Es fehlen die Sicherheit und Galligkeit

TVB 1898 Stuttgart. Nur zwei Punkte aus den jüngsten neun Spielen: Der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart steht zwar nach dem 25:33 in Wetzlar noch nicht auf einem Abstiegsplatz, doch die Luft wird immer dünner. Der TVB-Trainer Markus Baur hat den Freitag fest im Blick: Gegen den Aufsteiger TSV GWD Minden muss in der bereits ausverkauften Scharrena unter allen Umständen ein Sieg her.

Das war knapp. Nicht, dass der TVB in Wetzlar besonders nah dran gewesen wäre an einer Überraschung. Um ein Haar wäre das Team von Trainer Markus Baur am 15. Spieltag auf einen Abstiegsplatz gerutscht: Der Drittletzte TBV Lemgo hielt bei den Füchsen Berlin zwei Minuten vor Schluss das 24:24-Unentschieden, musste sich aber dem Tabellendritten nach zwischenzeitlicher Vier-Tore-Führung doch noch mit 24:26 geschlagen geben.

Mehr Glück auf der Zielgeraden hatte der TSV GWD Minden beim 26:23 gegen Gummersbach, der Aufsteiger erarbeitete sich dadurch fünf Punkte Polster auf die Abstiegsränge. Zumindest heftigen Widerstand gegen Top-Teams leistete der HBW Balingen-Weilstetten beim 28:33 gegen die Rhein-Neckar Löwen und der Bergische HC beim 29:32 gegen Flensburg.

Der TVB dagegen ist derzeit ein gutes Stück davon entfernt, seinen Kontrahenten über 60 Minuten hinweg ähnlich Paroli zu bieten. „Man sieht es Woche für Woche, dass wir unsere Ausfälle nicht kompensieren können“, sagte der TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt auf der Pressekonferenz nach dem Spiel in Wetzlar. „Wir können nicht an die Leistungen anknüpfen, die wir zu Beginn der Saison zeigten.“

Gute Abwehraktionen seien wertlos geworden

Dabei hatte der TVB in Wetzlar zunächst ordentlich mitgehalten. Er startete im Rückraum mit Michael Schweikardt, Michael Kraus und Felix Lobedank. „Mehr Ballsicherheit“ versprach sich der Trainer Markus Baur von dieser Formation. Nach zwölf Minuten stand es 5:5 – „gefühlt aber 7:4 für uns“, sagt Baur. Sein Team hatte reihenweise beste Chancen liegengelassen. „Und so haben wir wieder einmal keine Sicherheit in unser Spiel gekriegt.“ Auch seien seine Spieler in der einen oder anderen Situation „nicht gallig genug“ gewesen, um sich die Abpraller zu schnappen. Gute Abwehraktionen seien damit wertlos geworden. Nach und nach habe sich sein Team dann – wie schon gegen Göppingen – mit unnötigen Risikopässen an den Kreis, die zu Ballverlusten und Gegentreffern führten, selbst um den Lohn gebracht. „Dann reicht es einfach nicht gegen eine Mannschaft, gegen die man von zehn Spielen sowieso nur eines oder zwei gewinnt.“

Unbedingt den fünften Saisonsieg muss der TVB am Freitag in der Scharrena einfahren, ansonsten dürfte ein frostiger Winter bevorstehen. „Das wird ein Kopf-an-Kopf-Spiel“, sagt Baur. „Wir müssen wieder zu den bekannten Mustern zurückkommen, die den TVB ausgemacht haben.“

Das heißt: leidenschaftlicher Kampf von der ersten bis zur letzten Minute.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW