So funktioniert die Kommunikation

Sich Fachkompetenz anzueignen, dürfte das kleinste Problem sein für einen Trainer. Die große Kunst indes ist es, sein Wissen in die Köpfe der Sportler zu transportieren. Im Rahmen seiner internen Fortbildungen hat der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart ein Seminar angeboten zum Thema „So weit alles klar jetzt? Kommunikative Anforderungen an Trainer im Spitzensport“.

Nahezu der komplette Trainerstab des TVB, von den Mini-Betreuern bis zum Erstliga-Coach Markus Baur, hatte sich in den Räumen des TVB-Partners Schnaithmann Maschinenbau in Remshalden versammelt. Auch Bernhard Bauer, Ex-Präsident des Deutschen Handball-Bundes und Ehrenpräsident des Handballverbands Württemberg, wollte sich das Referat eines ehemaligen Göppinger Bundesligaspielers nicht entgehen lassen.

Wie kann sich der Trainer mit den Sportlern richtig verständigen?

Der gebürtige Eislinger Prof. Dr. Klaus Cachay, mittlerweile an der Universität Bielefeld tätig, hat sich gemeinsam mit Prof. Dr. Carmen Borggrefe von der Universität Stuttgart mit dem Thema „Kommunikative Anforderungen an Trainer und Trainerinnen im Spitzensport“ befasst. Anders ausgedrückt: Welche Möglichkeiten haben Trainer, sich mit ihren Sportlern so zu verständigen, dass diese die taktischen und technischen Anweisungen nachvollziehen und umsetzen können?

Wissen in die Köpfe der Sportler transportieren

Im „System Spitzensport“, das keine Fehler verzeihe, spiele die Kommunikation eine bedeutende Rolle, so Cachay. Grundsätzlich habe ein Trainer die Aufgabe, den Erfolg seiner Mannschaft oder seines Athleten zu sichern – und damit auch seinen eigenen Arbeitsplatz. Dazu bediene er sich zunächst einmal seiner Fachkompetenz, seines Wissens in den Bereichen Technik, Taktik, Kondition, Biomechanik und Trainingssteuerung. „Das alleine reicht aber nicht aus“, so Cachay. „Die große Aufgabe ist es, dieses Wissen in die Köpfe der Sportler zu transportieren.“ Hierzu stünden diverse Strategien zur Verfügung.

Groß angelegtes Forschungsprojekt

In einem groß angelegten Forschungsprojekt haben sich Cachay und Borggrefe mit diesem schwierigen, wichtigen und laut Cachay lange Zeit nicht besonders wertgeschätzten Thema der Kommunikation zwischen Trainer und Sportler beschäftigt. In der Studie wurden Trainer verkabelt, Audio- und Videoaufzeichnungen gesammelt, Interviews mit Trainern und Sportlern geführt. Schließlich musste das Material gesichtet und ausgewertet werden. Mit einer ganzen Reihe von Szenenbeispielen wurden die TVB-Trainer beim Vortrag in Remshalden konfrontiert.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW