TVB sollte in Balingen nicht leer ausgehen

Vor dem württembergischen Derby in der Balinger Sparkassen Arena liegen die WILD BOYS weiterhin mit zwei Zählern Vorsprung auf einem Nichtabstiegsplatz. Dabei hätten es nach dem Heimspiel gegen den TSV GWD Minden durchaus vier Punkte werden können. Aber der TVB 1898 Stuttgart musste nach einem spannenden Spiel den Gästen aus Ostwestfalen den Sieg überlassen. 29:31 hieß es am Ende aus Sicht der Gastgeber.

„Wir hatten mehrfach die Möglichkeit, Mitte der zweiten Halbzeit mit zwei Treffern in Führung zu gehen, haben aber keine dieser Chancen genutzt“, ärgerte sich TVB-Coach Markus Baur. Auch Mindens Trainer Frank Carstens gestand nach der Partie: „Es war ein glücklicher Sieg.“

 

Das wird ihm im Endeffekt sicherlich ziemlich egal gewesen sein, kletterte er doch mit seiner Mannschaft auf Rang 13 und hat mit seiner Truppe immerhin schon sieben Zähler Abstand auf den ersten Abstiegsplatz, den derzeit Lemgo einnimmt. Die Lippeländer unterlagen zuhause der TSV Hannover-Burgdorf mit 26:31. Auch der Bergische HC und der HSC Coburg verloren am letzten Spieltag ihre Begegnungen, wobei besonders die Franken beim 27:42 gegen den SC Magdeburg deutlich unter die Räder kamen. Aber auch an der Tabellenspitze bleibt alles beim Alten. Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt gewann knapp gegen die Berliner Füchse. Das wäre ein perfekter Einstand für den neuen Füchse-Coach Velimir Petkovic gewesen, hätte seine Mannschaft einen Zwei-Tore-Vorsprung in der Schlussphase über die Zeit gebracht. Aber die Schleswig-Holsteiner hatten an diesem Tag einfach das Glück des Tüchtigen. Da auch die Rhein-Neckar Löwen und der THW Kiel ihre Spiele gewannen, liegt dieses Trio weiterhin punktgleich an der Tabellenspitze.

 

Einen der Verfolger wird es nun auf jeden Fall erwischen, es sei denn das Top-Spiel des kommenden Spieltags – THW Kiel gegen Rhein-Neckar Löwen – endet unentschieden. Letzteres würde bedeuten, dass die SG Flensburg-Handewitt wohl als alleiniger Spitzenreiter Weihnachten feiern darf. Aber auch in den unteren Regionen wird es beim Spiel Bergischer HC gegen TBV Lemgo spannend zugehen. Gewinnen die Bergischen Löwen, so schieben sie sich am Gegner vorbei.

 

Ähnlich ist auch die Konstellation beim württembergischen Derby in Balingen. Hier können die WILD BOYS mit einem Erfolg am Lokalrivalen vorbeiziehen. Doch das wird mit Sicherheit nicht einfach. Zum einen fehlen dem TVB 1898 Stuttgart nach wie vor vier Stammkräfte, und zum anderen spielen die Gallier von der Alb vor eigenem Publikum. Und die Atmosphäre in der Sparkassen Arena ist relativ hektisch. Es wird also auf jeden Fall ordentlich zur Sache gehen. Die Gastgeber werden auf ihre bewährte 3:2:1 Abwehrformation vertrauen. Da heißt es für die WILD BOYS: Gegenhalten um jeden Preis. Oder wie es TVB 1898 Stuttgart Coach Markus Baur formuliert: „In Balingen dürfen wir uns keine Schwächephase erlauben.“ Ansonsten würde es ganz schwer werden für die WILD BOYS. Gut ist nur, dass auch die Gastgeber nach ihrer 34:23 Niederlage in Leipzig unter Druck stehen. Im Prinzip ist es für jedes der beiden Teams ein Schlüsselspiel. Wer gewinnt, kann sich etwas von den Abstiegsrängen absetzen und dann beruhigter Weihnachten feiern.

Quelle: Joachim Gröser, TVB