WILD BOYS wollen gegen Erlangen nachlegen

Paukenschlag durch den Bergischen HC am 20. Spieltag der DKB Handball Bundesliga. Die Löwen gewannen nach ihrer deutlichen 26:35 Heimniederlage gegen den TVB 1898 Stuttgart mit 30:29 beim Tabellenvierten in Berlin und konnten dadurch die rote Laterne an den HSC 2000 Coburg abgeben. Wehrmutstropfen im BHC-Jubel: Spielmacher Viktor Szilagyi kann seiner Mannschaft im Abstiegskampf nicht mehr helfen. Er erlitt in Berlin einen Kreuzbandriss.

Ebenfalls erfolgreich waren die Löwen aus der Rhein-Neckar-Region. Der deutsche Meister gewann in Hannover mit 30:26, musste aber einige Zeit um den Erfolg zittern. Besonders die vielen Treffer ins leere Tor bei nomineller Überzahl im Angriff brachen den RECKEN das Genick. Die Rhein-Neckar Löwen bleiben damit Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt auf den Fersen, wobei das Team von der Ostsee beim Altmeister VfL Gummersbach mit 28:23 siegte. Niederlagen mussten hingegen die württembergischen Vertreter in der DKB Handball Bundesliga einstecken. Göppingen unterlag in Magdeburg knapp mit einem Tor (32:33) und der HBW Balingen-Weilstetten verlor in Melsungen klar mit 22:30, wobei die Gallier von der Alb bei Halbzeit noch mit 11:10 führten.

Traumstart hingegen für den TVB Stuttgart in die Rückrunde der DKB Handball Bundesliga. Nach dem grandiosen Event in der Stuttgarter Porsche Arena am zweiten Weihnachtsfeiertag mit dem Sieg gegen den DHfK Leipzig (28:26) gewannen die WILD BOYS auch die Partie in Solingen gegen den Bergischen HC eindrucksvoll mit 35:26. Diese 4:0 Punkte sind umso beachtlicher, kam doch mit Leipzig der Tabellensechste in die Porsche Arena, und die war mit 6211 Zuschauern einmal mehr ausverkauft. Die WILD BOYS waren auf die Minute topfit, und den Rest besorgte Johannes „Jogi“ Bitter. Er spornte mit seinen Paraden nicht nur seine Mitspieler an, sondern puschte auch noch das Publikum. So entstand ein wahrer Hexenkessel, in dem sich die WILD BOYS bis zur Pause einen 15:11 Vorsprung erarbeiteten, den Michael Schweikardt nach drei Minuten in der zweiten Hälfte auf fünf Tore ausbaute. Leipzig kam zwar noch einmal bis auf zwei Treffer heran, doch der TVB 1898 Stuttgart ließ mit den lautstark mitgehenden Zuschauern im Rücken nichts mehr anbrennen.

Gleich nach der WM dann das richtungsweisende Spiel in Solingen beim Bergischen HC. Die Löwen als Rangletzter mussten die Partie unbedingt gewinnen, um den Anschluss zu den Nichtabstiegsplätzen wieder herzustellen. Doch die WILD BOYS hielten im Bergischen Land voll dagegen und gewannen am Ende souverän mit 35:26. Aber die Partie war lange Zeit enger als es das klare Endergebnis aussagt. Bis Mitte der zweiten Halbzeit hielten die Bergischen Löwen mit, lagen nur drei Tore im Hintertreffen, ehe ihnen ein überragender Jogi Bitter endgültig den Zahn zog. So konnten Dominik Weiß und Bobby Schagen für einen Sechs-Tore-Vorsprung sorgen, den die Gäste bis zum Ende auf neun Treffer ausbauten. Mit diesem Erfolg verbesserte sich der TVB 1898 Stuttgart auf den 14. Rang der Tabelle. Schützenhilfe leisteten die Berliner Füchse durch einen souveränen 34:29 Erfolg beim TBV Lemgo, der dadurch auf den ersten Abstiegsplatz abrutschte.

Am Sonntag kommt nun mit dem HC Erlangen ein Aufsteiger in die Porsche Arena. Allerdings ist das ein Neuling, der sich bis jetzt bestens in der DKB Handball Bundesliga zurechtfindet. 20:18 Punkte stehen für die Oberfranken, die 2001 aus der Fusion von CSG Erlangen und HG Erlangen hervorgingen, bis jetzt zu Buche. Mit Torhüter Nikolas Katsigiannis und Michael Haaß wurde der direkte Wiederaufsteiger vor der Runde noch entscheidend verstärkt. Vom französischen Spitzenverein HBC Nantes kam zudem Kreisläufer Uros Bundalo und aus Spanien stieß Isiaias Guardiola zu den Oberfranken. In der Region bestens bekannt ist Linkshänder Nikolai Theilinger, der einst beim VfL Pfullingen aktiv war.

Gegen diesen starken Aufsteiger heißt es nun für die WILD BOYS nachzulegen. Dadurch könnten die Gastgeber den Auswärtserfolg beim Bergischen HC noch wertvoller machen. Aber auch der Gegner ist in einer guten Form, feierte mit dem 27:26 gegen die TSV Hannover-Burgdorf in 2017 ebenfalls einen Premierensieg. „Wir müssen wieder mit einer sehr konzentrierten Abwehrleistung aufwarten“, weiß TVB Coach Markus Baur. Zum Glück sind alle Akteure wieder fit und auch einsatzfähig. Durch das Mitwirken von Tobias Schimmelbauer hat die Deckung der WILD BOYS wieder einen entscheidenden Stabilisator erhalten und auch Torhüter Johannes Bitter muss sein Können wieder dazu beitragen, dass die Partie siegreich gestaltet werden kann. Aber die Erlanger werden sich zu wehren wissen, sodass es ein ganz enges Spiel geben wird. Da kommt es zusätzlich auch auf den achten Mann, die Zuschauer an. „Wir haben in Stuttgart ein phantastisches Publikum“, stellt TVB Geschäftsführer Jürgen Schweikardt fest und fordert: „Helfen Sie am Sonntag mit, dass wir diese Begegnung gegen den HC Erlangen gewinnen.“  Das wäre dann sicherlich eine weitere Etappe zum Klassenerhalt.

 

Quelle: Joachim Gröser, TVB