 10 000 Zuschauer machten es dem Auswärtsteam und auch den Schiedsrichtern nicht gerade einfach.

Außer M’Bengue wird auch Dragan Jerkovic fehlen. Der Torhüter musste sich einer schwierigen Zahn-Operation unterziehen. Dominik Weiß hat wegen einer Magen-Darm-Grippe bis Mitte der Woche nicht trainiert. Baur hofft jedoch, dass Weiß bis Sonntag wieder bei Kräften sein wird.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW