Im Weihnachtsspiel müssen Punkte her

Spiele am zweiten Weihnachtsfeiertag haben immer ihr ganz eigenes Flair. Die Atmosphäre in den Hallen ist geradezu phänomenal, die Arenen sind stets bis auf den letzten Platz ausverkauft. Und die Heimmannschaften sind motiviert bis in die Haarspitzen, denn es sind alljährlich die letzten Auftritte vor eigenem Publikum vor einer EM- oder WM-Pause.

So auch in der Stuttgarter Porsche Arena, wo der TVB 1898 Stuttgart den SC DHfK Leipzig empfängt, eine Mannschaft, die zu den positiven Überraschungen in dieser Saison in der DKB Handball Bundesliga gehört. Das kann man zweifelsohne von den WILD BOYS zurzeit nicht gerade behaupten, sind sie doch durch die Niederlage in Balingen auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Gleichzeitig hatte auch der Bergische HC eine 28:29 Heimniederlage gegen Lemgo kassiert, das sich mit diesem Erfolg aufgrund der besseren Tordifferenz in der Tabelle vor die Einheimischen geschoben hat. Den vorletzten Rang nimmt weiterhin der HSC Coburg ein, der gegen Spitzenreiter SG Flensburg Handewitt mit 24:35 unterlag. Im Titelrennen bleibt es weiterhin spannend, wenngleich den Rhein-Neckar Löwen mit dem 29:26 in Kiel ein „big point“ gelungen ist. Die Zebras, jetzt Tabellendritter, darf man aber trotzdem noch nicht abschreiben, sind sie doch in der Lage, auch Primus Flensburg eine Niederlage beizubringen. Wie weit indes der Leipziger Höhenflug noch geht, wird sich zeigen. Auf jeden Fall bekam er durch die Niederlage in Göppingen leichte Kratzer, die durch die 22:31 Schlappe in Erlangen zur richtigen Delle wurde.

Ob sich Letzteres eher positiv oder negativ auf das Spiel beim TVB 1898 Stuttgart auswirkt? Zeigen die Sachsen nun eine Jetzt-erst-recht-Mentalität oder sind sie eher verunsichert. Für die WILD BOYS wäre eine nicht vor Selbstvertrauen strotzende Gastmannschaft eindeutig besser, benötigen sie doch jeden Punkt im Kampf um den Klassenerhalt. Da ist es natürlich wichtig, dass die Einheimischen gleich von Beginn an zeigen, wer der Herr im Haus ist. Auf jeden Fall benötigen sie die uneingeschränkte, lautstarke Unterstützung durch das Publikum. „Wir müssen wieder mehr Konstanz in unser Angriffsspiel bekommen“, mahnt daher Trainer Markus Baur an. Denn dass die WILD BOYS offensiv gute Akzente setzen können, haben sie doch gegen Frisch Auf Göppingen, GWD Minden und jetzt in Balingen gezeigt, als sie jeweils deutliche Rückstände aufholten. Es haben aber in jedem dieser Spiele die big points gefehlt.

Alles Lamentieren hilft aber nichts, am Montag muss unbedingt ein Sieg gefeiert werden. Vielleicht bringt auch das Christkind ein nachträgliches Geschenk in Form von zwei Zählern. Dann könnten die Verantwortlichen um Geschäftsführer Jürgen Schweikardt etwas entspannter in die WM-Pause gehen. „Wir hoffen natürlich, dass im Februar alle Verletzten wieder zur Verfügung stehen“, sagt Schweikardt. Einer der lange Zeit ausfiel, gab in Balingen ein überzeugendes Comeback. Johannes „Jogi“ Bitter hielt nicht nur die Abwehr zusammen, er stachelte auch seine Vorderleute zu guten Leistungen an, so sind auch die nur 23 Gegentreffer zu erklären.

„Wir benötigen heute einen Sieg. Helfen Sie, liebe Zuschauer, mit, dass beide Zähler in Stuttgart bleiben“, fordert WILD BOYS Trainer Markus Baur.

Quelle: Joachim Gröser, TVB