“Spieler wissen, um was es geht”

TVB 1898 Stuttgart. Die fünfte Niederlage in Folge, ausgerechnet gegen einen Aufsteiger und Abstiegskonkurrenten und dazu in eigener Halle: Nach dem 29:31 gegen den TSV GWD Minden und vor den schwierigen Prüfungen in Balingen und gegen Leipzig ist der Frust groß beim Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart. „Die Spieler wissen aber, um was es geht“, sagt der Trainer Markus Baur.

Ziemlich mitgenommen sahen beide Trainer aus nach dem spannenden Spiel in der Stuttgarter Scharrena zwischen dem Vorjahresaufsteiger und dem aktuellen Neuling. „Unser Sieg war ein bisschen glücklich, aber das ist im Moment egal“, sagte der Mindener Coach Frank Carstens.

Dieser Satz wäre auch Markus Baur gerne über die Lippen gegangen. Stattdessen haderte er mit der vergebenen Chance auf einen Big Point im Abstiegskampf. „Wenn man seine freien Chancen in den entscheidenden Phasen nicht macht, dann reicht es in so einem engen Match eben nicht.“

TSV GWD Minden hatte die besseren Nerven

Der fünfte Saisonsieg des TVB war zum Greifen nah. Beim 24:23 hatte er, nach einem zähen Kampf, die Führung an sich gerissen und war anschließend noch viermal mit einem Tor in Vorteil. Am Ende indes hatten die Gäste aus Minden die besseren Nerven. „Und wir hatten Pech oder Unvermögen“, so Baur. „Egal, wie man es auch nennen mag.“

Abgesehen vom – wieder einmal – schwachen Beginn und dem 4:9-Rückstand nach zwölf Minuten, hat Baur gegenüber den jüngsten Spielen eine „Verbesserung“ gesehen. An der Einstellung jedenfalls gab’s wenig zu mäkeln. „Wobei nach einem derart verkorksten Start schon alles passen muss, um so ein Spiel zu gewinnen.“

Manches funktionierte, vieles aber auch nicht. Die größte Baustelle scheint derzeit die Defensive. Die Abstimmung stimmt nicht, auch die körperliche Präsenz lässt hier und da zu wünschen übrig. Zudem fehlt die Sicherheit im Tor: Dragan Jerkovic und Mihai Pop kamen gegen Minden zusammen gerade einmal auf neun Paraden.

Jetzt gilt es Punkte gut zu machen

„Uns fehlen auch auf einigen Positionen die Wechselmöglichkeiten“, sagt Baur. Kritik einstecken musste nach dem Minden-Spiel vor allem der Neuzugang Felix Lobedank. Der einzig verbliebene Linkshänder im rechten Rückraum nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Djibril M’Bengue und Can Celebi hatte die eine oder andere unglückliche Aktion. „Sicherlich ging von seiner Seite nicht besonders viel Torgefahr aus“, sagt Baur. Lobedank habe allerdings seinen Anteil daran gehabt, dass der TVB wieder ins Spiel fand. Vielleicht, so Baur weiter, hätte er es zwischendurch mit dem gelernten Rechtsaußen Finn Kretschmer versuchen sollen oder auch mit drei Rechtshändern im Rückraum. „Das haben wir trainiert, aber es nicht so, dass sich Dominik Weiß oder Marian Orlowski unbedingt aufgedrängt hätten.“

Egal, welche Spieler morgen in Balingen und am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Porsche-Arena gegen Leipzig auf der Platte stehen werden: Leer ausgehen sollte der TVB nicht. Ansonsten wäre der Absturz auf einen Abstiegsplatz vor der WM-Pause wohl kaum mehr zu vermeiden.

Drei Punkte Rückstand auf Rang 15 inklusive.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW